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Diesen Fehler machen wir alle Obst und Gemüse richtig waschen

Obst und Gemüse: Obst und Gemüse unter Wasser
© Morakod1977 / Shutterstock
Es ist kein Geheimnis, dass unser liebstes Obst und Gemüse mit Pestiziden behandelt ist. Denn leider befinden wir uns nicht mehr im Garten Eden und können den Apfel nicht direkt vom Baum essen. Rohe Lebensmittel vor dem Verzehr zu waschen ist deshalb unverzichtbar! Mit diesen Tipps macht ihr es richtig. 

Man glaubt es kaum, weil man es weder sieht, noch schmeckt. Aber ein Apfel im Supermarkt wurde ca. 30 Mal mit Pestiziden besprüht! Allein in Europa darf man zum Spritzen von Obst und Gemüse rund 290 verschiedene Wirkstoffe verwenden – darunter auch umstrittene Mittel wie Glyphosat, welches zur Unkrautbekämpfung noch bis 2023 in Deutschland zugelassen ist. Deswegen ist dieser Appell gerechtfertigt: Wascht eure Lebensmittel! Viel zu häufig machen wir nämlich diesen fatalen Fehler: Wir wischen unser Obst kurz vor dem Verzehr nur schnell am Pulli oder mit einem Küchentuch ab. Doch das besänftigt mehr das schlechte Gewissen, als dass es wirklich Schädliches bekämpft. So macht ihr es besser!

Obst und Gemüse richtig waschen

Grundsätzlich solltet ihr all eure rohen Lebensmittel unter fließendem Wasser waschen. Wichtig ist aber die Wassertemperatur: Kaltes wäscht nicht so effektiv wie warmes Wasser, aber heiß darf es auch nicht sein. Jetzt kommt ein Tipp, für alle, die es gerne noch gründlicher mögen: Eine Mischung aus lauwarmen Wasser, Backnatron und etwas Essig reinigt besonders intensiv. Im Spülbecken oder in einer Schüssel badet ihr eurer Obst und Gemüse für 15 Minuten in dieser Natronlauge. Denn das sorgt nochmals verstärkt dafür, dass Pestizid-Rückstände, wie die von Thiabendazol oder Phosmet, entfernt werden. Anschließend nochmals unter fließendem Wasser abwaschen und abtrocknen. 

@juicingtutorials Fruits and vegetables washing hack! #cleaninghacks #cleaningtiktok #cleaningtips #tipsandtricks #clean #washingfruit #juicingtutorials #foodtiktok ♬ good 4 u - Olivia Rodrigo

Alternativ könnt ihr auch ein spezielles Gemüse-Shampoo verwenden. Besonders bei Menschen, die nach muslimischen Speisevorschriften, also halal essen, ist eine intensive Reinigung mit einem solchen Mittel verbreitet. Denn so kann man sich ganz sicher sein, dass auch keine Rückstände auf den Lebensmitteln zu finden sind, die den eigenen Grundsätzen widersprechen. Diese Gemüse-Waschgels beinhalten milde und unschädliche Tenside, also waschaktive Stoffe, die ihr trotzdem nochmal mit fließendem Wasser abwaschen müsst. Auf Spülmittel, Seife oder andere Reinigungsmittel solltet ihr verzichten. 

@reeselaa I swear that I’m not spraying my produce with Clorox! Lol. #cleantok #cleaningtiktok #cleanyourfruit #veggiewash ♬ Cute - Prod by Rose & Artsounds Chill

Natürlich ist es immer besser, Lebensmittel in Bio-Qualität zu kaufen. In Bio-Produkten werden kaum Pestizide nachgewiesen, aber dennoch kann auch dort die Belastung mit Schadstoffen nicht völlig ausgeschlossen werden. Leider können wir uns das nicht alle leisten und nicht jeder hat einen Obst- und Gemüse-Garten Zuhause. Bei manchen Arten lohnt es sich mehr als bei anderen, auf Bio-Qualität zu achten. Die "Dirty Dozen" beschreiben Obst- und Gemüse-Sorten, bei denen verstärkt zu Pestiziden gegriffen wird. Hier lohnt sich, etwas mehr Geld zu investieren. Die "Clean Fifteen" hingegen enthalten weniger Spritzmittel – hier könnt ihr euch das Geld eher sparen. Trotzdem sollte man auf das Waschen nicht verzichten: Nehmt euch also am besten direkt nach dem Einkaufen die Zeit und verpasst eurem Obst und Gemüse ein schönes Vollbad. 

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Pestizide halten sich hartnäckig 

Egal, wie sehr ihr auch schrubbt: Mit dem Waschen lassen sich nie alle Pestizid-Rückstände entfernen. Laut einer Untersuchung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen bleiben rund die Hälfte der Pestizid-Rückstände trotzdem an Obst und Gemüse haften. Zwar sind die gefundenen Mengen laut Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gesundheitlich unbedenklich – gut für den Körper sind sie jedoch auf keinen Fall. Wenn Spritzmittel stundenlang einwirken, dringen sie sogar in die Schale ein! Egal wie gründlich ihr also reinigt – ein Teil der ungewollten Rückstände bleibt euch wohl oder übel erhalten. 

Obst und Gemüse also doch schälen?

Kurz gesagt: Nein. Denn wie viele bestimmt schon wissen, verbergen sich die meisten Vitamine direkt unter der Schale. Beim Apfel sind das sogar 70 Prozent! Insofern ihr also keinen Apfelstrudel macht, bei dem der Gesundheits-Aspekt sowieso in Butter und Zucker ertränkt wird, solltet ihr die Schale besser dran lassen. Aber: Auch Obst und Gemüse, das wir schälen, wie Orangen, Melonen oder Ananas, solltet ihr unbedingt vor der Zubereitung waschen. Denn wenn ihr die Schale und dann anschließend das Fruchtfleisch berührt, habt ihr die Pestizide wieder an der Backe. Unser Tipp bleibt der Gleiche: Wasser marsch!

Man kann übrigens viel mehr Schalen essen, als uns vielleicht lieb ist: Wusstet ihr, dass man die Schalen von Ananas, Wassermelone, Papayas, Kiwis, Bananen oder auch Kakis ganz unbedenklich - nach dem Waschen - verzehren kann? Ob es schmeckt ist natürlich die andere Frage...

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Grundsätzlich gilt: Lieber ein Mal zu viel waschen, als ein Mal zu wenig! 

mwe

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