Mit Spaß Kalorien verbrennen

800 Kalorien in einer Stunde verbrennen - und das mit Spaß: Wir haben das neue Kurskonzept "305 Fitness" in New York getestet.

305 Fitness: Mit Spaß Kalorien verbrennen
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Was macht man da?

Party - und zwar ohne Pardon. Ein DJ mixt die schnellen, elektronischen Tracks nahtlos aneinander, sodass keinerlei Zeit zum Verschnaufen bleibt. Benannt nach der Vorwahl der US-Partymetropole Miami will "305 Fitness" im Sportstudio eine Partynacht mit den Freundinnen imitieren: Bis auf die pinkfarbenen und blauen Neonlichter ist es schummrig-dunkel, riesige Ventilatoren blasen aus allen Ecken Luft auf die Tanzfläche, der Bass wummert unermüdlich. Vorne vor der Spiegelwand macht die Trainerin alle paar Sekunden neue Dance-Moves vor, räkelt sich ab und an auf dem Boden, dann rennt sie durch die Menge und spornt die Teilnehmerinnen zu noch heftigerem Hüftenwackeln an. Das sogenannte "high intensity intervall training" (hochintensives Intervalltraining) treibt das Blut in den Kopf und den Schweiß aus allen Poren. Nach knapp einer halben Stunde gibt es fünf Minuten lang Kniebeugen in diversen Variationen, Kräftigung für Beine und Po, ohne Erbarmen. Nach einer kurzen Trinkpause fängt es von vorne an, bis die Stunde rum ist.

Wo gibt es das?

Bisher nur in den USA: Von New York aus treibt Erfinderin Sadie Kurzban, die gerade einmal 24 Jahre alt ist, die landesweite Verbreitung voran. 2010 gewann die damalige Studentin einen Unternehmerwettbewerb an ihrer Universität und bekam 75.000 Dollar Startkapital. Nach den Hamptons, der elitären New Yorker Wochenendexklave am Strand, gibt es "305 Fitness" mittlerweile auch in der Hauptstadt Washington D.C. Eine internationale Expansion ist derzeit nicht geplant, aber denkbar.

Was bringt's?

Kondition und vor allem viel verbranntes Fett. Den Veranstaltern zufolge verbrauchen die Teilnehmer pro Kurs mehr als 800 Kalorien. "Falls es dir zu anstrengend war, mach' trotzdem weiter", heißt es in der Email, die "305 Fitness" am Tag nach der ersten Stunde verschickt. "Unsere meisten Kundinnen geben an, dass sie nach nur fünf Workouts merken, wie ihre Ausdauer sich verbessert und ihr Körper schlanker wird."

Aber nicht nur äußerlich hat das Training einen Effekt, auch der Seele soll es gut tun. Die laute Musik und das schweißtreibende Tanzen setzen Glücksgefühle frei, Unsicherheiten und Kummer werden in den Hintergrund gedrängt. Rundherum setzen die Veranstalter alles daran, das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen zu stärken, die sie auch gern mal sie als "heiße Bräute" ansprechen. Ihr Motto: "Keep it sexy".

Für wen ist das geeignet?

Für Partygirls und extrovertierte Energiebündel, die kein Problem mit lauter Musik und sehr viel Sexiness im Raum haben. Oder für solche, denen das im Club eher eine Nummer zu viel ist - aber mit nur Frauen (minus DJ) im Raum und einem guten Grund (Fitness) durchaus Spaß macht. Ein bisschen Grundkondition ist hilfreich, um nicht nach zehn Minuten frustriert wieder die Tanzfläche zu verlassen.

Wie war's?

Kurz und nicht ganz schmerzlos - zwei Tage später zwickt die linke Wade noch immer. Aber zweifelsohne eine nette, moderne Abwechslung zu herkömmlichen Fitnesskursen. Meine Euphorie stieg und fiel mit der Musik, ich ziehe elektronische Melodien dem gängigen Pop-Rap vor. Dass das Training die Kondition herausfordert und bei regelmäßigen Besuchen sicherlich auch erheblich verbessert, stand in den Gesichtern der anderen Fahrgäste in der Subway, mit der ich nach Hause fuhr: Mit meinem knallroten Kopf und dem durchgeschwitzten Tank-Top wollte ich am liebsten gleich wieder aussteigen. Dafür empfinde ich am Tag darauf keinerlei schlechtes Gewissen beim Eisbecher.

aus New York berichtet Kim Bode
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