Bundesamt warnt: Kartoffelschalen und unperfekte Knollen meiden!

Dass wir sie nicht roh essen sollen, wussten wir. Doch nun wird von offizieller Stelle vor  unperfekten Kartoffeln und Kartoffelschalen gewarnt.

Gerade wir Deutschen lieben sie: die Kartoffel. Sie ist lecker, vielseitig verwendbar und gesund. Zumindest, solange wir uns an ein paar Vorsichtsmaßnahmen halten.

Anlässlich eines Vergiftungsfalles durch ein Kartoffelgericht hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) an den richtigen Umgang mit Kartoffeln erinnert. Denn ein natürlicher Inhaltsstoff der Knolle kann zu Vergiftungen und - wenn auch sehr selten - sogar zum Tod führen.

Schuld sind die Glykoalkaloide, die in Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln enthalten sind. Diese Bitterstoffe reichern sich vor allem in grünen, keimenden und beschädigten Kartoffeln sowie in den Schalen an.

„Aus den letzten 100 Jahren sind nur wenige Vergiftungsfälle durch Kartoffelgerichte bekannt und dokumentiert“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, sollten dennoch grüne und stark keimende Kartoffelknollen nicht verzehrt werden.“

Kinder sollen gar keine ungeschälten Kartoffeln essen

Um die Aufnahme an Glykoalkaloiden gering zu halten, rät das BfR:

  1. Kartoffeln kühl, dunkel und trocken lagern
  2. Alte, eingetrocknete, grüne und stark keimende Kartoffeln aussortieren
  3. Snacks aus Kartoffelschalen meiden
  4. Grüne Stellen und „Augen“ in Kartoffeln großzügig entfernen
  5. Wer die Schale mitessen will, sollte nur unverletzte und frische Kartoffeln verwenden
  6. Kleine Kinder sollten gar keine ungeschälten Kartoffeln essen
  7. Kartoffelgerichte nicht verzehren, wenn sie bitter schmecken
  8. Das Kochwasser nicht wiederverwenden
  9. Das Frittierfett für Kartoffelprodukte regelmäßig austauschen

Was sind die Symptome einer Vergiftung?

Leichte Vergiftungen durch Glykoalkaloide verursachen Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und mitunter auch Fieber.

Bei schweren Vergiftungsfällen kann es zusätzlich zu Bewusstseinsstörungen, Störungen der Hirnfunktion, der Atmung oder des Kreislaufes kommen.

Aus den letzten 100 Jahren seien nur wenige Vergiftungsfälle bekannt, so das Bundesamt. Aufgrund der unspezifischen Symptome könne es allerdings eine relativ hohe Dunkelziffer geben.

Und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beruhigt: Wer die oben genannten Empfehlungen für die Kartoffelzubereitung einhält, kann eine Vergiftung durch Solanin ausschließen.

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