VG-Wort Pixel

Der Liebling im Curry Das "Superfood" Kurkuma kann die Leber schädigen

Kurkuma: Kurkumapulver auf einem Löffel
© Printemps / Adobe Stock
Kurkuma soll viele gesundheitliche Vorteile bieten. Laut einer neuen Studie könnte das scharfe Gewürz aber die Leber schädigen.

Dass vor allem scharfe Gewürze in unserem Essen viele gesundheitliche Vorteile haben, wissen wir bereits. Eines dieser Gewürze ist Kurkuma: Der leckere Scharfmacher kommt vor allem in Currys, Suppen und Chilis vor und soll beispielsweise laut chinesischer Medizinlehre gegen Entzündungen helfen können und antioxidativ wirken. Laut der "US Food and Drug Administration" (FDA) gilt Kurkuma auch als generell sicheres Lebensmittel, eine neue Studie liefert nun aber Anhaltspunkte dafür, dass das gelbe Gewürz auf Dauer die Leber schädigen könnte.

Daten aus zehn Jahren ausgewertet

Forschende haben eine Verbindung zwischen dem Konsum von Kurkuma und dem Potenzial für Leberschäden durch Daten von Personen festgestellt, die Teil des sogenannten U. S. Drug-Induced Liver Injury Network (DILIN) sind. Dafür wurden diese Daten zwischen den Jahren 2011 und 2022 ausgewertet. Insgesamt fanden die Wissenschaftler:innen dabei zehn Fälle von Leberschäden, die mit dem Konsum von Kurkuma in Verbindung stehen. Die Schwere der Fälle rangierte zwischen moderat und schwer – fünf Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, eine ist aufgrund akuten Leberversagens verstorben.

Signifikante Forschungsergebnisse – aber kein Grund zur Panik

Chemische Analysen konnten außerdem zeigen, dass drei der Betroffenen Kurkuma vor allem in Kombination mit schwarzem Pfeffer eingenommen hatten. Die Wissenschaftler:innen bezeichnen ihre Untersuchungsergebnisse als signifikant, weisen aber auch darauf hin, dass mehr in diese Richtung geforscht werden muss, da vergleichsweise nur wenig Fälle von Leberschäden in den zehn Jahren aufgetreten sind. Eine Frage wird dabei auch sein, warum Kurkuma sich offenbar auf die Lebergesundheit auswirkt.

Was sagen andere Untersuchungen?

Tatsächlich haben bereits vorherige Untersuchungen eine Verbindung zwischen Kurkuma und Leberschäden angedeutet. Eine Studie zeigte zum Beispiel, dass die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Kurkuma zu einer eingeschränkten Leberfunktion führen kann. Allerdings lassen sich diese Fälle nicht auf das jeweilige Nahrungsergänzungsmittel selbst zurückführen, sondern auf Wechselwirkungen, die durch die gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst wurden. 

Das kann laut den Forschenden der Studie vor allem bei älteren Menschen zum Problem werden, die häufig mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Personen, bei denen bereits abnormale Leberwerte bekannt sind, sollten daher unbedingt Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin halten, ehe sie Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma einnehmen.

verwendete Quellen: newsscientist.com, fda.gov

Brigitte

Mehr zum Thema