Ich mache jeden Morgen 15 Minuten Yoga - und das passiert mit mir

15 Minuten Yoga am Morgen tun mir sehr gut

Es ist jetzt ein Jahr her, seit ich mir etwas angewöhnt habe, das ich mir früher niemals zugetraut hätte: Ich mache jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen 15 Minuten Yoga. Und ich finde es toll! Hier sind 6 gute Gründe, warum du das auch tun solltest.

Zugegeben: Die ersten paar Wochen war es hart. Da ist dieser eine verflixte Moment im Bett, in dem man sich überlegt, dass man 20 Minuten länger schlafen könnte, wenn man heute – nur heute, wirklich! – die Praxis ausfallen lassen würde.

Den muss man erst mal überwinden. Interessanterweise wird die verräterische Stimme im Kopf mit den Wochen immer leiser und leiser und irgendwann steht man einfach so auf, wenn der Wecker klingelt, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwinden, dass man genauso gut ausfallen lassen könnte. Denn:

Grund 1: Yoga am Morgen tut soooo gut!

Es klingt wie ein Klischee, aber es ist wirklich so: Yoga macht dich gesund, glücklich und fröhlich. Ich habe weniger Kopfschmerzen, bin selten verspannt, weniger krank – und habe meine erste Bewegungseinheit schon vor dem Frühstück hinter mir. Nie wieder ein schlechtes Gewissen, wenn ich abends direkt aus der Redaktion auf die Couch gehe! Juhu!

Geht das nur mir so? Ich habe mit Yoga-Lehrerin Bärbel Miessner gesprochen, die auf ihrem YouTube-Kanal "Yogamour" viele kurze Yoga-Einheiten zeigt, die man ganz toll zu Hause üben kann. Mit ihren Videos gehe ich jeden Morgen gerne auf die Matte.

15 Minuten Yoga am Tag mit Bärbel Miessner

Bärbel Miessner ist Yoga-Lehrerin betreibt seit 2010 den beliebten Video-Podcast YOGAMOUR.

Sie sagt: "Durch das regelmäßige Üben entwickelt sich eine Spirale von positiven Gedanken. Man bekommt einfach Lust auf mehr. Die meisten Menschen, die regelmäßig Yoga praktizieren, überlegen irgendwann: Wie ist es denn mit den Dingen, die ich zu mir nehme, und hinterfragen ihre Ernährung. Kann ich mich im Alltag anders bewegen? Brauche ich mehr Schlaf? Man wird kreativer und fängt an, sich für andere Dinge zu interessieren, für die Kapazitäten, die man selber hat, man lässt sich inspirieren. Man kriegt Lust aufs Leben, auf Natur, auf Freunde."

Grund 2: 15 Minuten Yoga gehen immer!

Wir alle beklagen uns ständig, dass wir keine Zeit haben, aber mit ihren Videos nimmt uns Bärbel Miessner ein bisschen die Möglichkeit, Ausreden zu finden. Sie dauern nämlich in der Regel zwischen 15 und 25 Minuten. "Sie sind dafür gedacht, eine kurze persönliche Routine zu entwickeln. Wenn du gleich mit 60 Minuten anfängst, ist alles viel zu kompliziert.

Da musst du so viel Zeit einrechnen, dass du es lieber doch nicht machst. Aber für eine Viertelstunde ist immer Zeit. Wenn du den Leuten dann vorrechnest, wie viel Viertelstunden sie am Tag mit Facebook, Instagram und YouTube verbringen – das ist ja viel mehr als so eine Yogamour-Folge. Nur dass es eben absolut nicht nachhaltig für Körper und Geist ist.

Ich bin der Meinung, eine Viertelstunde muss man Zeit haben am Tag für sich selbst. Sonst wird man krank. Wenn man sich die Zeit nicht nehmen kann, dann ist alles zu spät.“ (Bärbel Miessner)

Grund 3: 15 Minuten Yoga reichen schon aus!

Ich plane diese 15 Minuten für mich einfach ein, wenn ich abends meinen Wecker stelle und bereite dann auch alles schon so vor, dass ich am Morgen nur noch auf die Matte fallen muss. Und im Gegensatz zu anderen Workouts sind hier 15 Minuten vollkommen ausreichend, um den ganzen Körper zu wecken, zu lockern und zu trainieren.

Das liegt am besonderen Atem im Yoga, erklärt mir Bärbel. "Das Kernstück der Yoga-Asana-Praxis ist der Atem. Ich spreche immer wieder vom Ujjayī -Atem. Der Ujjayī -Atem ist eine Technik, die den Atem in die Länge zieht. Du atmest tiefer und langsamer. Und dieser tiefe, lange Atem in Verbindung mit diesen Bewegungen, der macht natürlich warm."

Fitness-Wunder darf man von 15 Minuten am Tag aber natürlich nicht erwarten: "Du wirst jetzt keinen Bizeps und keinen Sixpack kriegen, wenn du jeden Tag nur eine Viertelstunde übst. Aber ich glaube, wenn Muskeln regelmäßig bewegt werden, tut ihnen das gut. Und ich glaube sogar, dass es nachhaltiger ist, wenn es weniger intensiv ist und dafür regelmäßig, weil das einfach die sanftere Methode ist."

Grund 4: Du profitierst den ganzen Tag davon

Auch das verdanken wir wieder dem Atem, erklärt mir Bärbel, als ich ihr davon erzähle, dass ich nach der Arbeit nur sehr selten verspannt bin und mich den ganzen Tag wohl fühle. "Das hat etwas mit dieser Technik zu tun. Das ist ein Core-Atem, der passiert ganz tief innen drin. […]Wenn du das wirklich jeden Tag eine Viertelstunde ordentlich übst, dann überträgst du das. Du nimmst einen Teil davon mit in den Alltag. Es kann sein, dass du – ohne es zu merken – sogar am Schreibtisch ruhiger, tiefer und gleichmäßiger atmest und dich dadurch auch entspannst."

Und damit noch nicht genug! "Rein von der Physiologie her ist Atmen ja etwas, was automatisch passiert. Das regelt das autonome Nervensystem. Wir werden geatmet. Du denkst ja nicht, wenn du am Schreibtisch sitzt, 'jetzt muss ich einatmen, jetzt muss ich ausatmen', sondern das wird erledigt für dich. Und wenn du angespannt bist, wird der Atem sicher flacher gehen, kürzer. Wenn du aufgeregt bist, wird er schneller gehen. Wenn du entspannt bist, wird er ziemlich sicher langsamer gehen. Im Yoga haben wir die Möglichkeit, den Atem als ganz kraftvolles Werkzeug wahrzunehmen und zu sagen: Ich atme jetzt im Ujjayī -Atem und der geht tief und gleichmäßig. Damit überlistest du das Nervensystem. Du sagst: 'Ich atme tief und gleichmäßig, also bitte fahr runter.' Du kannst einfach das Werkzeug aus deiner Werkzeugkiste greifen, die du immer dabei hast, ohne dass du sie tragen musst. Nimm es einfach her, wenn du es brauchst, atme tief und gleichmäßig."

Grund 5: Yoga spricht den ganzen Körper an

Was schnell auffällt, wenn man mit den Videos von Bärbel Miessner übt: Sie folgen einem bestimmten Muster und enthalten fast immer einen dynamischen Sonnengruß, der den Körper aufweckt, Vorbeugen und Rückbeugen, Twists, Umkehrhaltungen, die Endentspannung Shavasana und eine Meditation. Warum? Damit es sich rund anfühlt und der ganze Körper angesprochen wird, erklärt sie mir.

Schuld daran sind die sogenannten Faszien, die Bindegewebshüllen unserer Muskeln, die beim Yoga intensiv gedehnt werden: Die Faszienbahnen an der Vorderseite mit den Rückbeugen, die Körperrückseite mit den Vorbeugen, die Seiten mit dem Twist und die tiefen Faszienbahnen über den Atem. "Und dann hast du das rundeste Training – wenn du es 'Training' nennen möchtest – das du kriegen kannst. Das kriegst du nicht beim Laufen, nicht beim Schwimmen und auch nicht beim Pilates", sagt Bärbel Miessner.

Grund 6: Yoga wird nie langweilig!

Auch wenn die Yoga-Sequenzen nach ein paar Wochen immer die gleichen sind – sie sind trotzdem jeden Tag anders. Denn je nachdem, wie man gerade drauf ist, in welcher Verfassung der Körper ist und wie wohl und fit man gerade fühlt, fühlen sich die Übungen immer anders an. Man lernt, auf seinen Körper zu hören und so zu üben, wie es an diesem Tag gerade gut tut. Je nachdem, wie ich mich fühle, übe ich mal leichte und mal schwere Übungen, mal dynamische Vinyasa Flow-Übungen, mal passiv gehaltene Yin Yoga-Übungen. Mal greife ich auch auf andere Übungsprogramme zurück, übe mit "Yoga Everyday" von Ursula Karven oder "Yoga macht Fröhlich" von Susanne Fröhlich. Immer so, wie ich mich gerade fühle.

"Diese Achtsamkeit im Yoga ist viel wert. Wenn ein Yoga-Lehrer dir das beibringen kann – sei achtsam mit dir selber und höre, wie dein Körper funktioniert – das ist eine wunderbare Art, Selbstliebe zu trainieren und sich zu akzeptieren, wie man funktioniert und wie man tickt. Und dann ist es wichtig, das anzunehmen und darüber auch ein bisschen zu schmunzeln. Nicht alles immer so ernst nehmen. Loslassen halt – auf allen Ebenen!"

Und das gilt nicht nur für die Yoga-Praxis selbst, sondern auch drum herum. "Wenn mir jemand sagt: Yoga ist mein Sport, ich mache jeden Tag 90 Minuten Yoga und ansonsten bin ich im Büro, dann finde ich das falsch. Weil ich finde, die Yoga-Asanas sind eine wunderbare Ergänzung zu allem, was man sonst noch mit seinem Körper, seinem Geist anstellen kann. Wichtig ist auch, draußen zu sein, sich fortzubewegen, spazieren zu gehen."

BONUS-Grund: Du tust dir gerne etwas Gutes

Warum also beim Yoga aufhören, wenn man schon dabei ist, sich selbst etwas Gutes zu tun. Auch dabei sind sich Bärbel Miessner und ich einig: Spazieren gehen gehört auch unbedingt dazu. "Ich probiere, das wirklich jeden Tag eine halbe Stunde zu tun und dabei achtsam zu sein, mit einem peripheren Blick.

Also dabei nicht nur vor mir auf die Straße zu starren und meinen Gedanken nachzuhängen, sondern ich versuche, wie in der Yoga-Praxis und in der Meditation achtsam wahrzunehmen, mich selbst draußen in der Natur, zu sehen, was um mich herum ist, wie riecht es, wie sieht es aus, wie fühlt es sich an? Das tut unwahrscheinlich gut. Abgesehen davon: Ins Grüne zu blicken, tut sowieso gut. Grün ist die Farbe des Herzens, des Herz-Chakras. Es macht einfach froh, egal, ob man es will oder nicht. Wenn man ins Grüne guckt, geht es einem gut."

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß dabei, euch ab sofort auch häufiger etwas Gutes zu tun, und sage: Namasté!

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