Besser trainieren mit Ayurveda

Sport und indische Gesundheitslehre - passt das zusammen? Ja, sehr gut sogar. Finden Sie heraus, welcher Ayurveda -Typ Sie sind, und nutzen Sie unsere Programme für Ihr Ideal-Training.

Finden Sie die Sportart, die zu Ihnen passt - mit Ayurveda

Entspannende Ölgüsse und sanfte Massagen. Oder indische Arzneien aus Pflanzen und Mineralien. Das fällt einem gemeinhin zu Ayurveda ein. Doch die "Wissenschaft vom Leben" - so die deutsche Übersetzung - bietet sich auch als erstklassiger Fitmacher an. Und zwar deshalb, weil die indische Erfahrungswissenschaft unseren Körper-Geist-Typ so exakt erfasst wie keine zweite Methode.

Ayurveda weiß, dass zwei Menschen trotz gleicher Größe, Gewicht und Alter völlig unterschiedliche Bedürfnisse haben können. Verknüpft mit den Erkenntnissen der modernen Trainingslehre, lässt sich dieses Wissen wunderbar aufs Workout anwenden. "Ayurveda kann dabei helfen, den maßgeschneiderten Sport und damit mehr Spaß am Training zu finden", sagt der Nördlinger Arzt und Ayurveda-Spezialist Dr. Detlef Grunert. "Es zeigt einem aber auch, wo sportliche Schwachpunkte liegen und wie sich diese überwinden lassen."

Voraussetzung ist nur, die individuelle Konstitution (Prakriti) zu bestimmen. Sie verrät, was Körper und Geist nützt und was ihm schadet. Der erste Schritt dazu beginnt bei den Vitalkräften, die die Natur eines jeden Menschen prägen: den berühmten Vata, Pitta und Kapha. Die so genannten Doshas beeinflussen Körperbau, Charakter, Appetit, selbst Schlafgewohnheiten oder die Festigkeit der Fingernägel. Dabei steht Vata für das Bewegungsprinzip (z. B. Muskeln, Kreislauf, Atmung, Flexibilität), Pitta symbolisiert unsere Energie (z. B. Stoffwechsel, Hormonsystem, Entschlusskraft, Begeisterungsfähigkeit), und Kapha repräsentiert Stabilität und Ausdauer (z. B. Gewebestruktur, Kraftreserven, innere Ruhe).

In jedem Menschen "stecken" alle drei Doshas in unterschiedlicher Verteilung. "Bei manchen dominiert das luftige Vata-Element, bei anderen die energiegeladene Pitta oder das robuste Kapha", so Ayurveda-Spezialist Grunert. "Geraten diese Vitalkräfte aus ihrem Gleichgewicht, löst dies nach ayurvedischem Verständnis Krankheiten aus." Ein guter Arzt kann das sehen, erfragen oder am Puls messen.

Auch unsere Übungspläne sind auf die jeweilige Konstitution zugeschnitten. Somit trainieren Sie Kraft, Ausdauer und Flexibilität anhand von Workouts, die exakt zu Ihrer individuellen Natur passen. Für Kapha-Frauen eignet sich Rope-Skipping, Vata-Frauen machen Übungen mit dem Theraband und Pitta-Frauen Tae-Bo. Dazu gibt es die passende Ausdauersportart. Um Ihr Dosha herauszfinden, machen Sie zuerst unseren kurzen Selbsttest.

Test: Welcher Ayurveda-Typ bin ich?

Pitta, Kapha oder Vata - welches Dosha habe ich?

Der Trainingspuls aus dem Ayurveda - so finden Sie Ihren Rhythmus

Gerade Anfängerinnen tun sich schwer, das richtige Tempo beim Laufen oder Biken zu finden. Dabei besitzt jede Sportlerin bereits einen eingebauten individuellen Tacho: ihren Puls. Der Herztakt gibt die Trainingszone vor, in der zum Beispiel die Fettverbrennung auf Hochtouren läuft (wichtig für Kapha) oder die Grundlagenausdauer wächst (bedeutsam für Vata).

"Bei der Frage, in welchem Pulsbereich ich am besten trainiere, hilft mir wiederum die Bestimmung der Konstitution", so Ayurveda-Spezialist Detlef Grunert. "Dominiert Kapha, darf die Belastung - und damit der Herztakt - höher liegen als bei Vata." Vata-Frauen machen demnach am besten Sport in einem Pulsbereich von 60 bis 70 Prozent ihres Maximalpulses. Der lässt sich leicht selbst errechnen.

Die Faustformel für die maximale Herzfrequenz lautet: "220 minus Lebensalter". Pitta trainiert bei 65 bis 75 Prozent des Maximalpulses und Kapha bei 70 bis 80 Prozent des Maximalpulses. Ein Beispiel: Das optimale Lauftempo für eine 30-jährige Pitta-Frau liegt bei 124 bis 143 Pulsschlägen pro Minute (entspricht 65-75 Prozent der maximalen Herzfrequenz 190).

Mit Pulsuhren lässt sich der Puls genauer und bequemer bestimmen als mit der Von-Hand-Methode. Bei Letzterem messen Sie den Puls während eines kurzen Trainingsstopps 15 Sekunden am Handgelenk und multiplizieren den Wert anschließend mit 4.

BRIGITTE BALANCE 02/07 Fotos: Jan Rickers Produktion: Joana Claro Programm/Text: Bernhard Hobelsberger/Nina Winkler
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