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Wie gefährlich ist Aluminium? Alle Fakten

Wie gefährlich ist Aluminium? Frau hält Roll-Deo in der Hand
© Alliance / Shutterstock
Ob Aluminiumsalze
 in Deos der Gesundheit schaden, wird seit Längerem diskutiert. Doch wie gefährlich sind eigentlich Kaffeekapseln, Grillschalen oder
 die bewährte Alufolie?

Wie gelangt Aluminium überhaupt ins Essen?


"Das Leichtmetall ist das dritthäufigste Element unserer Erdkruste", sagt Prof. Bernd Schäfer vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). "Es findet sich etwa in Pilzen, Salat, Spinat und Rettich oder auch im Trinkwasser. Teeblätter und Gewürze können nach dem Trocknen ebenfalls höhere Konzentrationen enthalten." Diese naturgegebenen Anteile gelten als unproblematisch. Bedenklich sind dagegen vermeidbare Quellen: "Gerade saure und salzige Lebensmittel, die mit Aluminium in Kontakt kommen, nehmen eine gewisse Menge auf", so Schäfer. Beim Einwickeln von geschnittenem Obst oder eingelegtem Fisch in unbeschichteter Alufolie etwa. Auch wer regelmäßig Apfelschorle aus unbeschichteten Aluminiumflaschen trinkt oder zum Backen und Kochen Töpfe bzw. Bleche aus dem Material nutzt, setzt sich einer erhöhten Dosis aus.

Was sind die Folgen?

Aluminium hat in hoher Menge eine toxische Wirkung auf das Nervensystem. Zwar wird ein Großteil dessen, was wir mit der Nahrung aufnehmen, nicht dauerhaft eingelagert. "Allerdings kann sich nicht ausgeschiedenes Aluminium im Laufe des Lebens in Knochen, Muskeln und Gehirn ansammeln", so Schäfer. Manche Forscher bringen erhöhte Werte mit Alzheimer in Verbindung. Eine Studie der WHO fand jedoch keinen Zusammenhang. Dass Aluminium schaden kann, beweist eine Demenz-Form, die in der Vergangenheit bei Dialyse-Patienten gehäuft auftrat. Früher enthielt Dialyse-Flüssigkeit Aluminium.

Woher weiß ich, ob ich zu viel Aluminium aufgenommen habe?


Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat eine tolerierbare wöchentliche Menge für die Aufnahme über die Nahrung festgelegt: ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht. Eine 60 Kilogramm schwere Frau dürfte also lebenslang pro Woche 60 Milligramm zu sich nehmen. Da die natürliche Belastung etwa bei Obst und Gemüse bei unter 0,5 Milligramm pro Kilogramm liegt, stellt sie kein Risiko dar. Achten Sie aber auf den Zusatz E-173 - dahinter verbirgt sich Alu, etwa bei Zuckerüberzug oder Tortendekoration.

Was ist beim Lagern und Zubereiten von Lebensmitteln zu beachten?


Ab und zu ein Fertiggericht oder Steak aus der Aluschale machen niemanden krank. "Vermeiden Sie aber langes Warmhalten von sauren oder salzigen Lebensmitteln in Alubehältern", rät Schäfer, "denn dabei gehen besonders viele lösliche Aluminiumbestandteile in die Nahrung über." Erkundigen Sie sich daher, falls ältere Verwandte täglich Essen geliefert bekommen oder die Kinder in Schule und Kindergarten vom Caterer versorgt werden, in welcher Form die Lebensmittel verpackt und warm gehalten werden. Beschichtete Alu-Schalen gelten als unbedenklich. Beim Kochen und Grillen daheim empfehlen sich Alternativen wie Keramik oder Edelstahl, und auch unbeschichtete Alu-Folie ist verzichtbar.

Was ist sonst noch wichtig?

Auch beschichtetes Material kann Probleme machen, etwa die Espressokanne, die täglich in der Spülmaschine landet. "Die Schutzschicht kann durch Reinigungsmittel beschädigt oder entfernt werden", so Schäfer. Kaffeekapseln sind zwar innen lackiert, nicht bekannt ist aber, was passiert, wenn die Beschichtung beschädigt ist. "Kalkulieren Sie außerdem Aluminium aus Kosmetika, Antitranspirantien oder Medikamenten wie aluminiumhaltige Antazida (Mittel gegen Sodbrennen) mit ein." Schätzungen zufolge gelangt durch Antitranspirantien in etwa so viel Aluminium in den Körper wie bei der Aufnahme über Lebensmittel von ca. zehn Milligramm am Tag. So könnte die wöchentlich tolerierbare Dosis durch die tägliche Benutzung aluminiumhaltiger Antitranspirantien bereits ausgeschöpft werden.

Brigitte 13/2018

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