Lebensmittel: Das sind die Guten!

Die Verbraucherzentrale deckt immer neue Fälle von Lebensmittel-Imitaten auf. Was können wir eigentlich noch essen? Wir stellen Ihnen Produkte vor, bei denen Sie sicher sein können: Hier ist alles echt!

Falsche Garnelen, gestrecktes Pesto und Schoko-Kekse ohne Schokolade: Die Liste mit Schummel-Lebensmitteln, veröffentlicht von der Verbraucherzentrale Hamburg, hat ordentlich Staub aufgewirbelt.

Einige der kritisierten Anbieter haben schon reagiert: Sie wollen die Rezepturen überarbeiten oder zumindest die Packungen eindeutiger beschriften. So wird etwa der "Du Darfst Putensalat" ab Mitte August kein Formfleisch mehr enthalten, Lorenz Bahlsen überprüft Zutaten und Aufmachung seiner beanstandeten Wasabi Erdnüsse, in denen bisher keine Spur des scharfen japanischen Meerrettichs zu finden ist. Doch neben dieser positiven Entwicklung hat die Verbraucherzentrale immer wieder schlechte Nachrichten: Fast täglich wächst die Liste der Lebensmittel-Imitate. Wer auf weitere Schummel-Produkte aufmerksam machen will, kann eine Mail an ernaehrung@vzhh.de schreiben.

Inzwischen neu auf der Liste:

Lebensmittel, die ewig haltbar sind
  • Das Kaffeepulver "Eduscho Gala vollmundig & Edel" von Tchibo, das nur zu 89% Röstkaffee besteht - der Rest ist Karamell und Maltodextrin.
  • Das Saftkonzentrat "Rote Beeren Mix" von Soda-Club, in dem keine Spur roten Beerensafts zu finden ist, stattdessen Zucker, Farbstoff und Aromen.
  • Die Limonade "deit Citro" von Vilsa Brunnen, in der nicht Zitronensaft für Geschmack sorgt, sondern Süßstoff, Säuerungsmittel und Aroma.
  • Das Bio-Erfrischungsgetränk "Citrus-Ananas" von Rewe, das statt Ananas und Zitrone Aroma, Zucker und Zusatzstoffe enthält.
  • Der Guacamole Dip von "El Tequito" (erhältlich bei Lidl) - mit dem Originalrezept für Guacamole hat die Rezeptur nichts zu tun. Statt Avocados und Zitrusfrüchte sind vor allem Wasser, Schmelzkäse und chemische Stoffe drin - daher soll das Produkt laut Lidl künftig nicht mehr unter der Bezeichnung Guacamole angeboten werden.
  • Die Smöre Frischkäse Schoko-Creme von Petri-Feinkost, die Schokoladenimitat aus magerem Kakao, Zucker und pflanzlichem Öl enthält.

Kunden sind verunsichert und fragen sich: Was können wir eigentlich noch essen? Wir stellen Ihnen Produkte vor, bei denen Sie sicher sein können: Hier ist alles echt! Und wenn wir kein gutes Produkt im Handel gefunden haben, nennen wir Ihnen eine Alternative.

Schoko-Kekse

Die Verbraucherzentrale hatte Schoko-Kekse beanstandet, die mit Kakaocreme aus billigem Schokoladenimitat gefüllt waren. Hersteller Delacre will nun die Verpackung überarbeiten, damit die Verbraucher klar erkennen können, was sie kaufen.

Wer echte Schokolade in seinem Keks will, greift lieber zum guten Gegenbeispiel: den Mini-Schoko-Keksen von Allos, ein Bio-Produkt mit Honig und Vollmilchschokolade - erhältlich im Naturkosthandel.

Pesto

Beim Pesto alla Genovese ist es schwierig, ein gutes Produkt im Supermarkt zu finden. Es gibt kein industriell hergestelltes, ungekühltes Pesto alla Genovese, das nur die Originalzutaten Basilikum, Knoblauch, Pinienkerne, Olivenöl, Salz enthält. Die Hersteller verarbeiten vorwiegend Sonnenblumenöl und Cashewkerne statt der teureren Zutaten Olivenöl und Pinienkerne.

Gekühltes Pesto ist in höherer Qualität erhältlich als ungekühltes. Die Hamburger Manufaktur Flaschenweise etwa hat ein traditionell zubereitetes Pesto alla Genovese mit den Originalzutaten im Sortiment.

Fertiges Pesto enthält aber immer eine Mischung aus Olivenöl und anderem Öl, etwa Raps- oder Sonnenblumenöl. Der Grund: Beim Kühlen wird das Olivenöl fest und gelb, dadurch bekommt das Pesto eine unschöne Farbe und Konsistenz. Wer das Original will, muss sich selbst in die Küche stellen. Hier ein ligurisches Pesto-Rezept zum Selbermachen:

Pesto alla Genovese 3 EL Pinienkerne, 200 g Basilikum, 2-3 Knoblauchzehen, 50 g Parmesan-Käse, 50 g Pecorino-Käse (ital. Hartkäse aus Schafmilch), etwa 100 ml gutes Olivenöl, Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und abkühlen lassen. Basilikum abspülen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. Knoblauch abziehen und grob hacken. Beide Käsesorten fein reiben. Alle Zutaten, bis auf das Öl in einen Blitzhacker geben und grob zerkleinern. So viel Öl dazugeben und untermixen, dass eine geschmeidige, leicht stückige Paste entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Vanille-Eis

Synthetisches Vanillin und billiges Kokosfett? Nicht so beim Rachelli Vanille-Eis mit echter Bourbon-Vanille. Das Eis in Demeter-Qualität gibt es im Naturkosthandel und in Bio-Supermärkten.

Auch das in Verruf geratene Mucci Vanilleeis enthält laut Aldi inzwischen kein synthetisches Vanillin mehr. Die Kritik der Stiftung Warentest habe sich nur auf das Eis eines Lieferanten bezogen, und dessen Ware sei sofort aus dem Sortiment entfernt worden.

Garnelen

Surimi-Garnelen sind keine echten Garnelen, sondern Krebsfleischimitat aus Fischmuskeleiweiß, das in Garnelenform gepresst wird und Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe und Hühnereiweiß enthält. Lieber das Original kaufen: zum Beispiel die TK-Riesengarnelen von Deutsche See, die nichts als Garnelen, Wasser und Salz enthalten, oder "Garnelen classic" von Costa.

Meeresfrüchte-Cocktail

Die im Handel angebotenen Meeresfrüchte-Cocktails überzeugen alle nicht - auch wenn nicht alle Surimi-Garnelenimitate enthalten. Unser Tipp: Meeresfrüchte-Salat selber machen! Und zwar mit den tiefgefrorenen Natur-Frutti di Mare "iglo del Mar", einem Mix aus Garnelen ohne Schale (aus Aquakultur), Tintenfischringen und Venusmuschelfleisch.

Meeresfrüchte-Salat (2-3 Portionen) 1 Paket Frutti di Mare mit Garnelen (300 g) unter kaltem Wasser abspülen und in einem Sieb bei Zimmertemperatur 1 Stunde auftauen. Inzwischen 150 g Fenchelknolle in feine Streifen schneiden und in siedendem Salzwasser mit 1/4 TL Fenchelsaat 2-3 Minuten blanchieren. Abspülen und abtropfen lassen. 1/2 Bund glatte Petersilie fein hacken. Für die Vinaigrette 1 Zitrone auspressen und mit 3-4 EL Olivenöl, 1 zerdrückter Knoblauchzehe, Meersalz, frisch gemahlenem Pfeffer und eventuell 2 EL Fenchelkochwasser verrühren. Fenchel, Petersilie, Meeresfrüchte und Vinaigrette mischen und anrichten.

Schnittkäse

Schmelzkäse, der als Schnittkäse daherkommt - nicht mit uns! Wir empfehlen stattdessen Käse von der Käsetheke - oder Andechser Bio Schnittkäse. Die Klassiker "Mondscheinkäse" und "BioBergblumenkäse" sind im Naturkosthandel oder im Lebensmittel-Einzelhandel gut zu bekommen.

Schafskäse

Der Schafskäse "Salakis natur" aus hundert Prozent Schafmilch ist die qualitativ hochwertige Alternative zu billigem Analogkäse, der Kuh- statt Schafmilch und billiges Pflanzenfett statt Milchfett enthält und bei Imbissen oft als echter Schafskäse verkauft wird. Salakis bekommt man im Lebensmittelhandel - auch in Großpackungen.

Wasabi-Nüsse

Bei Lorenz Bahlsen, deren Wasabi-Erdnüsse die Verbraucherzentrale kritisiert hatte, prüft man nun die Rezeptur der Gewürzmischung und die Aufmachung des Produkts.

Und wie sieht es sonst aus auf dem Markt? Wasabi-Erdnüsse pur gibt es nicht - alle Produkte enthalten Geschmacksverstärker, Schwefel, Säuerungsmittel und andere Zusatzstoffe. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Wasabihülle gaukelt dem Verbraucher vor, er bekomme große, gleichmäßige Kerne. Dabei verstecken sich unter der scharfen Knusperkruste in Wahrheit oft genug kleine, verschrumpelte Nüsse, die die Produzenten billig einkaufen.

Wer's scharf und nussig mag, sollte lieber ausweichen auf scharfe Nüsse aus der eigenen Pfanne. Einfach geschälte Erdnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten und nach Geschmack mit Meersalz, Paprika, Cayennepfeffer oder Barbecuegewürz würzen! Gute frische Erdnüsse gibt's im Reformhaus, etwa die von neuform: Anders als konventionell hergestellte sind sie nicht in der Schale gebleicht.

Aufback-Brötchen

Vollkornbrötchen mit echtem Vollkorn gibt es frisch vom Bio-Bäcker und im Naturkosthandel - oder Sie fragen den Bäcker Ihres Vertrauens nach Vollkornprodukten. Gute Aufbackbrötchen sind etwa die "Bio-Vollkorn-Krustis" von moin Bio - gibt's unter anderem bei Alnatura. Hier ist nichts gefärbt und geschummelt - die dunkle Farbe kommt vom Vollkornmehl. Aldi hat inzwischen der Verbraucherzentrale versichert, dass die monierten "Finnkorn"-Toastbrötchen nicht mehr im Sortiment geführt werden.

TK-Fleischschnitten

TK-Hähnchenschnitten sind in Verruf geraten: Unter der Panade verstecken Hersteller allzu gern minderwertes Formfleisch aus Hähnchen- und Putenstücken. Immerhin: Vossko-Tiefkühlkost will eventuell den Namen seiner "Hähnchenschnitten" ändern, damit man sie nicht mit echtem Schnitzel verwechselt.

Aber nicht nur deswegen sollten die Fleischschnitten nicht Ihre erste Wahl sein: Die dicke Panade bringt auch bei vielen Produkten mehr Gewicht auf die Waage als das Fleisch. Dann lieber unpaniertes Fleisch aus der Tiefkühltheke kaufen! Schnell fertig und aus 98 Prozent Rindfleisch sind die TK-"Block Burger" von Block House - Fast Food und gesunde Ernährung schließen sich hier nicht aus.

Kochschinken

Was als Koch-schinken über Pizza oder Salat gestreut wird, kann auch Gel-Schinken sein: schnittfestes Stärke-Gel mit kleinen eingebetteten Fleischstückchen. Ersparnis gegenüber echtem Schinken: bis zu 40 Prozent!

Wer auf Nummer Sicher gehen will, kauft seinen Schinken im Fleischerfachgeschäft, an der Bedientheke im Supermarkt oder im Kaufhaus. Nach handwerklich hergestelltem Kochschinken im Stück fragen! Aber auch im Discounter gibt es gute Ware: Der "Metzgerfrisch Traditionsschinken" von Lidl etwa ist ein traditionell hergestellter Kochschinken.

Text: Anna-Ort-Gottwald, Angelika Unger Fotos: Thomas Neckermann (1), iStockphoto (1), Hersteller

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