Montezumas Rache: Urlaub ohne Infektion

Urlaubsfreude kann schnell in Fieber und Frust umschlagen. Wenn man sich durch Lebensmittel eine Infektion zuzieht. So schützen Sie sich.

Hier macht der Urlaub keinen Spaß

Eine der häufigsten Reiseerkrankungen ist Durchfall. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung hat eine wirklich einfache Formel, um Erkrankungen im Urlaub zu vermeiden: "Koch es, schäl es oder vergiss es!" Diese Faustregel kann helfen, Infektionskrankheiten zu verhindern oder auch, sich mit Salmonellen oder anderen Krankheitserregern zu infizieren. Der Grund dafür, dass gerade Magen- und Darminfektionen in Urlaubsländern so verbreitet sind, liegt darin, dass sich die Erreger in subtropischem und warmem Klima besser vermehren können.

Wie Sie sich gegen Darmkrankheiten und andere Infektionen schützen können, und was Sie beim Essen und Trinken im Urlaub beachten sollten.

Wohin geht die Reise?

Fragen Sie im Urlaubsort, ob Fälle von Ciguatera bekannt sind

Karibik und Pazifik: Betroffene Länder und Urlaubsgebiete: Barbados, Kuba, Costa Rica, Philippinen, Indonesien Hier birgt Fisch ein hohes Infektionspotenzial, nicht nur Durchfall droht, sondern auch Ciguatera, eine der häufigsten Fischvergiftungen weltweit. Isst man einen mit Ciguagift infizierten Fisch kann es innerhalb kurzer Zeit zu Durchfällen, Schüttelfrost, Schwitzen, Brennen und Taubheitsgefühl kommen. Später können Schwindel, Muskelkrämpfe und Empfindungsstörungen dazu kommen, die mitunter noch drei bis fünf Monate nach der Infektion auftreten.

Vorsorge: Fragen Sie vor Ort, ob Ciguatera-Fälle bekannt sind und meiden Sie vor allem Rifffische wie Baracudas, Schnapper und Makrelen. An den Küsten von Karibik, Pazifik und indischem Ozean ist laut Auswärtigem Amt Vorsicht geboten.

Nicht nur durch Zeckenbisse kann FSME übertragen werden

Baltikum: Betroffene Länder: Litauen, Lettland, Estland.

Achtung Zecken! Ihre Bisse können FSME übertragen. Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge wurden die Erreger aber auch in Rohmilch-Produkten in den baltischen Ländern entdeckt. Wie kommt’s? Vor allem Weidetiere wie Schafe oder Ziegen infizieren sich ebenfalls über Zeckenbisse mit dem Virus und geben es mit dem Melken über die Milch ab.

Vorsorge: Keine Rohmilch trinken und keine Käse aus Rohmilch verzehren. Wird Milch nicht abgekocht oder pasteurisiert, kann sie zu Infektionen mit dem FSME-Virus bei Menschen führen. Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich nicht durch den vom Zeckenbiss hervorgerufenen. Zunächst treten Grippesymptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Nach etwa einer Woche tritt eine Besserung ein. In 70% der Fälle folgt dann eine schwerere Phase mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute. Bewusstseins- sowie Koordinationsstörungen können auftreten.

In einigen Ländern sollten Sie ihr Fleisch doch lieber durchgegart essen

Asiatischer Raum, Mittel- und Südamerika Betroffene Länder: Mexiko, Ecuador, Kolumbien, Afrikanische Länder, China, Indien, Thailand

In Europa stellen der Schweinebandwurm und der Rinderbandwurm kaum noch eine Gefahr dar. Anders sieht es in Mittel- und Südamerika, Afrika, Indien, China und Südostasien aus. Die Bandwürmer können bis zu zehn Meter lang werden. Erste Symptome sind Bauchschmerzen und Gewichtsverlust trotz erhöhtem Appetit.

Vorsorge: Essen Sie kein rohes oder halbgares Fleisch. Auch rohes, ungewaschenes Obst und Gemüse können eine Gefahrenquelle sein. Hier gilt wieder die Faustregel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Entweder abkochen, kurz mit kochendem Wasser abspülen oder gleich schälen.

Sechs Tipps, wie Sie sich vor Infektionen am besten schützen

Wasser: Wasser nur aus ungeöffneten Flaschen trinken. Im Restaurant die Flasche am Tisch öffnen lassen. Auch zum Zähneputzen ist es in einigen Ländern besser, sich mit Trinkwasser aus der Flasche die Zähne zu putzen, oder das Wasser wahlweise zu filtern oder auch mindestens vier Minuten abzukochen.

Salat: Blattsalate meiden. In den Ritzen der Blätter sammelt sich oft Wasser. Da die Salate kaum mit Trinkwasser aus der Flasche sondern mit Leitungswasser gewaschen werden, besteht hier ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Eiswürfel: Auf Eiswürfel am besten verzichten – gerade auch bei Cocktails darauf achten. In den seltensten Fällen werden die Eiswürfel aus sauberem Trinkwasser hergestellt und bieten so eine große Sammelstelle für Keime und Bakterien.

Mayonnaise, Eier und Eis: Salmonellen-Gefahr lauert bei lauwarmen Speisen und Essen, dass bereits mehrere Male erhitzt wurde. Besonders Mayonnaise, Eier und auch Hühnchen sowie Speiseeis bergen ein erhöhtes Infektionspotenzial.

Straßenstände und Märkte: Vor allem für asiatische Länder gilt die Empfehlung des Tropeninstituts, keine Lebensmittel in billigen Straßenrestaurants oder auf Märkten zu kaufen. Auch lauwarme Speisen sollten gemieden werden. Besser nur gut Gekochtes essen.

Hände waschen: Die meisten Infektionen können im Urlaub und auf Reisen verhindert werden wenn man sich regelmäßig, und zwar nicht nur vor dem Essen und nachdem man auf Toilette war, die Hände wäscht.

Nützliche Links für die sichere Urlaubsplanung

Auswärtiges Amt

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Robert-Koch-Institut

Centrum für Reisemedizin

Text: Catharina Swantje Muuß Fotos: iStockphoto

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