Warum Süßes glücklich macht

Süßes macht gute Laune, lindert Schmerzen, steigert die Konzentration, lässt uns besser schlafen. Warum eigentlich? Was im Körper passiert, wenn wir naschen.

Einen Moment noch. Schnell ein Stück Schokolade naschen, dann kann's losgehen. Fühlt sich weich im Mund an, schmeichelt dem Gaumen, schmilzt auf der Zunge und löst eine kleine Geschmacksexplosion im Mund aus: süß, zart-bitter, ein Hauch von Haselnuss und Orange.

Doch, Süßes kann glücklich machen, das gilt nicht nur für Schokolade und ist längst auch wissenschaftlich erwiesen. Zucker steigert die Konzentrationsfähigkeit, wenn auch nicht sehr langfristig. Er nimmt ein Stück Stress aus dem Alltag, wirkt leicht antidepressiv und lindert Schmerzen.

Körperliche Anstrengung wird nach dem Genuss von Süßem als weniger unangenehm empfunden. Und sogar besser schlafen können wir - weshalb die Erfindung des Betthupferls keine ganz schlechte gewesen sein kann. Ungünstig ist nur, wenn dabei aus einem Stück Schokolade eine ganze Tafel wird. Die nämlich hat über 500 Kalorien und macht eher dick als glücklich.

Grundsätzlich aber stimuliert die Mischung aus Zucker und Fett auf vielfältige Weise unser Wohlbefinden. Schon wenige Minuten nachdem wir eine Schokomousse gelöffelt oder ein Törtchen gegessen haben, kommt der Zucker im Blut an. Dadurch wird die Insulinproduktion angekurbelt. Und das wiederum sorgt dafür, dass im Gehirn Serotonin entsteht. Dieser Botenstoff, ein so genannter Neurotransmitter, vermittelt uns Zufriedenheit, Entspannung, Glücksgefühle.

Das Ganze ist natürlich genau genommen viel komplizierter, denn Serotonin wird nicht aus Zucker oder Insulin gebildet, sondern aus einem Eiweißbaustein, der Aminosäure Tryptophan. Diese steckt zum Beispiel in Milch oder Eiern und gelangt, vereinfacht gesagt, besser ins Gehirn, wenn Kohlenhydrate im Körper anwesend sind.

Interessant ist, dass Zucker den Stresspegel sinken lässt, Süßstoff aber kaum. Und: Damit das glücklich machende Serotonin auch schön im Körper bleibt, brauchen wir Licht. Das erklärt, warum wir im Winter mehr naschen. Endlich ein Grund, sich auf die kommenden Monate zu freuen! Ein besseres Daueralibi für unsere Lust auf Süßes kann's doch gar nicht geben.

Text: Julia Berg
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