Zink - ein neues Wundermittel?

Woran denken Sie beim Stichwort Zink? Vielleicht an alte Wannen, Wund- und Brandsalbe oder neonfarbenen Sonnenschutz für die Lippen? Zink ist viel mehr: Neben Eisen ist Zink das wichtigste Spurenelement in unserem Körper.

Schneller wieder fit?

So kennt man bis heute rund 200 biochemische Prozesse, an denen Zink beteiligt ist. Unter ihnen viele, die den Eiweißstoffwechsel in Schwung halten. Und nur wenn der reibungslos läuft, können sich Körperzellen in ausreichender Zahl neu bilden und ungestört wachsen. Also alles paletti, wenn wir unsere tägliche Zinkpille schlucken? Sicher nicht. Aber bei bestimmten Störungen und Beschwerden kann eine Extraportion Sinn machen.

Schon zehn Milligramm Zink zusätzlich pro Tag sollen vor einer Erkältung und Grippe schützen, meint John Hadden von der Universität in Tampa, Florida. "Zink stärkt das Immunsystem und sorgt dafür, dass genügend spezialisierte Zellen zur Abwehr von Erregern bereitstehen." Selbst wenn die Erkältung schon da sei, so der Wissenschaftler, könne Zink helfen, schneller wieder gesund zu werden. Schnupfen, Husten und Heiserkeit sollen bereits nach drei, vier Tagen verschwinden und nicht wie üblich eine Woche oder länger dauern.

Frauen sind schlecht versorgt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Frauen 12 Milligramm Zink pro Tag, die über die Nahrung aufgenommen werden sollten. Wie der neueste Ernährungsbericht zeigt, kommen Frauen zwischen 19 und 51 Jahren im Durchschnitt nur auf etwa 9 Milligramm täglich. Besonders leicht ins Minus rutscht, wer raucht, die Pille nimmt, regelmäßig Abführmittel schluckt oder öfter Radikaldiäten macht.

Gut für Haut und Haare

Die Zellen von Haut, Haarwurzeln und Immunsystem haben einen intensiven Stoffwechsel und teilen sich schnell. Deshalb sind sie ganz besonders auf das Spurenelement angewiesen. Menschen mit chronischem Zinkmangel bekommen eher mal Hautentzündungen und -rötungen. Die Haare sind oft brüchig, glanzlos und ungleichmäßig dick.

Kinderlos wegen Zinkmangel

Das Spurenelement ist am Aufbau von Sexualhormonen beteiligt und beeinflusst die Fruchtbarkeit. Bei Frauen führt Zinkmangel zu Zyklusstörungen, und die Chancen für eine Empfängnis sinken. Sind Männer schlecht mit Zink versorgt, werden nicht genug Testosteron und Spermien produziert. Eine Vielzahl von Studien hat gezeigt, dass Zink in solchen Fällen den Hormonspiegel wieder ansteigen lässt, die Potenz verbessert und schließlich auch die Zahl der Spermien erhöht.

Hoher Bedarf in der Schwangerschaft

Schwangere brauchen mehr Nährstoffe. Neben Folsäure, Jod, Eisen oder Magnesium kommt es dabei vor allem auf Zink an. Stimmt die Zinkversorgung der Mutter, verringert sich das Risiko für Fehlgeburten oder vorzeitige Wehen. Die Babys haben ein höheres Geburtsgewicht und deutlich seltener Fehlbildungen. Ob Schwangere generell Zinkpräparate nehmen sollen, ist aber umstritten. Empfehlenswert sei dies, wenn es bei einer vorangegangenen Schwangerschaft Probleme gegeben hat oder Störungen auftreten, betont Arthur Wischnik von der Frauenklinik im Zentralklinikum Augsburg.

Die besten Zinkquellen

Fleisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und Eier sind die besten Zinkquellen. Zwar essen wir reichlich Fleisch, doch da steckt bekanntlich auch Eisen drin. Und das, genauso wie Kalzium (in Milchprodukten), behindert die Zink-Resorption. Der Zinkmangel scheint also programmiert. Doch ob dies wirklich als Ursache für eine schlechte Zinkversorgung gelten kann, wissen die Forscher noch nicht. Strenge Vegetarier haben es übrigens nicht so leicht, genug Zink zu bekommen. In Vollkornbrot, Nüssen und Gemüse steckt das Spurenelement nämlich nur in geringen Mengen. Außerdem kann der Körper Zink aus pflanzlichen Quellen nicht gut aufnehmen. In diesem Fall geht es nicht ohne eine Extra-Portion des Spurenelements, wenn sich Mangelsymptome zeigen.

Stimmt Ihre Bilanz?

Das können Sie bei Ihrem nächsten Routine-Check vom Arzt überprüfen lassen. Wenn Sie vorbeugend etwas tun wollen, reichen Kapseln mit 10 Milligramm Zink. Mehr ist zwar nicht schädlich, aber überflüssig. Und noch ein Tipp: Kaufen Sie keine Kombinationspräparate, die neben Zink noch andere Mineralstoffe enthalten. Empfehlenswerte Präparate: z. B. Zink-D-Longoronal (Cassela-med), Zink Gelatinat (Abtei), Zinkorell (Sanorell Pharma), Zinkit 10 (Wörwag Pharma), Unizink 50 (Köhler Pharma).

So viel Zink ist drin

Haferflocken 10,0
Rindfleisch 4,2
Schweineleber 3,4
Camembert 3,0
Nüsse 2,5
Hühnerfleisch 2,4
Vollkornbrot 2,1
Schweinefilet 1,8
Shrimps 1,5
Hühnereier 1,1
Lachs 0,8
Hilka de Groot
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