Dieses Fruchtpapier rettet Obst vorm Müll

Jahr für Jahr landen Millionen Früchte wegen optischer Mängel im Müll. Die Manufaktur "Dörrwerk" verarbeitet ausrangiertes Obst zu Fruchtpapier.

Was ist Fruchtpapier?

Das hauchdünne Fruchtpapier ist die gesunde Variante des Esspapiers, mit dem sich viele von uns die Kindheit versüßt haben. Anders als die wenig nahrhafte Zuckerkeule von früher besteht Fruchtpapier aus pürierten und getrockneten Früchten. Es kommt ohne zugesetzten Zucker und Aroma- oder Konservierungsstoffe aus, ist vegan, lange haltbar und trotzdem reich an Vitaminen und Nährstoffen.

Wer hat sich das ausgedacht?

Ein Freund brachte den Berliner Arzt Zubin Farahani auf die Idee, Fruchtpapier herzustellen. Denn in seinem hektischen Krankenhausalltag griff der 30-Jährige gegen den Heißhunger oft zu fett- und zuckerreichen Snacks. Er suchte nach einer gesunden Alternative - und gründete im Juli 2014 die Berliner Manufaktur "Dörrwerk".

Äpfel, Nüsse, Bananen - es gibt doch viele gesunde Snacks für zwischendurch. Wozu brauchen wir noch Fruchtpapier?

Um etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln zu tun: Fruchtpapier wird zu 100 Prozent aus Obst hergestellt, das wegen optischer Mängel wie braunen Stellen oder Schrammen nicht verkauft wird - obwohl es noch genauso lecker schmeckt wie makellose Früchte. Allein in Deutschland werden pro Jahr bis zu 15 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Die Hälfte davon ist Obst und Gemüse. Das möchte Farahani ändern. Mit Freunden fährt er zu Plantagen oder auf Großmärkte, sammelt Kisten mit aussortiertem Obst ein und bringt es nach Berlin, um es dort zu Fruchtpapier zu verarbeiten.

Wie wird das Fruchtpapier hergestellt?

Die Früchte werden von Hand gewaschen, geschnitten und weiterverarbeitet. Der Apfel ist immer die Basisfrucht. Zusammen mit einer anderen Frucht wird er püriert und in dünnen Schichten im Dörrofen bei niedrigen Temperaturen über viele Stunden getrocknet. Derzeit gibt es die Sorten Mango & Apfel, Ananas & Apfel, Erdbeere & Apfel und Banane & Apfel. Kaufen kann man die 30g-Packungen bisher nur im Online-Shop und im Café Levante in Berlin Schöneberg. Weitere Lokale und Wochenmärkte sollen folgen.

Und wie schmeckt es?

Nachdem fast die gesamte Redaktion in die vier Tüten gegriffen hat, lautet das einhellige Urteil: sehr gut! Das Fruchtpapier ist knusprig (nur die Apfel-Banane-Kombi ist etwas zäher), nicht zu süß und nicht zu sauer, geschmacksintensiv und schmilzt angenehm im Mund.

Wie kann ich das Projekt unterstützen?

Indem Sie auf der Crowdfunding-Plattform "Startnext" Geld spenden. Denn das Team um Zubin Farahani benötigt einen großen Dörrofen und eigene Räume, um noch mehr Obst retten zu können.

Warum sollte ich spenden?

"Das Wegwerfen von Nahrungsmitteln macht weder ökologisch, ökonomisch noch ethisch irgendeinen Sinn. Und wer von uns hat nicht schon mal vollreife Bananen mit schlechtem Gewissen in den Eimer wandern lassen?", schreibt Farahani auf seiner Startnext-Seite. Denn obwohl sich bereits viele Organisationen für die Wertschätzung von Lebensmitteln einsetzen, bleibt auf den Märkten, in den Läden und bei uns zu Hause noch viel zu viel übrig.

Nicole Wehr

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