Saftfasten: Wie geht das und funktioniert es?

Saftfasten reinigt von innen, entlastet die Verdauung und verleiht uns schnell mehr Energie – aber funktioniert das? Unsere Redakteurin hat's getestet!

Saftfasten: Fasten in abgeschwächter Form

Saftfasten erscheint auf den ersten Blick etwas leichter als andere Fastenpläne, da nicht nur Wasser und Tee voller Kräuter auf dem Plan stehen, sondern zusätzlich Obst- und Gemüsesäfte. Über den Tag verteilt werden ca. ein bis eineinhalb Liter Saft getrunken. Im Gegensatz zu Fasten-Kuren sind Saftkuren meist kürzer und werden nur ein Wochenende lang durchgeführt, doch auch hier gilt es, den Kreislauf und den Stoffwechsel anzuregen und seine Kur mit Bewegung (im Idealfall an der frischen Luft!) oder wohltuenden Massagen zu ergänzen.

Saftfasten ist keine Diät

Saftfasten sollte in erster Linie nicht als Diät durchgeführt werden, sondern als Möglichkeit, die Verdauung und damit den Körper ein wenig zu entlasten und seine Ernährungsweise zu überdenken: Ständig Lust auf Süßes, hier und da ein Snack und satt ist man am Ende doch nicht - Saftfasten kann der ideale Einstieg für eine Ernährungsumstellung und vielleicht sogar mehr Fitness sein. 

Ein paar Kilos abnehmen werden wir in den Tagen der Saftkur natürlich trotzdem, doch beruht dies vor allem auf den Verlust von Wasser und ist keinesfalls eine Maßnahme, dauerhaft das Gewicht zu reduzieren! Auf Dauer könnte es durch die einseitige Kur zu einem Mangel bestimmter Nährstoffe kommen. Die Säfte zum Fasten sollten im besten Fall frischgepresst sein, wer eine eher empfindliche Verdauung hat, kann zusätzlich Hafer- oder Leinsamenschleim in die Säfte rühren – die schützen auch vor Heißhunger.

Saftfasten im Check

Ob die Säfte zuhause frisch gespresst werden oder ihr euch eine Saftkur nach Hause bestellt bleibt natürlich euch überlassen - Karo, Mode- und Beauty-Redakteurin bei BRIGITTE.de, hat das„Juice Cleanse Starter“- Set von Frank Juice probiert und ein Fastentagebuch geführt:

„Eine Freundin von mir hat mich gefragt, ob wir zusammen drei Tage lang saftfasten wollen. Vor dem ersten „saftigen“ Tag muss ich zunächst meine Ernährung und meinen Körper auf die bevorstehenden Tage einstellen. Das bedeutet am Entlastungstag: keinen Alkohol, keinen Kaffee und nichts, was meinen Magen unnötig belasten würde. Die insgesamt 18 Säfte habe ich ein paar Tage früher geliefert bekommen und in meinem Kühlschrank gelagert." Es handelte sich vor allem um Obst- und Gemüsesäfte, unangenehme Sorten wie Sauerkrautsaft waren nicht dabei.

Saftfasten Tag 1:

Ich trinke als erstes einen grünen Saft mit Apfel, Gurke, Spinat und anderem Grünzeug drin. Schmeckt ganz gut, obwohl ich morgens eher der Müsli-Typ bin und herbe Smoothies mir zu stark sind. Bereits zwei Stunden später darf ich schon den nächsten Saft schlürfen. So nimmt der Tag seinen Lauf: Alle zwei Stunden öffne ich einen neuen Saft, der immer andere leckere Obst- und Gemüsesorten beinhaltet, und halte so den ersten Tag mit Fasten gut aus. 

Kein Heißhunger trotz Saftkur

Von Heißhungerattacken bin ich verschont geblieben, was auch an dem recht hohen Zuckergehalt der Säfte liegt. So denke ich noch nicht mal an Schokolade oder andere Genussmittel. Zum Abschluss des Tages trinke ich den süßesten aller Säfte mit Cashew, Vanille und Zimt. Dieser sättigt für die Nacht.

Saftfasten Tag 2:

Ich wache auf und bin voller Energie. Augenringe oder ein müdes Erscheinungsbild gibt es heute bei mir nicht. Im Gegenteil: Ich fühle mich frisch und will den zweiten Tag mit der Saftkur durchziehen. Alle zwei Stunden trinke ich in derselben Reihenfolge meine Drinks und bekomme immer noch kein Magenknurren. Das Einzige, was mir auffällt: Ich habe plötzlich so viel Zeit übrig, da kochen und essen ja wegfällt! Meine Verabredung für den Lunch frage ich, ob wir nicht einem Spaziergang an der frischen Luft machen wollen anstatt in der Kantine zu sitzen. 

Ich nehme Gerüche durch die Saftkur plötzlich viel stärker wahr und könnte so schwach werden. Am Nachmittag setzen leichte Kopfschmerzen ein, die darauf zurückzuführen sind, dass ich meinem Körper total auf Entzug setze. Durch die hohe Flüssigkeitszufuhr (ich habe bis zu 6 Liter am Tag getrunken) werden alle Schadstoffe ausgespült, daher muss ich oft auf die Toilette. Abends mache ich es mir lieber auf der Couch gemütlich, anstatt mich mit Freunden zu treffen, die alle munter essen, während ich an einem meiner Säfte nuckle.

Saftfasten Tag 3:

Ich bin auf der Zielgeraden und schon ein wenig stolz auf mich, so lange ohne feste Nahrung durchzuhalten. Denn bei dieser Challenge geht es für mich nicht darum, abzunehmen, sondern zu entschlacken und zu gucken, ob ich so stark bin und die Tage ohne Schoki und Co. durchhalte. Leider ist mir total kalt und ich friere. Aber das hält mich nicht davon ab, meine Säfte ein letztes Mal zu schlürfen. Einer meiner Lieblingsdrinks ist übrigens der mit Zitrone, Cayenne und Kurkuma. Der ist schön scharf und kurbelt meinen Stoffwechsel an. Leider fühle ich mich ein wenig aufgebläht von der Menge an Säften.

Bessere Ernährung nach der Saftkur?

Nach meinem letzten Saft kann ich es langsam kaum erwarten, etwas Richtiges zu kauen und essen. Und das war tatsächlich einer meiner schönsten Momente: das erste Essen nach der Kur. Man schmeckt viel intensiver, auch wenn man langsam und schonend beginnen sollte. Toller Nebeneffekt: Ich brauche nach der Saftkur kaum Kaffee und habe auch keinen Appetit mehr auf Süßes.

Mal sehen, wie lange das so bleibt. Ich fühle mich frischer, aktiver und benötige kaum Concealer (und der wird eigentlich immer eingesetzt). Ich würde auch ein zweites Mal eine Saftkur ausprobieren, allerdings nur unter der Woche und wenn ich weiß, dass keine großen Termine oder Veranstaltungen anstehen.“

3 Tage Cleanser Starter ab 120 Euro; Die Säfte werden nach Hause geliefert. Mehr Infos unter: thefrankjuice.com

Saftkuren bieten zum Beispiel auch Kale&Me, Dean & David und Antidote Bio an.

Du möchtest eine längere Fastenkur durchführen? Entdecke unser 12-Tage-Heilfasten-Programm!

Videotipp: 10 Gründe, warum du einfach nicht abnimmst

Atkins-Diät
sp

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

Saftfasten: Wir machen den Test
Saftfasten: Wie geht das und funktioniert es?

Saftfasten reinigt von innen, entlastet die Verdauung und verleiht uns schnell mehr Energie – aber funktioniert das? Unsere Redakteurin hat's getestet!

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

Deine Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden