4 Superfoods, die schlecht für die Umwelt sind

Superfoods sind gesund und werden derzeit überall gehypt. Doch eigentlich geht der Boom um Früchte und Samen zulasten der Umwelt.

Kehrseite von Tofu, Sojamilch und Co.

Wer fleischlos leben möchte, wendet sich oft an das Ersatzprodukt Soja. Daran ist ja eigentlich nichts auszusetzen. Doch Soja ist leider nicht die umweltfreundliche Alternative zum Fleischkonsum, die wir uns wünschen würden. Denn: Die globale Anbaufläche der Bohne beträgt laut WWF inzwischen 110 Millionen Hektar, für die wertvolle Regenwälder und seltene Savannen in Südamerika vernichtet werden. Die großflächigen Rodungen verursachen 15 Prozent aller Treibhausgase!

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Übrigens wird nur ein geringer Anteil der Soja-Ernte überhaupt zu Lebensmitteln weiterverarbeitet, ein Großteil dient der Tierfütterung – und damit der Fleischerzeugung.

Folgen des Avocado-Hypes

Die Avocado ist beliebter denn je, im Anbauland Nummer eins – Mexiko – führt der Boom jedoch zur illegalen Abholzung der Regenwälder. Doch nicht nur die Rodung birgt Probleme, sondern auch der Einsatz von Pestiziden und die damit verbundene Verschmutzung des dortigen Trinkwassers. Avocado-Monokulturen benötigen zudem etwa doppelt so viel Wasser wie die in Mexiko üblichen Nadelwälder – konkret gesagt: etwa ein Kilo der begehrten Frucht benötigt rund 1000 Liter Wasser. Zum Vergleich: Ein Kilo Tomaten braucht nur 130 Liter Wasser.

Kokosöl – eine Alternative zu Palmöl?

Kokosöl wird als das "Wundermittel" unter den Ölen bezeichnet. Es gilt als enorm gesund und soll dank seiner Inhaltsstoffe sogar schlank machen. Das klingt ja wunderbar, ökologisch betrachtet ist Kokosöl aber nicht viel besser als Palmöl. Der Grund: Kokosnüsse kommen nicht aus Europa, sondern stammen aus den Tropen. Durch die 30-fach gestiegene Nachfrage in den letzten vier Jahren wird mehr Fläche benötigt, was wiederum die Abholzung des Regenwaldes zur Folge hat. Darüber hinaus verursacht der Transport des Öls enorme CO2-Emissionen.

Quinoa, das Wunderkorn der Inkas

Quinoa hat viele gesundheitliche Vorteile – und kann wahrlich als Superfood bezeichnet werden. In seinen Ursprungsländern (Bolivien und Peru) wird das Powerkorn jedoch fast ausschließlich für den Export produziert, auf den heimischen Märkten ist der Preis um 87 Prozent gestiegen. Die großen Plantagen der Unternehmen verdrängen zudem den traditionellen Terrassenbau vieler Kleinbauern, die dem Konkurrenzkampf nicht standhalten können, schreibt der WWF. Grund genug, um seinen Quinoa-Konsum noch einmal zu überdenken ...

jg
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