Laktosefreier Käse: Mehr Auswahl als du denkst

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet und Käse liebt, hat schlechte Karten? Falsch! Es gibt viele Käse, die von Natur aus keine Laktose enthalten. Hier erfährst du mehr.

Laktosefreier Käse: Einleitung

Milchprodukte erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Von Magerquark bis Molke ist für jeden etwas Passendes dabei. Doch es gibt auch schätzungsweise 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung, die Milch nicht vertragen, da sie an einer Laktoseintoleranz leiden.

Viele denken, sie dürfen dann überhaupt keine Milchprodukte und damit auch keine Käsesorten mehr verzehren. Doch das stimmt überhaupt nicht. Auch kann Verwirrung bezüglich der Angabe "Laktosefrei“ auf der Verpackung entstehen.

Laktosefreier Käse: Das Problem mit dem Milchzucker

  • Milch enthält von Natur aus Milchzucker, die sogenannte Laktose. Diese wird im Körper von dem Enzym Laktase in Galaktose und Glukose umgewandelt, sodass es auch gut verwertbar ist.
  • Wenn jedoch das Enzym nicht gebildet werden kann und daher keine Laktase zur Umwandlung zur Verfügung steht,  gelangt der Milchzucker in den Darm und Bakterien fangen an, diesen zu zerteilen. Dadurch kann es zu Bauchschmerzen, Blähungen und anderen Beschwerden kommen (Laktoseintoleranz).

Laktosefreier Käse: Darauf solltest du achten

Auf Käse brauchst du nicht verzichten, du kannst mit zwei einfachen Erkenntnissen festhalten, ob der Laktosegehalt im Käse für dich relevant ist oder nicht.

  1. Reife: Je länger Milchprodukte (z. B. Käsesorten) reifen, desto weniger Laktose verbleibt als Inhaltsstoff im Produkt. Damit kannst du zum Beispiel Hartkäse verzehren, da dieser über viele Monate gereift ist und keine Laktose mehr enthält. Weichkäse dagegen ist nicht komplett laktosefrei, da er wenige Wochen reift. Du musst selber für dich herausfinden, ob du geringe Mengen verträgst oder auf Produkte setzt, die komplett laktosefrei sind. Idealerweise ist der Käse 12 Monate gereift, damit der Laktosegehalt verschwunden ist. Aber schon Käse mit einer Reife ab 6 Monaten kannst du für dich testen.
  2. Kohlenhydrate: Milchzucker gehört wie jeder Zucker zu den Kohlenhydraten als Makronährstoffe. Du kannst also in Zukunft auf der Verpackung der Produkte nachschauen, ob und wie viele Kohlenhydrate die jeweiligen Käsesorten enthalten. Wenn in der Nährwerttabelle keine Kohlenhydrate angegeben sind (0 Gramm), ist der Käse auch laktosefrei. Ricotta ist nicht laktosefrei, jedoch sehr arm an Laktose, sodass du vielleicht nicht darauf verzichten brauchst.

Laktosefreier Käse: Liste der Käsesorten

  • Bergkäse
  • Brie
  • Butterkäse
  • Camembert
  • Cheddar
  • Edamer
  • Emmentaler
  • Gouda
  • Limburger
  • Parmesan
  • Tilsiter
Obstauslage im Supermarkt

Laktosefreier Käse: 2 weitere Tipps

  • Viele Hersteller machen sich die Vorsicht der Konsumenten in Bezug auf Laktose zu Nutze, indem sie auf ihre Produkte das Label "Laktosefrei“ setzen. Das betrifft dann auch Käsesorten wie Gouda oder Cheddar, die überhaupt keine Laktose enthalten. Ist doch hilfreich? Da bei diesen Produkten meist der Preis auch unverhältnismäßig ansteigt, um mit der laktosefreien Beschaffenheit zu punkten, solltest du wirklich im Blick haben, um welchen Käse es sich handelt.
  • Wenn dir Laktase als spaltendes Enzym fehlt, solltest du auf jeden Fall die Finger von Frischkäse und allen Arten von Joghurt und Quark lassen. Außer die Produkte sind speziell für Menschen mit einer Laktoseintoleranz produziert worden. Frischkäse hat eine sehr kurze Reifezeit und ist daher ein Käse, der viel Laktose enthält.

Wie du dir einfach einen Ernährungsplan erstellen kannst, erfährst du hier. Außerdem zeigen wir dir, dass Mikronährstoffe sehr wichtig für unseren Stoffwechsel sind.

Wenn du dich mit anderen über Laktoseintoleranz, Käse und deine Ernährung austauschen möchtest, schaue mal in unserer BRIGITTE Community vorbei.

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