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Zwiebel schneiden ohne Tränen? Zum Heulen!

Zwiebel schneiden ohne Tränen? Zum Heulen!
© istock/Thinkstock
Darauf haben bestimmt viele gewartet: Zwiebel schneiden ohne Tränen. Kürzlich gelang es, die Scharfstoffe aus einer roten Sorte herauszuzüchten. Na toll!

Was für ein schöner Zuchterfolg! Eine Zwiebel, die uns beim Schneiden nicht die Tränen in die Augen treibt, weil sie weniger Schwefel enthält. "Asda Sweet Red", eine rote Sorte, soll milder, schmackhafter und knackiger sein als andere Zwiebeln, und nicht so bitter schmecken.

Scharf? Bitter? Weg damit!

Mehr als 20 Jahre soll der britische Farmer Alastair Findlay für die Entwicklung seiner milden Zwiebel gebraucht haben - schade um die Zeit, kann man da nur sagen. Denn diese Zwiebel setzt das fort, was seit Jahrzehnten erfolgreich betrieben wird: Schärfe und Bitterstoffe werden aus unserem Gemüse herausgezüchtet. Und so schmeckt es dann auch - beliebig und austauschbar. Beste Beispiele sind Rauke und Radieschen, die fast komplett entschärft wurden. Und die einst bitteren Seiten von Salatgurke, Chicorée und Spargel sind ebenfalls Geschichte.

Bye bye, Bodyguards

Dabei hat sich die Natur etwas dabei gedacht, als sie Bitter- und Scharfstoffe für Gemüse erfand. Diese sekundären Pflanzenstoffe schützen die Pflanze vor Fressfeinden. Und davon profitieren wir, wenn wir Gemüse essen. Scharf- und Bitterstoffe sind tolle Bodyguards, wirken gegen Bakterien und Entzündungen und können das Krebsrisiko senken.

Außerdem haben Bitterstoffe einen sättigenden Effekt, siehe unser Artikel Warum Bitterstoffe beim Abnehmen helfen. Und dass die Pflanzen sich selbst mit diesen Stoffen schützen, kommt letzlich auch der Umwelt zugute. Fehlt diese Abwehr, bedeutet das in der Regel: Es müssen mehr Insektizide aufs Feld gesprüht werden. Und das ist dann wirklich zum Heulen.


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