Basenfasten: Großputz für den Organismus

Mehr Energie und weniger Gewicht dank Basenfasten-Kur: Entwicklerin Sabine Wacker erzählt uns, wie das Konzept funktioniert und was ihr beachten müsst!

Was ist Basenfasten?

Basenfasten ist das Fasten mit Obst und Gemüse: Eine sanfte und genussvolle Methode, Übersäuerung entgegenzuwirken und Abzunehmen. Eine Kur ist sehr einfach und lässt sich gut in den Berufsalltag integrieren.

Während der Kur kommen nur Basenbildner wie Obst, Gemüse, Kräuter, Keimlinge, einige Nüsse sowie hochwertiges Öl wie Lein-, Oliven- oder Rapsöl auf den Tisch. Säurebildner wie Fleisch, Wurst, Milchprodukte, Weißmehl, Vollkornprodukte, Teigwaren, Reis, Eier, Kaffee, Süßigkeiten und Alkohol sind hingegen tabu.

Besonders wichtig: Pro Tag zweieinhalb bis drei Liter trinken! Nur so können unerwünschte Stoffe den Körper verlassen. Erlaubt ist reines Quellwasser und verdünnter Kräutertee.

Übersäuerung vermeiden: Die zehn Regeln zum Basenfasten

  1. Vorsicht im Umgang mit Rohkost: Obwohl Rohkost die gesündeste Art ist, Gemüse und Obst zu sich zu nehmen, ist Vorsicht geboten. Insbesondere Menschen mit empfindlichem Darm und Lebensmittelallergien sind hiervon betroffen.
  2. Letzte Mahlzeit vor 18 Uhr: Mag für viele Menschen nicht umsetzbar sein, trotzdem gilt: Abends so früh und so wenig wie möglich essen. Denn je später ihr esst, desto schlechter schlaft ihr, da Darm und Leber mit der Verdauung beschäftigt sind.
  3. Obst und Rohkost bis 14 Uhr: Es ist grundsätzlich besser für den Stoffwechsel, wenn ihr ab 14 Uhr kein rohes Gemüse oder Obst mehr esst. Besser zu gekochtem Essen greifen.
  4. Gemüse muss knackig sein: Dünsten ist das Zauberwort. Wer sein Gemüse zerkocht, nimmt keine wertvollen Vitamine auf. Bereitet das Gemüse somit so knackig wie möglich zu.
  5. So wenig wie nur möglich: Das ist vermutlich die schwierigste Aufgabe: Esst so wenig wie möglich und nur so viel, wie ihr braucht. Hört mit dem Essen auf, bevor ihr euch satt fühlt, denn das Sättigungsgefühl setzt meist erst nach wenigen Minuten ein.
  6. Kein wildes Durcheinander: Man braucht nicht fünf Gemüsesorten oder mehr, um ein tolles Geschmackserlebnis zu haben. Weniger ist mehr: Verwendet zwei, drei Gemüsesorten und das Ergebnis wird dasselbe sein.
  7. Mit Gefühl würzen: Bitte nur dezent würzen. Grund dafür: Gewürze irritieren die Geschmacksnerven und lassen das Gefühl von Sättigung schwinden.
  8. Mehr Gemüse als Obst essen: Der Obstanteil sollte zwanzig Prozent nicht überschreiten. Wer einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt hat, sollte den Gemüseanteil noch höher schrauben. Grundsätzlich gilt: Das Obst und Gemüse sollte reif sein, denn nur reifes Obst und Gemüse wird basisch verstoffwechselt.
  9. Mit Lust und Appetit essen: Greift nur zu den Gemüse- und Obstsorten, auf die ihr auch wirklich Appetit habt. Ihr tut euch und eurem Körper keinen Gefallen, wenn ihr das Gericht ohne Lust verzehrt.
  10. Gründlich kauen: "Gut gekaut ist halb verdaut" lautet die wichtigste Regel. Doch was bedeutet das? Nehmt euch mal einen Apfelschnitz - ihr solltet diesen mindestens 30 Mal kauen. Fortgeschrittene schaffen 60 bis 80 Mal.

So könnte ein typischer Basenfasten-Tag aussehen:

Zum Frühstück: Basisches Müsli mit Früchten

Zutaten für 1 Person:

  • 1 Banane
  • Saft einer halben Zitrone
  • Heidelbeeren oder anderes Obst der Saison
  • Mandeln oder 1 TL Mandelmus
  • 2 TL Chufas Nüssli (Reformhaus) oder 2 TL geschrotete Leinsamen oder 2 TL   Sonnenblumenkerne


Zubereitung:

  1. Banane zerdrücken, Apfel reiben oder anderes Obst dazu geben. Die Mandelblättchen zusammen mit den Chufas Nüssli, Leinsamen oder Sonnenblumenkernen untermengen.
  2. Mit Zitronensaft mischen.

Fertig in 10 Minuten.

Zum Mittag: Feldsalat mit Champignons

Zutaten für 1 Person:

  • 120 Gramm Feldsalat oder Rucolasalat
  • 2 frische kleine Champignons
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • etwas Gartenkresse oder Schnittlauch

Zubereitung:

  1. Salat waschen, Champignons in Scheiben schneiden, Zwiebel klein hacken, mit Salatdressing mischen.

Für das Salatdressing benötigt ihr:

  • 2 EL Olivenöl
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 1 kleine Prise Kräutersalz
  • gemischter Pfeffer
  • 1 TL Sesamsaat
  • 1/2 Lauchzwiebel
  • etwas frische Petersilie

Zubereitung:

  1. Lauchzwiebel und Petersilie klein schneiden, alle Zutaten mischen, verrühren und erst kurz vor dem Essen unter den Salat heben.


Zum Abendessen: Pellkartoffeln mit Avocadocreme

Zutaten für 1 Person:

  • 3-4 Pellkartoffeln
  • 1 reife Avocado
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1 Prise Meersalz
  • 1 Prise gemischter Pfeffer
  • 1/2 Schälchen Kresse

Zubereitung:

  1. Pellkartoffeln abkochen, währenddessen die Avocado schälen, entkernen, mit der Gabel zerdrücken.
  2. Die Gewürze und den Zitronensaft untermischen. Die Kartoffeln mit der Creme bestreichen.

Alle Rezepte stammen aus dem Buch "Basenfasten: Das Gesundheitserlebnis" (Trias).

"Basenfasten Deluxe": Das 4-Gänge-Menü

Im Buch "Basenfasten deluxe", das Sabine Wacker in Zusammenarbeit mit Profi-Koch Sascha Fassott Ende 2015 auf den Markt brachte, findet ihr darüber hinaus zahlreiche, basische Menü-Ideen auf hohem Niveau. Hier ein Vorschlag für ein tolles 4-Gänge-Dinner, das ihr entweder zu zweit oder mit Familie und Freunden genießen könnt.

Basenfasten: Das Konzept nach Sabine Wacker

BRIGITTE: Sie haben Basenfasten vor knapp 18 Jahren ins Leben gerufen - wie sieht das Konzept heute aus?

Nach dem Medizin-Studium und zwei Ausbildungen eröffnete Sabine Wacker ihre Praxis als Heilpraktikerin in Mannheim. Vor 18 Jahren entwickelte sie Basenfasten aus ihrem Beruf heraus und schrieb bis heute zahlreiche Bücher zum Thema. Seit 2007 bildet sie Berater aus, 2014 gründete sie mit ihrem Sohn Matteo ein Basenfasten-Franchise-System für Hotels. Inzwischen gibt es zahlreiche offiziell nach Wacker zertifzierte Hotels. Hier geht's zur Basenfasten-Seite.

Sabine Wacker: Im ursprünglichen Konzept waren wir recht streng in Bezug auf die Mahlzeiten: Mittags gab es Salat und abends das gekochte Gericht. Nicht geändert hat sich, dass man grundsätzlich morgens Obst, mittags Salat und abends Gemüse isst. Heute sehen wir es so, dass man, vor allem dann, wenn man nicht primär abnehmen möchte, die Mahlzeiten auch in zwei Gängen genießen darf.

Dies gilt vor allem dann, wenn man Basenfasten in einem unserer Hotels machen möchte. Zum Beispiel darf man zum Mittagessen einen kleinen Salat und ein gekochtes Gericht nehmen, zum Abendessen darf es eine klare Gemüsebrühe und ein Gemüsegericht sein.

Seit dem Hotel-Konzept betonen wir den Aspekt "Genuss" deutlich mehr. Es war mir schon immer ein Anliegen, diesen Aspekt in den Vordergrund zu rücken, da mir das Konzept grundsätzlich zu medizinisch war. Auch wenn die therapeutischen Effekte nicht zu vernachlässigen sind, ist dieses Wellness-Gefühl immens wichtig. Wenn ich ins Hotel gehe, leide ich unter dem Essen - und diesen schrecklichen Soßen mit Sahne drin. Und ich dachte schon immer: Man kann doch auch auf hohem Niveau basisch kochen.

Was hat sich sonst geändert?

Geändert hat sich, dass wir die Zwischenmahlzeiten rausgenommen haben. Grund dafür ist, dass der Säure-Basen-Haushalt ein rhythmischer Prozess ist. Nach jeder Nahrungsaufnahme kommt es zu sogenannten Basenfluten, die den pH-Wert ansteigen lassen und rund vier Stunden anhalten. Sobald die Verdauung abgeschlossen ist, verlangt der Körper nach neuem Essen. Einzig bei Diabetikern funktioniert dieser Rhythmus nicht mehr, sie benötigen Zwischenmahlzeiten.

Außerdem haben wir unsere Empfehlungen für Nüsse erweitert: Ursprünglich gehörten Mandeln und frische Walnüsse zum Speiseplan. Frisch bedeutet, dass die Nüsse maximal drei Monate alt sein sollen, da sie danach ranzig schmecken. Heute haben wir mit unserem Lebensmittelchemiker weitere Nüsse ins Basenfasten aufgenommen: Die Paranuss, die toll ist, da sie viel Selen enthält, die Macadamia-Nuss, weil sie tolles Öl enthält, und Pistazien. Auch Kokosflocken sind basenbildend und können das basische Müsli oder eine Karottensuppe bereichern. Kokosmilch aus der Dose ist allerdings säurebildend.

Ich habe Basenfasten noch nicht gemacht. Welche Tipps würden Sie Anfängern geben?

Ich schaue mir erstmal den Typ Mensch an. Es gibt den Powertyp, den Gefühlstyp und den Nerventyp:

  • Der Nerventyp, der Schwierigste von allen, braucht viel Wärme und darf nicht so viel Rohkost essen, denn das verträgt er in der Regel nicht. Er muss unbedingt auf die Jahreszeiten achten - und darf im Winter, auch außerhalb des Basenfastens, keine Tomaten essen. Wurzelgemüse, Kurkuma, Ingwer: Nerventypen sollten die ganzen wärmenden Gewürze und viel warme Kost zu sich nehmen, um Energie zu behalten. In der Regel haben sie nicht mit Übergewicht zu kämpfen.
  • Powertypen haben es leicht mit Basenfasten: Sie haben in der Regel einen guten Stoffwechsel, eine gute Verdauung, verlieren schnell ihre überflüssigen Pfunde und freuen sich danach wieder aufs "volle Leben".
  • Gefühlstypen sind die Menschen, die jemanden brauchen, der mit am Strang zieht. Beide Typen sind anfälliger für Übergewicht, da sie lustabhängig und launenbedingt essen.

Generell: Wenn jemand zum ersten Mal Basenfasten macht, dann würde ich ihm in jedem Fall raten, den Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke drei Tage vorher wegzulassen. Koffeinentzug bewirkt, dass wir die ersten drei Tage durchhängen. Das Ziel sollte ja sein, dass wir uns schon am ersten Fastentag wohl fühlen und dieses Erlebnis nicht überschattet wird von den Wirkungen des Koffeinentzugs.

Unser Gefühl kann das nicht trennen, wenn wir Basenfasten gleichzeitig mit Koffeinentzug starten, dann bleibt immer diese Erinnerung: "Basenfasten, das heißt für mich: 3 Tage Kopfweh". Dabei war das nur die Entzugserscheinung des Kaffees oder Tees. Ich trenne Kaffee vom Basenfasten - das ist für die erste Erfahrung ganz essenziell.

Wie lange sollte eine Basenfasten-Kur dauern?

Im Optimalfall etwa zehn Tage. Das kommt aber ganz auf den jeweiligen Typ an. Menschen mit Normalgewicht oder im unteren Bereich davon sollten die zehn Tage nicht überschreiten. Wer Übergewicht hat, kann die Kur zwei bis drei Wochen machen. Manche halten sie jedoch auch monatelang durch - insbesondere Männer. KKK-Frauen (Kind, Karriere, Küche) können alle sechs Monate Basenfasten, um Stress abzubauen und den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Überhaupt nicht empfehlen würde ich die Kur Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Essstörungen.

Wir haben noch mehr Tipps zum Thema Fasten. Du möchtest deine Ernährung auch nach der Kur gesund halten? Dann entdecke unsere gesunden Rezepte!

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