WHO fordert Zuckersteuer: Werden Softdrinks bald teurer?

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit eine halbe Milliarden Menschen an Übergewicht. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, fordert die WHO eine Zuckersteuer.

WHO fordert Sondersteuern auf Softdrinks

Um das weltweite Übergewicht zu bekämpfen, fordert die Weltgesundheitsorganisation eine Zuckersteuer – oder konkret gesagt: eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke! Wie die WHO am Dienstag anlässlich des Welt-Adipositas-Tags in Genf erklärte, gebe es zahlreiche Belege, dass eine solche Steuer den Konsum von Softdrinks reduziere. Und tatsächlich folgt die Empfehlung einer Untersuchung von Steuerexperten im vergangenen Jahr, die den Auftrag hatten, verschiedene Fallstudien aus mehreren Ländern zu prüfen. Ziel war es, zu erforschen, ob eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke geeignet ist, um die Quote übergewichtiger Menschen zu senken.

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Ein Beispiel: In Mexiko wurde 2014 eine Steuer auf Softdrinks mit Preissteigerungen von zehn Prozent erhoben. Dort wurde nachgewiesen, dass der Konsum von Softdrinks um sechs Prozent vermindert wurde. Hierzulande empfiehlt die WHO Steuern, die den Preis für Softdrinks um bis zu 20 Prozent anheben sollen. Eine solche Preiserhöhung würde dazu führen, dass der Konsum von zuckrigen Getränken um ein Fünftel reduziert werde. Zustimmung bekommt das Unternehmen von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) steht der Forderung kritisch gegenüber. Der Grund: Deutschland hätte bis 1993 eine Zuckersteuer gehabt – und es habe sich nichts geändert.

Warum überhaupt eine Zuckersteuer?

Seit Jahren spricht sich die WHO dafür aus, dass die tägliche Kalorienzufuhr durch Zucker auf fünf Prozent reduziert werden sollte. Das heißt: maximal sechs Teelöffel Zucker am Tag. Das klingt nicht so wenig, tatsächlich steckt das Süßungsmittel jedoch in nahezu jedem Lebensmittel. In einem durchschnittlichen Softdrink sind zum Beispiel zehn Teelöffel Zucker enthalten. Aufgrund dieser enormen Menge an Zucker sind Softdrinks auch so gefährlich – wir neigen einfach dazu, zu viele Kalorien über die Getränke aufzunehmen. Und das sorgt nicht nur für Karies, sondern auch für Übergewicht.

Neben der Weltgesundheitsorganisation macht sich auch Foodwatch für die Zuckersteuer stark – und veröffentlichte am Dienstag eine Umfrage zum Thema. Auf die Frage, ob sie die Kennzeichnung auf zuckerreichen Getränken für geeignet hielten, gaben 63 Prozent der Befragten an, dass sie sich nicht gut informiert fühlten.

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