Öko-Tipps: Essen mit gutem Gewissen

Öko-Essen ist langweilig? Von wegen! Mit kleinen Tricks tut ihr mit eurer Ernährung nicht nur was für die Umwelt, ihr bereichert gleichzeitig auch euren Speiseplan.

Öko-Grundwissen: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Biologisch: Biologisch erzeugte Lebensmittel bieten gleich eine ganze Reihe an Vorteilen. Sie kommen ohne chemische Düngemittel und Pestizide aus. Und das wiederum sorgt für sauberes Grundwasser. Tiere vom Bio-Bauernhof werden artgerecht gehalten und Bio-Landbau ist klimaschonender als der konventioneller: Er verursacht nur drei Viertel bis halb so viel klimaschädliche Treibhausgase.
  • Regional: Lebensmittel aus eurer Region haben in der Regel einen kürzeren Transportweg hinter sich. Das macht in der Klimabilanz eine Menge aus: Lebensmittel, die mit dem Flugzeug transportiert werden, schneiden am schlechtesten ab. Diese Flüge belasten das Klima etwa 80 Mal stärker als ein Transport per Schiff und bis zu 300 Mal mehr als bei einem regionalen Verkauf.
  • Saisonal: Obst und Gemüse der Saison kann draußen wachsen und muss nicht im Gewächshaus gezüchtet werden. Das ist für das Klima optimal, denn im beheizten Unterglasanbau wird bis zu 60 Mal mehr Energie als im Freilandbau verbraucht. Außerdem haben die Lebensmittel aus dem Gewächshaus oftmals einen längeren Transport-Weg hinter sich. Somit belasten sie das Klima doppelt. Im Saisonkalender könnt ihr nachsehen, wann welches Obst und Gemüse gerade frisch auf dem Markt ist.
  • Ist Bio gesünder? Diese logische Schlussfolgerung liegt nahe, ist aber nicht wissenschaftlich bewiesen. Ob ein Lebensmittel gesund ist oder nicht, hängt beispielsweise auch von der Sorte ab. Ein Braeburn-Apfel enthält immer mehr Vitamin C als ein Golden Delicious, egal ob er vom Bio-Baum gepflückt wurde oder nicht. Zudem glauben viele Menschen, dass sie sich mit "Bio" automatisch gut ernähren. Doch wer den ganzen Tag Bio-Schokolade isst und abends zum Bio-Fleisch ganz viel Bio-Wein trinkt, hat sich definitiv schlechter ernährt als jemand, der mit konventioneller Ware ausgewogen isst. Richtig ist aber, dass Obst und Gemüse aus biologischem Anbau deutlich weniger Rückstände an chemischen Pflanzenmitteln enthalten. Das bedeutet nicht, dass ihr von den Rückständen aus dem konventionellen Anbau krank werden. Aber es bleibt ein besseres Gefühl und das ist ja auch schon gesund.
  • Schmeckt Bio besser? Dafür gibt es ebenfalls keinen wissenschaftlichen Beweis. Bio-Obst und -Gemüse enthält jedoch häufig weniger Wasser und ist deshalb fester. Das bedeutet, dass die Geschmacksstoffe konzentrierter sind, als bei konventioneller Ware. Doch Geschmack ist immer individuell und hängt nicht unbedingt an der besseren Qualität. Einigen schmeckt anscheinend auch das gute Gewissen besser. Wissenschaftler untersuchten bei Probanden, ob ihnen Bio- oder konventionelle Kost besser schmecke. Das erstaunliche Ergebnis: Sobald die Menschen dachten, sie probierten Bio-Lebensmittel, verbesserte sich ihre Bewertung. Auch wenn das Produkt gar nicht Bio war.

Jetzt geht's ins Detail: Das solltet ihr sonst noch wissen

Butter und Käse

Butter und Käse sind fies zum Klima. Das ist erstaunlich, aber leider wahr. Um beispielsweise ein Kilo Käse herzustellen, braucht man bis zu 10 Liter Milch. Kühe sind Wiederkäuer, die unablässig Methangas von sich geben. Dieses Gas schädigt die Atmosphäre 23 Mal stärker als Kohlendioxid. Damit schneidet Käse noch schlechter ab als Schweinefleisch. Je fetthaltiger das Milchprodukt ist, desto schlechter fällt die Bilanz aus, weil mehr Milch benötigt wird. Okay, aber die wenigsten möchten gern ganz auf Milchprodukte verzichten. Unser Tipp: Tut der Umwelt zwischendurch einen Gefallen und greift statt zu festen Käsesorten und Butter auch mal zu Quark und Frischkäse.

Fakten über Wasser die ihr bestimmt noch nicht gewusst habt

Eier

Hühner aus ökologischer Haltung haben Auslauf ins Freie, ständig Frischluft und viel Tageslicht. Zudem bekommen die Hühner ökologisch erzeugtes Futter. Wie Hühner gehalten werden, ist als Code auf jedem Ei gedruckt. O steht für Ökologische Erzeugung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung.

Fisch

Fisch ist gesund - am besten esst ihr zweimal pro Woche Meerestiere. Und das können ihr auch mit gutem Gewissen. Achtet nur darauf, welche Fischarten ihr auswählt, denn einige sind durch Überfischung vom Aussterben bedroht. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, kauft nur Fisch mit dem blauen Siegel des "Marine Stewardship Council". Karpfen, Seelachs, Hering und Makrele könnt ihr beispielsweise bedenkenlos essen. Wenn ihr einen Überblick über alle „erlaubten“ Fischsorten bekommen wollen, klickt bei Greenpeace oder dem WWF rein.

Fleisch

"Ökologisch" bedeutet nicht automatisch "vegetarisch". Aber trotzdem gilt bei Fleisch: Weniger ist mehr. Wenn ihr nur ein bis zwei Mal pro Woche Fleisch in guter Qualität esst, habt ihr dem Klima bereits sehr geholfen. Viehzucht verursacht rund ein Fünftel der klimaschädlichen Treibhausgase weltweit. Schuld daran ist vor allem die große Menge Dünger, die bei der Viehzucht anfällt. Die Bilanz fällt dabei für Rindfleisch am dramatischsten aus, für Geflügelfleisch vergleichsweise am besten. Bio-Fleisch schneidet zwar etwas besser ab als konventionelles, ist aber immer noch weit entfernt von der Bezeichnung "klimafreundlich". Allerdings könnt ihr hier sicher sein, dass die Tiere artgerecht gehalten wurden.

Frittierfett

Wenn ihr gebrauchtes Frittierfett entsorgen wollt, bitte dran denken: Frittieröle und Frittierfette, die durch die Küchenspüle oder die Sanitäranlagen in die Kanalisation geraten, belasten den Wasserkreislauf. Nach chemischen Reaktionen können sie die Rohre beschädigen, so dass verschmutztes Wasser austreten und ins Grundwasser gelangen kann. Außerdem erhöhen sie den Sauerstoffbedarf in kommunalen Kläranlagen, der dann zugeführt werden muss. Tipp: Lasst altes Frittierfett abkühlen und fest werden. Packt es dann in Zeitungspapier oder Pappe und entsorgt es im Hausmüll.

Gemüse

Der große Gewinner beim ökologischem Essen ist Gemüse. Vor allem unter dem Aspekt Klimaschutz. Um ein Kilo Rindfleisch herzustellen, wird 43 Mal so viel Treibhausgas freigesetzt wie bei der Erzeugung von einem Kilo Gemüse.

Obst

Obst ist lecker und aus der eigenen Region eine optimale Wahl. Aber was macht man im Winter? Es gibt zwar deutsche Äpfel aus dem Lager, aber je länger diese in klimatisierten Räumen liegen, desto mehr Energie haben sie verbraucht. Bis Ende Januar sind deutsche Äpfel klimafreundlicher als solche aus Übersee. Danach können Übersee-Äpfel durchaus auf eine bessere Klimabilanz kommen - zumindest, wenn sie per Schiff transportiert wurden und nicht per Flugzeug. Fragt am besten nach, wie die Äpfel transportiert wurden. Die Verkäuferin im Supermarkt wird das nicht unbedingt wissen, im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt kann man euch die Frage aber sicher beantworten.

Wasser

Beim Wasser bekommt das Wort "regional" eine völlig neue Dimension. Denn die ökologischste Variante bekommt ihr direkt aus eurem Wasserhahn. So spart man die Energie für die Abfüllung und den Transport, der bei Wasser in Flaschen anfällt. Leitungswasser könnt ihr bedenkenlos trinken - in Deutschland muss es der Trinkwasserverordnung entsprechen. Geht nur bei Säuglingen auf Nummer sicher und verwendet abgepacktes oder abgekochtes Wasser. Eine kleine Einschränkung gibt es bei Leitungswasser noch: wenn in eurem Haus alte Blei- oder Kupferrohe installiert sind, können diese die Wasserqualität beeinträchtigen. Fragt einfach euren Vermieter danach. Der ist dazu verpflichtet, alte Rohre auszutauschen.

Gemüse-Abo

Wenn ihr keine Zeit habt, frisches Obst und Gemüse selbst im Bio-Laden zu kaufen, lasst es euch einfach nach Hause bringen. Bundesweit liefern Bio-Bauern Gemüsekisten direkt nach Hause – in der Regel einmal wöchentlich. Was in die Kiste kommt, bestimmt ihr. Gemüse, Obst, Brot und Milchprodukte stehen zur Auswahl. Wer offen für Neues ist, bestellt einfach Gemüse der Saison und lässt sich überraschen. Adressen findet ihr unter www.naturkost.de oder www.naturkostaktiv.de .

Mitkochzentrale

Ihr kocht immer allein? Warum eigentlich? Wenn ihr mögt, nutzt den Service der Demeter-Mitkochzentrale http://www.mitkochzentrale.net und entdeckt mit anderen Hobbyköchen, wie genussvoll biologisches Essen sein kann. Die Mitkochzentrale vermittelt euch Gleichgesinnten aus eurer Gegend.

Günstig: Bio aus dem Discounter

Seid ihr manchmal misstrauisch, wenn ihr Bio-Lebensmittel beim Discounter kauft? Alles so billig, vielleicht wird da ein wenig geschummelt... Keine Sorge, beruhigt "Ökotest" die Verbraucher. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurde u.a. Butter, Käse, Kaffee und Tiefkühlgemüse mit Bio-Siegel geprüft. Die Lebensmittel der Discounter schnitten dabei nicht schlechter (und nicht besser) ab als Markenprodukte.

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