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Heilfasten: So funktioniert es richtig

Heilfasten: Kräutertee
© OlegKovalevichh / Shutterstock
Durch das Heilfasten sollen Körper, Geist und Seele gereinigt werden, indem man zeitweise auf Nahrung verzichtet. Wie das funktioniert, erfährst du hier.

Was versteht man unter Heilfasten?

Das Heilfasten, das auf den Arzt Otto Buchinger zurückgeht, ist eine Fastenmethode, die darauf abzielt, Körper, Geist und Seele gleichzeitig zu reinigen. Beim Fasten wird fast vollständig auf Nahrung verzichtet. Maximal darf man 250 bis 500 Kalorien pro Tag aufnehmen. Dabei steht lediglich flüssige Nahrung auf dem Speiseplan, beispielsweise Gemüsebrühe sowie Obst- und Gemüsesäfte. Wichtig ist, das Heilfasten unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen.

Wie entstand das Heilfasten?

Buchinger ging davon aus, dass seine Methode des Fastens nicht nur medizinische, sondern auch psychische und spirituelle Effekte hat. Alle drei Effekte zusammen ergeben eine Einheit, die der Arzt auch als "Diät der Seele" bezeichnete. Neben den strengen Regeln zur Ernährung soll der Fastende Stress vermeiden und sich stattdessen entspannen. Dabei können zum Beispiel Musik, Bücher oder Meditation helfen.

Welche Vorteile hat das Heilfasten?

Es gibt mittlerweile viele wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass Fasten verschiedene positive Effekte für die Gesundheit haben kann. Bei folgenden Beschwerden kann die Fastenkur positiv wirken:

  • Chronische Entzündungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Schmerzen
  • Darmerkrankungen
  • Psychosomatische Krankheiten
  • Bluthochdruck 
  • Rheumatoide Arthritis
  • Stoffwechselstörungen
  • Allergien
  • Hautkrankheiten
  • Adipositas

Wer unter starkem Übergewicht leidet, bekommt häufig die Empfehlung, das Heilfasten als Beginn einer Ernährungsumstellung zu nutzen. Außerdem kann sich die Fastenkur positiv auf die Stimmung auswirken. Damit das Fasten Erfolg hat, ist es wichtig, dass der Patient selbst den Wunsch hat zu fasten und an die positiven Wirkungen glaubt.

Was darf ich beim Heilfasten zu mir nehmen?

Beim Heilfasten wird auf feste Nahrung verzichtet. Die vorgegebenen Kalorien nimmt man in erster Linie durch Flüssigkeiten auf. Folgende Lebensmittel sind beim Fasten pro Tag erlaubt:

  • Ein kleines Glas Obst- oder Gemüsesaft, möglichst frisch gepresst
  • Eine kleine Schale Gemüsebrühe
  • Maximal 30 Gramm Honig
  • Mindestens 2,5 Liter Wasser oder Kräutertee

Wer mit ärztlicher Erlaubnis über einen längeren Zeitraum fastet, kann täglich auch etwas Buttermilch trinken.

Vorbereitung ist alles

Es ist wichtig, sich auf die Fastenperiode richtig vorzubereiten. Als erstes sollte man sich für das Heilfasten einen Zeitraum suchen, in dem man sich wirklich entspannen kann. Es sollten möglichst keine wichtigen Termine anstehen – auch keine privaten wie beispielsweise Geburtstagsfeiern. Gerade anfangs leiden viele Menschen beim Fasten unter verschiedenen Beschwerden wie beispielsweise Kopfschmerzen oder leichten Kreislaufbeschwerden. Deshalb ist es am besten, wenn man einen Großteil der Fastenzeit entspannt zu Hause verbringen kann.

Es kann auch helfen, bereits alles an Lebensmitteln und Dingen, die man sonst noch braucht, vor den Fastentagen zu Hause zu haben, damit man nicht währenddessen einkaufen gehen muss. Wer beispielsweise mit Hunger zu kämpfen hat, kommt sonst leicht in Versuchung, ein paar Snacks in den Einkaufswagen zu packen. Am besten ist es, vor dem Heilfasten eine Einkaufsliste zu schreiben und alles zu besorgen.

So funktioniert das Heilfasten

Bevor man mit der eigentlichen Fastenkur beginnt, sollte man sich einen Tag darauf vorbereiten. An diesem sogenannten Entlastungstag nimmt man bereits nur noch 1000 Kalorien auf und verzichtet spätestens ab jetzt auf Genussmittel wie beispielsweise Zigaretten, Alkohol und Koffein. Auch etwas leichte Bewegung hilft dabei, den Stress abzuschütteln und sich auf die Entspannungsphase beim Fasten einzustellen.

Am ersten Tag des Fastens startet man dann mit einer Darmreinigung. Dafür mischt man einen Liter Wasser mit 30 bis 40 Gramm Glaubersalz und trinkt diese Mischung innerhalb von 20 Minuten. Wer möchte, kann etwas Zitronensaft für den Geschmack dazu geben. Dann wird eine halbe Stunde gewartet, bevor man noch einmal etwa einen halben bis einen Liter Wasser oder Tee trinkt. Die erlaubten Lebensmittel können beim Heilfasten beliebig über den Tag verteilt verzehrt werden, wichtig ist nur, dass man nicht über 250 bis 500 Kalorien täglich kommt.

Wie lange soll ich fasten?

Buchinger hielt eine Fastendauer von zwei bis vier Wochen für optimal, es hängt aber viel von den individuellen Möglichkeiten ab, wie lange man fasten sollte. Die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung empfiehlt eine Kur zwischen sieben und zehn Tagen, dazu ein Vorbereitungstag sowie drei anschließende Tage, in denen man sich langsam wieder auf normales Essverhalten einstellt.

Am Ende kommt das Fastenbrechen

In der Regel beendet man die Fastenkur mit dem sogenannten Fastenbrechen. Dazu isst man langsam einen rohen oder gekochten Apfel, der gut gereift sein sollte. Abends steht dann eine Kartoffelsuppe auf dem Speiseplan. Dann geht es an die sogenannten Aufbautage: Hier ist es wichtig, nicht direkt wieder zu sehr fettigen Lebensmitteln oder generellen Fertigprodukten zu greifen, sondern nach und nach mehrere kleine Portionen zu sich zu nehmen und den Körper so wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.

Diese sollte möglichst leicht sein, es eignen sich zum Beispiel Reis, gekochtes Gemüse und Obst. So gewöhnt man den Körper langsam wieder ans normale Essen, kurbelt den Stoffwechsel an und überfordert nicht sofort den Darm.

Kann das Heilfasten Nachteile haben?

Während der Fastentherapie können verschiedene leichte Beschwerden bis hin zu richtigen Erkrankungen auftreten. Wie stark diese sind und ob sie überhaupt vorkommen, ist individuell verschieden. Folgende Symptome können während der Fastentage auftreten:

  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Leichte Kreislaufbeschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Vorübergehende Sehstörungen
  •  Schlafstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • Flüssigkeitsansammlungen im Körper

In manchen Fällen sind sogar Herzrhythmusstörungen möglich. Das ist auch der Grund dafür, warum man das Heilfasten nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen sollte: Der Arzt sollte alle relevanten Werte des Patienten regelmäßig kontrollieren, damit man bei schwerwiegenden Problemen rechtzeitig reagieren kann. Schlimmstenfalls muss das Fasten abgebrochen werden.

Lesetipps: Alles über die Entgiftungskur, die Darmreinigung , die Schrothkur und das Saftfasten erfährst du hier. Außerdem erklären wir Intermittierendes Fasten und verraten die besten Intervallfasten Rezepte und die besten Heilfasten Rezepte. Hier erklären wir außerdem, wie man richtig fasten kann.

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