VG-Wort Pixel

Buchinger Fasten: So funktioniert es

Buchinger Fasten: Kräutertee
© Natalia Klenova / Shutterstock
Buchinger Fasten soll die Selbstheilungskräfte aktivieren und Entzündungsreaktionen im Körper vermindern. Hier fährst du, wie die Fastenmethode funktioniert.

Was ist Buchinger Fasten?

"Nach dem Fasten sollte das Bewusstsein weiter sein als der Hosenbund!" – so formulierte es der Begründer des Heilfastens, Dr. Otto Buchinger. Der Arzt soll sich mit seiner Fastenmethode selbst von schweren Stoffwechselstörungen befreit haben. Mit seiner Aussage fasst er den Leitgedanken seines Konzepts zusammen: Beim Buchinger Fasten geht es nicht darum, auf die Schnelle ein paar Pfunde zu verlieren, sondern seinen Körper von Innen zu reinigen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dafür wird die Nahrungsaufnahme auf ein Minimum reduziert, was dem Körper beim Entschlacken helfen und die Durchblutung verbessern soll.

Grundsätzlich nimmt man beim Buchinger Fasten in erster Linie nährstoffreiche Flüssigkeiten zu sich: Auf dem Speiseplan stehen Kräutertees, Gemüsebrühen und Säfte. Der Körper kommt so täglich etwa 200 bis 300 Kilokalorien. Das ist auch der Grund dafür, dass man beim Buchinger Fasten schnell abnimmt, obwohl das nicht das eigentliche Ziel der Kur ist.

Was bringt Buchinger Fasten?

Studien belegen, dass das Buchinger Fasten positiv auf verschiedene Krankheiten wirken kann. Folgende Beschwerden können durch die Fastenkur vermindert werden:

  • chronisch entzündliche Krankheiten
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Chronische Schmerzen
  • Allergien
  • Neurodermitis
  • Asthma
  • psychosomatische Erkrankungen

Außerdem wird beim Fasten das sogenannte Glückshormon Serotonin verstärkt im Gehirn freigesetzt, was stimmungsaufhellend wirkt.

Wie lange soll ich nach Buchinger Art fasten?

Es gibt verschiedene mögliche Varianten für das Buchinger Fasten. Zum einen kann man die Fastenkur stationär in einer Klinik durchführen – in diesem Fall dauert das Heilfasten zwischen zwei und vier Wochen. Allerdings gibt es mittlerweile auch eine Variante namens "Fasten für Gesunde", bei der man über sieben Tage hinweg zu Hause fasten kann. Hierfür sollte man sich allerdings Urlaub nehmen, damit man sich zum einen etwas besser entspannen kann und während des Fastens nicht unter Stress gerät. Zum anderen gehört Bewegung, zum Beispiel in Form von kleinen Sport- und Yogaeinheiten, ebenfalls zum Buchinger Fasten zu Hause dazu, wofür man sich auch Zeit nehmen muss.

Wie geht das Buchinger Fasten?

Wie bei einer Heilfasten-Kur wird das Buchinger Fasten mit einem sogenannten Entlastungstag eingeleitet, an dem nur noch leichte Kost eingenommen wird. Anschließend erfolgt eine komplette Darmentleerung, bevor es an die richtigen Fastentage geht. Auch während dieser Tage wird der Darm regelmäßig entleert. Anschließend wird der Körper mit sogenannten Aufbautagen durch das Fastenbrechen wieder an feste Nahrung gewöhnt, traditionell werden diese Tage mit einem Apfel eingeläutet.

Ein traditioneller Tag beim Buchinger Fasten könnte so aussehen:

  • Morgens: Kräutertee mit einem Löffel Honig
  • Mittags: Gemüsebrühe oder ein Glas Gemüsesaft
  • Nachmittags: Kräutertee und Mineralwasser
  • Abends: Obstsaft oder Gemüsebrühe
  • Zwischendurch: Teesorten wie Fenchel oder Brennnessel tun an diesen Tagen besonders gut – vermieden werden sollten Pfefferminz- und Früchtetee.

Dabei sollte man im engen Austausch mit seinem Arzt stehen. Unter Umständen erlaubt dieser auch die Aufnahme von etwas Buttermilch oder Kuhmolke, damit der Körper nicht zu viel Eiweiß abbaut. Zusätzlich zur Ernährung sind ein leichtes Sportprogramm sowie Wechselduschen und das eine oder andere Bad zur Entspannung empfehlenswert. 

Kann Buchinger Fasten auch Nachteile haben?

Bei der Fastentherapie nimmt der Körper kaum Eiweiß auf – aber er braucht dieses, um seine Funktionen aufrechtzuerhalten. Deshalb greift der Körper während der Fastenzeit auf die Eiweißreserven in den Muskeln zurück, die sich dadurch zurückbilden können. Deshalb sollte man nur über kurze Zeiten fasten.

Der Fettabbau wird durch die Fastenkur gefördert. Das hat aber auch die Folge, dass vermehrt sogenannte Ketonkörper anfallen. Ist der Spiegel dieser Stoffwechselverbindungen erhöht, wird weniger Harnsäure ausgeschieden, die sich dann stattdessen im Blut sammelt. Dadurch können Harnsteine entstehen, außerdem sind Gichtanfälle nicht selten. Das Risiko besteht in erster Linie bei langen Fastenzeiten, wenn der Arzt nicht die Kur eingebunden wird. Deshalb sollte man nicht auf eigene Faust mit dem Buchinger Fasten anfangen, sondern zunächst mit seinem Arzt sprechen.

Viele Menschen nutzen die Fastenperiode als Startschuss, um die eigene Ernährung umzustellen und gesünder zu essen. Damit man nicht sofort in alte Gewohnheiten zurückfällt (und zum Beispiel viel Fast Food oder Süßigkeiten isst), sollte man sich von einem Experten über gesunde Ernährung beraten lassen. Ist das Buchinger Fasten beendet, setzt man am besten auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und ein paar mageren Milchprodukten. Auf Genussmittel wie Alkohol sollte man weitgehend verzichten.

Lesetipps: Alles über die Entgiftungskur und das generelle Heilfasten erfährst du hier. Und hier erklären wir, was Intermittierendes Fasten ist und wie die Darmreinigung funktioniert.

Du willst dich über Gesundheitsthemen austauschen? Dann schau doch mal in unsere BRIGITTE Community!


Mehr zum Thema