Kennzeichnung für Lebensmittel: Was bedeuten die Gütesiegel?

Manche Gütesiegel für Lebensmittel gibt es schon ewig. Die Kennzeichnung signalisiert Qualität. Aber welche?

DLG

Wer ist das? Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-gesellschaft) ist eine politisch und wirtschaftlich unabhängige Organisation.

Was machen die? Die DLG kennzeichnet Lebensmittel von "überdurchschnittlichem Genusswert". In erster Linie werden dabei Geschmack, Aussehen, Farbe, Konsistenz, Geruch und äußere Beschaffenheit getestet. Seit 1885 vergibt die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft Noten und verteilt - je nach Ergebnis, die Bronzene, Silberne oder Goldene Plakette. Nicht nur Lebensmittel können sich der strengen Kontrolle der DLG unterziehen: Vom Urlaub auf dem Bauernhof über Biogasanlagen bis hin zu Wein und Sekt wird alles getestet, was auf den Markt kommt.

Fazit: Über die Vergabe des Siegels entscheidet lediglich der Gaumen der Tester. Weitere Informationen: www.dlg.org

Fresenius

Wer ist das? Fresenius ist ein Institut für Laboranalytik.

Was machen die? Seit 1973 vergibt das Institut sein Qualitätssiegel. Geprüft werden Vitamine, Pestizide, Dioxine, Nährwerte, mikrobiologische Unbedenklichkeit und BSE. Fresenius testet Lebnsmittel nicht anhand offizieller Werte, sondern nach "gesunden" Richtlinien. So darf beispielsweise ein Tafelwasser nicht die gesetzlich erlaubten 50 Milligramm Nitrat pro Liter haben, sondern bekömmlichere 20 Milligramm. Eine Besonderheit des Instituts ist, dass es eventuelle Schadstofffunde in Lebensmitteln nicht den Behörden meldet, sondern dem Kunden, der das Siegel für sein Produkt beantragt.

Fazit: Gewissenhaft, gut. Weitere Informationen: www.institut-fresenius.de

KAT

Wer ist das? KAT ist ein Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung. Seine Mitglieder sind Eierproduzenten, Tierschutzorganisationen und Handelsunternehmen.

Was machen die? Seit der Vereinsgründung 1995 testet KAT Herkunft und Güte von Eiern. Alle angeschlossenen Betriebe müssen ihre Daten per Telefon oder Internet in eine zentrale Datenbank eingeben. Sowohl der Legebetrieb als auch der Futtermittelhersteller sind gezwungen, über ihre Produkte und Zutaten zu informieren, die Zahl der Eier und die Zusammenstellung des Futters zu melden. Unterstützt wird die Kontrolle durch UV-Licht-Untersuchungen, mit denen Abrollspuren von Käfiggittern identifiziert werden können.

Fazit: Ein Siegel, das zumindest gewährleistet, dass sich der Verbraucher ein Bild über die Herkunft des Produkts machen kann. Denn das Prüfsiegel stellt hohe Anforderungen an Tierhaltung und Produktqualität. Gibt man auf der Internetseite von KAT die Registriernummer eines Eis ein, erfährt man woher es stammt. Effekt: Jeder kann selbst entscheiden, ob er Eier bestimmter Herkunft auch weiterhin kaufen möchte. Weitere Informationen: www.was-steht-auf-dem-ei.de

Zahnmännchen

Wer ist das? Die Aktion Zahnfreundlich e. V., ist eine gemeinnützige Vereinigung von Wissenschaftlern, Ärzten, Ernährungsberatern, Krankenkassen und Firmen.

Was machen die? Seit 1985 vergibt der Verein Siegel für Süßwaren, Bonbons, Schokolade und Kaugummis. Diese Verfahren beinhalten unter anderem z. B. den sogenannten Plaque-Test. Hierbei darf der pH-Wert im Mund bis 30 Minuten nach Verzehr nicht unter 5,7 abfallen. Dies ist der Grenzwert bei dem der Zahnschmelz von der Mundflüssigkeit angegriffen wird. Das Zahnmännchen soll für Produkte stehen, die nachweislich weder Karies noch Säureschäden an den zähnen verursachen.

Fazit: Leider Augenwischerei, da das Siegel auch Produkte ziert, die monatelang nicht mehr nachgetestet wurden. Es gilt quasi unbefristet. Außerdem kann allein durch Verzicht auf Zucker kein Zahnschaden verhindert werden. Weitere Informationen: www.zahnmännchen.de

CMA

Wer ist das? Beziehungsweise, wer war das? Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH war sozusagen die hauseigene Werbeagentur deutscher Bauern.

Was haben die gemacht? Wie der Name schon sagt, kümmerte sich die CMA um Marketing und Prüfung deutscher Agrarprodukte. Die Qualitätsprüfungen bestanden aus sensorischen Prüfungen auf Geschmack, Geruch, Aussehen, Rückstandsanalysen, sowie die Kontrolle der technischen und hygienischen Standards der Herstellerbetriebe.

Fazit: In den letzten Jahren geriet die CMA immer öfter wegen schlüpfriger Kampagnen in die Schlagzeilen. Im März diesen Jahres wurde die Agentur schließlich vom Bundesverfassungsgericht liquidiert, weil die Zwangsabgabe von Produkten der Bauern und Lebensmittelbetriebe an den Absatzfonds der Landwirtschaft als verfassungswidrig erklärt wurde. Das CMA-Siegel ist ein Auslaufmodell, aber es bleibt laut CMA für den zertifizierten Zeitraum auf der Verpackung.

Text: Gela BrüggemannFoto: Getty Images
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