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Fasten Schrothkur: So funktioniert sie richtig

Schrothkur: Wassergläser
© SedovaY / Shutterstock
Die Schrothkur soll dabei helfen, den Körper zu entgiften und so Krankheitsbeschwerden zu mindern. Wie die Methode funktioniert, erfährst du hier. 

Was ist eine Schrothkur?

Die Schrothkur ist eine kurzfristig angewandte Methode, durch die der Körper entgiftet und entschlackt werden soll. Bei der Schrothkur wechseln sich sogenannte Trockentage und Trinktage miteinander ab. Durch die Kur sollen Symptome von vor allem chronischen Krankheiten gelindert werden können. Als Nebeneffekt verliert man schnell viel Gewicht.

Schrothkur: Woher kommt die Methode? 

Johann Schroth (1798 – 1856) ist der Begründer der Schrothkur. Er selbst stellte fest, dass Tiere bei einer Krankheit nicht essen, sondern lediglich trinken. Außerdem spürte er die heilende Wirkung von feuchten Umschlägen, nachdem er eine Knieverletzung auskurierte. 

Schrothkur: Ist das eine Diät? 

Die klassische Schrothkur lässt sich im Original als fleischfreies Fasten bezeichnen. Kohlenhydrate sind ausdrücklich erwünscht. Fett und Eiweiß werden dagegen eher reduziert. Auch sollte Salz vermieden werden. 

Das muss man bei der Schrothkur beachten

Bei der Schrothkur sind pro Tag weniger als 1000 Kalorien erlaubt, die Kur sollte von einem Kurarzt begleitet werden. Die authentische Schrothkur bietet ein Kurhotel in Oberstaufen im Allgäu an, welches ein anerkanntes Schroth-Heilbad ist. Die Kur hat eine Dauer von zwei bis drei Wochen und soll den Körper vor allem entgiften. Durch die Reduzierung der Kalorien findet gleichzeitig eine Gewichtsabnahme statt. Daher absolvieren Teilnehmer die Schrothkur auch bewusst, um abzunehmen. 

Schrothkur: Wie läuft die Fasten-Kur genau ab? 

Johann Schroth teilt die Kur in vier Säulen ein: Trink- und Trockentage, Schwitzpackungen sowie Ruhe & Bewegung. Das verbirgt sich hinter den vier Säulen:

1. Trink- und Trockentage 

Was das Trinken betrifft, gibt es bei der Schrothkur spezielle Regeln. 

  • Trockentage: An Trockentagen trinkst du ein Glas Tee und ein Glas Saft (Obst) mit einem Wacholderschnaps.
  • Trinktage: Die Trinktage werden nochmals unterteilt in kleine Trinktage und große Trinktage:
  • Kleine Trinktage: Halber Liter Flüssigkeit, am besten Wasser.
  • Große Trinktage: Du trinkst einen Liter Wasser, Tee oder Saft. Im Original wurde zudem weißer Kurwein zu sich genommen. Heutzutage sind es eher Frucht- oder Gemüsesäfte.

Durch die Trockentage sollen Wasser und Schlacken aus dem Blut gezogen und bei den Trinktagen über die Nieren und die Haut ausgeschwemmt werden. Der Wein und der Wacholderschnaps wirken laut Schroth ebenfalls entwässernd.

2. Schwitzpackungen 

Als Teilnehmer der Schrothkur bekommst du feuchtkalte Tücher zum Schwitzen. Diese werden dir für bestimmte Zeitfenster umgelegt, sodass das Naturheilverfahren seine Wirkung entfalten kann. Folgende positive Wirkungen sollen die Schutzpackungen haben:

  • Abwehrkräfte stärken
  • Stoffwechsel anregen
  • Giftstoffe ausschwemmen
  • besseres Hautbild

3. Ruhe & Bewegung 

Während der Trockentage benötigt dein Körper Ruhe und Entspannung. Fast wie Urlaub wird es mit Massagen oder Wohlfühlbehandlungen aus dem Bereich Wellness, die du bei den Anbietern der Kuren genießen kannst. 

An den Trinktagen darfst du dagegen ruhig aktiv werden. Bewegung kurbelt deinen Stoffwechsel zusätzlich an und bringt Abwechslung ins Fasten. 

Was kann ich bei der Schrothkur essen? 

Um auf die nötigen Kalorien pro Tag zu kommen, stehen leichte Mahlzeiten auf dem Speiseplan. Folgende Nahrungsmittel sind erlaubt:

  • Reisbrei
  • Grießbrei
  • Haferbrei
  • trockene Brötchen
  • gekochtes Obst und Gemüse

Vorteile der Schrothkur

Auf folgende Krankheiten soll die Schrothkur positiv wirken:

  • Akne
  • Diabetes
  • Migräne
  • Neurodermitis
  • Rheuma

Schrothkur: Dafür wird sie kritisiert! 

Es gibt auch Nachteile der Schrothkur. Dazu zählen:

  • Proteinmangel verursacht Muskelverlust
  • Vitaminmangel
  • zu wenig Flüssigkeit
  • Alkohol als Bestandteil einer Kur fragwürdig
  • zu starke Entwässerung

Außerdem ist die Wirksamkeit des Weins nicht wissenschaftlich belegt.

Schrothkur: Fit dank der modifizierten Version

Es gibt mittlerweile eine sogenannte modifizierte Schrothkur, die sich an neueren ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert. Die wichtigste Änderung: Die Ernährung wird auf angemessene Mischkost umgestellt. Außerdem wird die Aufnahme der täglichen Kalorien gesteigert. Anfangs nimmt man nur 500 Kalorien am Tag auf, später 1000 und zuletzt etwa 1500 Kalorien. Dadurch soll der JoJo-Effekt verhindert werden. Des Weiteren wird die Flüssigkeitsaufnahme an Trockentagen erhöht und auf Alkohol vollständig verzichtet.

Lesetipps: Du willst mehr zur Entschlackung und Entgiftung erfahren? Alles über WasserfastenHeilfasten, Detox und die Schonkost erfährst du hier.

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