Richtig fasten: Das müsst ihr wissen

Die zehn wichtigsten Antworten für alle, die richtig fasten wollen: Wie oft darf ich fasten? Was geschieht in meinem Körper? Worauf muss ich achten?

Was bedeutet "richtig fasten"?

Wer richtig fasten möchte, sollte in diesem Zusammenhang das Stichwort Diät schleunigst streichen: Vielmehr steht beim Fasten die innere Reinigung im Vordergrund.

Rund fünf Prozent geschädigter Körperzellen werden während einer Fastenkur abgebaut, fanden Forscher heraus. Eingelagerte Giftstoffe werden aus den Zellen gelöst und über unsere „Entgiftungspolizei“, Leber, Darm, Niere, Lunge und Haut, ausgeschieden. Der Darm wird einmal kräftig durchgeputzt und das Verdauungssystem wunderbar entlastet.

1. Wie lange und wie oft darf ich fasten?

Einmal im Jahr sieben Tage lang fasten (plus Entlastungs- und Aufbautage) - das ist ein gutes Maß, vor allem für Anfängerinnen. Wer sich nach einer Woche Fastenkur leistungsfähig und gut fühlt, kann auch noch ein paar Tage dranhängen. Allerdings sollte man sich dann auch mehr Zeit für den Übergang in die normale Ernährung nehmen, empfohlen wird ein Aufbautag pro drei Fastentage. Wer mehr als einmal jährlich oder länger als zwei Wochen fasten möchte, sollte das nicht ohne ärztliche Beratung und Begleitung tun.

2. Ist es sinnvoll, das Fasten mit meinem Alltag zu vereinbaren?

Ob du fasten möchtest, während die alltäglichen Anforderungen in Beruf und Familie weitergehen, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Das Fasten zu Hause hat sicher Vorteile: Es kostet weder Zeit noch Geld, und es bietet die Chance, die neuen Erfahrungen und Lebensgewohnheiten auch in der Zeit danach in den Alltag hinüberzuretten.

Wer zum Fasten wegfährt, hat hingegen mehr Möglichkeiten, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Angebote dazu gibt es in Form von Fastenseminaren, Fastenreisen oder Fastenkliniken. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für solche Programme allerdings nur in wenigen Ausnahmefällen.

3. Verändert das Fasten meinen hormonellen Status? Beeinflusst es meine Regelblutung?

Ja. Die Auswirkungen können im Einzelfall recht unterschiedlich sein: Einige Frauen bekommen Migräne, bei manchen setzt die Regel außerplanmäßig ein oder fällt stärker aus. Manche Frauen in den Wechseljahren berichten, dass das Fasten ihnen gut gegen Hitzewallungen hilft.

Wer die Pille nimmt, sollte die Einnahme während des Fastens fortsetzen, ohne sich allerdings auf diese Form der Verhütung zu verlassen.

4. Darf ich während des Fastens weiterrauchen?

In Fasten-Kliniken ist Rauchen grundsätzlich verboten. Aus gutem Grund, schließlich geht es vielen Fastenden um die Entgiftung. Wenn ihr es nicht schafft, ganz aufzuhören, solltet ihr zumindest versuchen, euren Zigarettenkonsum einzuschränken. Dabei helfen zuckerfreie Kaugummis und Entspannungsübungen. Vielleicht ist das Fasten ja ein guter Einstieg in die Raucherentwöhnung?

5. Verändert das Fasten meine geistige Leistungsfähigkeit?

Manche Fastende berichten über geistige Höhenflüge. Doch kann es auch passieren, dass die Konzentration schwerer fällt und Denkprozesse langsamer ablaufen, wenn dem Gehirn weniger schnelle Energie zur Verfügung steht. Dagegen helfen Kohlenhydrate - erlaubt sind ein Teelöffel Honig oder ein Glas Saft.

Bewegung sorgt ebenfalls für eine bessere Energiezufuhr. Wird das "diesige" Gefühl im Kopf zum Dauerzustand, solltet ihr mit dem Fastenleiter oder einem Arzt sprechen.

6. Wie beeinflusst das Fasten meinen Schlaf?

Viele Menschen kommen in dieser Zeit mit weniger Nachtruhe aus, andere aber wollen gerade jetzt "mehr, mehr und mehr" Schlaf. Beides sind keine Schlafstörungen, sondern normale Reaktionen des Körpers auf die Umstellungen im Stoffwechsel.

7. Kann es auch zu Sehstörungen kommen?

Die Entwässerung des Körpers beim Fasten erfasst auch die vordere und hintere Augenkammer. Der veränderte Brechungsindex des Auges kann dazu führen, dass man vorübergehend undeutlicher sieht, sich beim Lesen angestrengt fühlt und empfindlich auf Licht reagiert. Das ist an sich harmlos, die Sehkraft stellt sich in der Aufbauphase wieder ein.

Aber Achtung: Nacht- und Dämmerungsfahrten sollten beim Fasten ebenso tabu sein wie lange Autobahnfahrten. Und sprecht mit eurem Hausarzt, wenn euch das schlechtere Sehen beunruhigt.

8. Soll ich gemeinsame Mahlzeiten mit Kollegen, Freunden und Familie meiden?

Kommt drauf an: Könnt ihr es ertragen, wenn alle am Tisch sitzen und fröhlich ihre Mahlzeit genießen? Das ist für viele Fastende noch schlimmer als das Zubereiten. Probiert es aus!

Falls ihr kleine Kinder habt, die öfter zum Essen überredet werden müssen, überlegt euch genau, ob nicht doch ein Fastenseminar an einem anderen Ort machbar ist, da es fast unmöglich ist, zu erklären, wieso ihr jetzt mit dem Essen aufhört (und die Kinder selbst nicht).

9. Wie steige ich aus dem Fastenprogramm vorzeitig aus, wenn ich partout nicht durchhalte?

Das geht am besten mit leichten kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten, wie sie für den 1. Aufbautag vorgesehen sind. Besonders empfehlenswert: Obst, am besten gedünstet, oder Kartoffeln mit gegartem Gemüse. (Nur auf blähenden Kohl solltet ihr noch verzichten.) Zwischendurch ein Joghurt oder eine Scheibe Knäckebrot.

10. Darf ich während des Fastens alternative Heilmethoden anwenden?

Ob Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin oder Phytotherapie: In der Regel können alle alternativen Heilmethoden auch während einer Fastenkur angewendet werden. Aber ihr solltet in dieser Zeit keinesfalls Behandlungen auf eigene Faust ansetzen. Das gilt auch für die Selbstmedikation von ansonsten gebräuchlichen Arzneimitteln, etwa Kopfschmerztabletten. Sprecht jede Form der Behandlung während des Fastens mit einem Arzt ab!

Alle Checkpunkte durchgegangen? Dann auf zu unserem 12-Tage-Heilfasten-Programm!

Text: Eva Meschede, Sandra Schulte Fachliche Beratung: Elisabeth Müller, Fastenleiterin; Dr. Andreas Buchinger, Leiter der Klinik Dr. Otto Buchinger in Bad Pyrmont; Dorothe Bertlich-Baumeister UGB Header-Foto:Getty Images

Wer hier schreibt:

Sandra Schulte

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