Die coolsten Wassersport-Arten

Surfen, Schnorcheln oder Kanufahren: Wer den richtigen Wassersport für sich entdeckt hat, fühlt sich fit, frei und lebendig. Die coolsten Wassersport-Arten im Überblick.

Schnorcheln - abtauchen und glücklich sein!

Ich habe großen Respekt vor den Tiefen des Meeres...

...deshalb ist Tauchen nichts für mich. Schnorcheln kann man dagegen ohne viel Aufwand, und ich liebe das unbeschreibliche Glücksgefühl, bäuchlings im Wasser zu treiben und von der Welt über mir nichts mehr mitzubekommen. Ein leises Knistern in den Ohren, plötzlich schwimmt eine Meeresschildkröte an mir vorbei - das ist einfach wunderbar.

Anders als beim Tauchen braucht man beim Schnorcheln keine Vorbereitung - wer möchte, kann jedoch bei der DLRG vorher den richtigen Umgang mit Maske, Flossen und Schnorchel lernen und das "Deutsche Schnorchel-Tauch-Abzeichen" machen. Im Urlaub macht es Sinn, sich bei den örtlichen Tauchschulen oder Anwohnern über die Wasserverhältnisse zu informieren: "Sonst kann es zum Beispiel passieren, dass man im Uferbereich durch Unterströmungen gegen Klippen gedrückt wird", so Dr. Harald Rehn, Referatsleiter Ausbildung bei der DRLG. Da es überall giftige Pflanzen und Tiere gibt, gilt generell die Regel: unter Wasser nichts berühren. Um Rücken und Nacken vor der Sonnenstrahlung zu schützen, am besten ein T-Shirt tragen. Gut sind spezielle T-Shirts mit UV-Schutz (z. B. beiwww.safesunwear.de) - und eine wasserfeste Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor auftragen.

Trainingseffekt: Gefordert werden, wie auch beim Schwimmen, vor allem die Schulter- und Armmuskulatur. "Durch den höheren Widerstand beim Schnorcheln mit Flossen ist die Beanspruchung für Beine und Waden aber zehnmal stärker", so Dr. Harald Rehn.

Ausrüstung: Taucherbrille mit einem möglichst großen Gesichtsfeld, Flossen und Schnorchel.

Kosten: ab ca. 135 Euro für das komplette Equipment - die Leihgebühr beträgt ca. 5 Euro pro Tag.

Kanu fahren - bis zum Horizont

Die Tage, an denen die Schultern schmerzen...

...die Wellen gegen die eigene Kraft arbeiten, vergisst man sofort, wenn sich zum Sonnenuntergang das Wasser glättet und das Kajak plötzlich leicht und schnell durch das Rot-Silber schneidet. Es ist ein wenig so, als fliege man einfach davon.

Ob allein, zu zweit oder als größere Gruppe, auf einem See oder Fluss, gemütlich oder schnell: Kanufahrten gibt's in vielen Variationen. Selbst auf dem Meer kann man eine Tour machen, allerdings ist das wegen der Wellen und Strömungen oft sehr anstrengend und nur etwas für erfahrene Kanufahrer. Um möglichst schnell voranzukommen, gilt bei mehreren Personen, dass die vorn Sitzenden das Tempo angeben - alle anderen paddeln synchron mit. "Ein häufiger Anfängerfehler ist es, zu hart und nur mit der Armkraft zu paddeln", erzählt Ingrid Schlott, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Kanu-Freestyle. "Besser, man nimmt die Schultern mit nach vorn und dreht den Rumpf nach rechts und links - so fällt das Paddeln leichter."

Trainingseffekt: fordert vor allem die Rücken-, Schulter-, Arm- und Brustmuskulatur.

Ausrüstung: Kanu, Paddel, Schwimmweste (nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen).

Kosten: ab ca. 10 Euro Leihgebühr pro Stunde.

Schwimmen - macht den Körper schwerelos

Morgens ist es im Freibad am besten

"...Wenn mich nichts dabei stört, meine Bahnen zu ziehen, und ich irgendwann ins Gleiten komme. Dann freue ich mich, dass ich tatsächlich um sieben Uhr aufgestanden bin - ein perfekter Start in den Tag."

Im Wasser spürt man durch den Auftrieb gerade mal zehn Prozent seines Gewichts - dadurch fühlt sich der Körper angenehm leicht an, und es werden auch noch die Gelenke geschont. Brustschwimmen ist die beliebteste Schwimmtechnik, wird aber häufig falsch gemacht: Viele heben den Kopf zu hoch, um kein Wasser in Mund und Nase zu bekommen. Damit Halswirbelsäule und Schultern entspannt bleiben, sollten Sie die Wirbelsäule schön lang machen und immer unter Wasser ausatmen. Die gesündeste Technik ist das Kraulschwimmen: "Dabei werden die Kniegelenke im Vergleich zum Brustschwimmen nicht so belastet - außerdem schont es den Rücken", erklärt Frank Wüstermann, Schwimmtrainer in der Kaifu-Lodge, Hamburg. Um das Atmen zu üben, erst mal am Beckenrand den Kopf zwischen den gestreckten Armen ins Wasser legen, zum Luftholen zur Seite drehen.

Trainingseffekt: Fast alle Muskeln werden gestärkt, vor allem Arme, Brust, Bauch, Rücken und Beine. Zudem kurbelt der Wasserdruck die Durchblutung an und strafft das Gewebe. Ist die Temperatur nicht zu hoch (ca. 28 Grad), beugt das Zusammenziehen der Venen Krampfadern vor.

Ausrüstung: Mit einer Schwimmbrille ist es leichter, unter Wasser auszuatmen. Beim Kauf darauf achten, dass sie sich richtig festsaugt - nur dann ist sie auch wirklich wasserdicht.

Kosten: Schwimmunterricht für Erwachsene ab ca. 6,50 pro Stunde.

Zum Weiterlesen: Schwimmen lernen - diesmal richtig!

Am Strand laufen - die kühlende Gischt spüren

Ich laufe gern am Strand, weil man nirgends so weit gucken kann...

...Der Blick geht bis zum Horizont und die Gedanken sowieso. Man kommt von ganz allein in einen meditativen Trance-Zustand.

Im Sommer nur morgens und abends laufen - tagsüber ist die Sonnenstrahlung besonders intensiv, zudem wird sie durch die Wasserspiegelung und den hellen Sand reflektiert und wirkt noch stärker. Generell ist wichtig, vorher eine Sonnenschutzcreme mit ausreichend hohem UV-Filter aufzutragen - bei starker UV-Strahlung besser eine Basecap tragen. Basecap und Stirnband verhindern, dass Schweiß in die Augen läuft.

Trainingseffekt: Im Gegensatz zum Joggen auf Asphalt oder Rasen braucht der Körper mehr Kraft, um sich aus dem weichen Sand abzustoßen: "Ober- und Unterschenkel werden deshalb etwa 30 Prozent stärker belastet", so Dr. Albrecht Wittig, Facharzt für Orthopädie aus Hamburg.

Ausrüstung: Wer keine Gelenkprobleme hat, kann einfach barfuß durch den Sand laufen - das wirkt gleichzeitig wie ein sanftes Peeling und macht die Füße schön zart. Sonst sollte man lieber Outdoor-Laufschuhe tragen.

Kosten: Gute Laufschuhe gibt es ab ca. 100 Euro.

Beachvolleyball spielen - Teamwork mit Spaßfaktor

Beachvolleyball ist eine Sportart mit Gute-Laune-Garantie!

...Im Urlaub habe ich jeden Tag mit Freunden gespielt. So lange, bis wir völlig erschöpft und voller Sand waren. Danach gab's nur noch eins: zur Abkühlung ins Meer!

Profis spielen zwei gegen zwei - man kann aber auch mit mehr Personen spielen, was nicht ganz so anstrengend ist. Wichtig ist, sich vorher aufzuwärmen, also ein paar Minuten lang im weichen Sand auf der Stelle laufen, die Füße bewusst von den Zehen zu den Fersen abrollen und sich den Ball einige Male zuspielen. Beim Pritschen die Handflächen wölben - zum Baggern greift die rechte Hand um die linke Faust, so dass Daumen und Unterarme parallel sind und der Ball mit den Unterarmen angenommen werden kann. Die ausführlichen Spielregeln gibt's beim Volleyball-Verband.

Trainingseffekt: Das Springen beansprucht vor allem die Bein- und Oberschenkelmuskulatur, aber auch Ober- und Unterarme werden gestärkt. Am Strand ist es anstrengender und verbraucht mehr Kalorien als in der Halle - "und schont die Gelenke", so Frank Streissle vom Deutschen Volleyball Verband.

Ausrüstung: Beim Kauf eines Beachvolleyballs darauf achten, dass die Nähte richtig verarbeitet sind - gut ist auch ein hoher Lederanteil. Wer nicht nur auf den öffentlichen Feldern spielen möchte, kann sich auch selber Netz und Pfosten kaufen.

Kosten: Für einen guten Beachvolleyball zahlt man ca. 50 Euro, Netz und Pfosten gibt's ab ca. 99 Euro.

Wasserski laufen - mit Highspeed übers Meer fliegen

Erst lag ich mit den Armen rudernd im Wasser...

...Man warf mir eine Leine mit Griff zu, rief 'Knie hoch', die Leine spannte sich - und ich stand auf dem Wasser, raste vor der mauritanischen Küste auf und ab. Das Boot fuhr einige Kurven, ich kreuzte die Bugwellen, hob kurz ab, landete wieder sicher. Und das mit dem guten Gefühl, jederzeit loslassen zu können und dann vom Wasser automatisch sanft abgebremst zu werden.

Anfänger fahren meistens auf zwei Skiern, Fortgeschrittene nehmen entweder nur einen Monoski oder stellen sich seitlich auf ein so genanntes Wakeboard (ähnlich wie ein Snowboard). Zum Start die Knie anziehen und die Ski im rechten Winkel zur Wasseroberfläche halten. Sobald das Boot anfährt, die Füße gegen das Wasser stemmen und vom Seil hochziehen lassen - den Oberkörper nicht zu weit nach vorn kippen, sondern die Bauchmuskeln anspannen und versuchen, eine aufrechte Position einzunehmen. Anfängern fällt es oft leichter, von einer Art Seilbahn übers Wasser gezogen zu werden: Das ist eine Rampe am Ufer, von der aus man in gehockter Haltung und mit gestreckten Armen startet (Adressen unter www.wasserski.de).

Wichtig ist die richtige Kleidung: "Auch im Hochsommer sollte man immer einen Neoprenanzug tragen - durch die Verdunstungskälte des Wassers und den Fahrtwind kann es sonst zu Unterkühlungen kommen", so Adolf Marx, Präsident des Deutschen Wasserski- und Wakeboardverbandes e. V.

Trainingseffekt: fordert den ganzen Körper - bei Anfängerinnen besonders die Oberschenkelpartie.

Ausrüstung: Wasserski, Schwimmweste, Neoprenanzug (kann man sich vor Ort ausleihen).

Kosten: zwischen ca. 10 und 15 Euro pro Stunde, ca. 5 Euro Leihgebühr für den Neoprenanzug.

Zum Weiterlesen: Wakeboarden - der Traum vom Gleiten

Surfen - auf der perfekten Welle

Am Anfang ist es gar nicht so leicht...

...das Segel aufrichten, die Balance halten und dann auch noch steuern... aber hat man es einmal geschafft, die ersten Meter zu fahren, ist das so ein gutes Gefühl, dass man gar nicht mehr vom Brett runter möchte.

Ideal für Anfänger ist ein leichter, konstanter Wind und flaches Wasser. Wichtig, um beim Segelaufholen nicht gleich aus der Puste zu kommen: "Leicht in die Hocke gehen, den Oberkörper nach hinten lehnen - eventuell einen Arm nach hinten halten, um ein Gegengewicht zu erzeugen. In dieser Haltung einfach etwas warten, bis das Segel langsam aus dem Wasser kommt", erklärt Gabriele Schlotmann, Sportwissenschaftlerin und Surf- Landestrainerin beim Seglerverband Nordrhein-Westfalen. Mast, Segel und Gabelbaum sollten der Körpergröße und dem Gewicht angepasst sein. Am besten mit einem Anfängerkurs in einer Surfschule einsteigen. Trainingseffekt: Beim Windsurfen werden nahezu alle Muskelpartien beansprucht, vor allem die Rumpf-, Schulter- und Armmuskulatur. "Durch den wackligen Untergrund werden zudem die tiefer liegenden Rückenmuskeln trainiert, die die Wirbelsäule stabiliseren", so Gabriele Schlotmann.

Ausrüstung:Surfbrett, je nach Wasser- und Lufttemperatur ein Neoprenanzug (beides kann man bei Surfschulen leihen).

Kosten: einwöchiger Anfängerkurs inkl. Equipment ca. 250 Euro; Surfbrett und Neoprenanzug ab ca. 10 Euro pro Stunde.

Tauchen - eine Reise ins tiefe Blau

Eigentlich habe ich mit Wasser ein Problem

...Es ist unberechenbar und macht mich seekrank. Aber fürs Tauchen springe ich hinein. Kein Tauchgang ist wie der andere. Ich weiß nie, was mich 20 Meter unter dem Meeresspiegel erwartet: Ein Schwarm Barrakudas oder Stachelrochen? Wilde Delphine? Ich bin dankbar, den Sprung ins kalte Wasser gewagt zu haben.

Vor dem ersten Tauchgang muss man sich vom Arzt durchchecken lassen - vor allem die Ohren und das Herz-Kreislauf-System. Eine gute Tauchschule erkennt man daran, ob nach einem ärztlichen Attest und Logbuch (eine Art Tagebuch, in dem alle Tauchgänge aufgezeichnet werden) gefragt wird oder wie die Geräte gewartet sind. Am besten eine international anerkannte Ausbildung machen (heißt "PADI" oder "CMAS"). Eine wichtige Grundregel ist, beim Auftauchen immer langsam und kontinuierlich Luft abzulassen - durch die Druckverhältnisse dehnt sich die Luft beim Aufsteigen aus, und das Lungenvolumen würde sonst zu stark zunehmen. Anfängerinnen vergessen häufig, beim Absteigen regelmäßig einen Druckausgleich zu machen, und müssen den Tauchgang dann wegen Ohrenschmerzen abbrechen. Damit die Tauchbrille unter Wasser nicht beschlägt, entweder mit einer speziellen Anti-Fog-Beschichtung einreiben oder kurz vor dem Tauchgang mit etwas Spucke auswischen. Wichtig ist auch, dass man mindestens 24 Stunden nach dem letzten Tauchgang nicht fliegt.

Trainingseffekt: Anfänger beanspruchen vor allem die hintere Oberschenkel-, Waden- und untere Rückenmuskulatur.

Ausrüstung: Da Druckluftflasche, Tarierjacket und Finimeter teuer und schwer sind, kann man die Tauchgeräte leihen. Die Flossen sollten anfangs nicht zu lang und zu hart sein. Horst Habermehl, Präsident der International Diving Association (IDA): "Die ungewohnten Schwimmbewegungen unter Wasser überanstrengen sonst die Muskeln, die Krampfgefahr wird erhöht."

Kosten: Der Kurs für den "Padi Open Water Diver"-Schein, mit dem man bis zu 18 Meter tief tauchen darf, kostet ca. 350 Euro, in Ferienländern häufig weniger.

Segeln - Sonne im Gesicht, Wind im Rücken

Unter mir das Meer, über mir der Himmel

...- ich liebe dieses herrliche Gefühl. Auf einem Segelboot erhole ich mich so schnell wie an keinem anderen Ort. Mein Kopf wird sofort wieder frei.

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel über das Wasser schippern oder für eine sportliche Regatta trainieren: Beim Segeln kann jeder selbst entscheiden, wie sehr er sich verausgabt. Wer ein Boot ausleihen möchte, muss meistens einen entsprechenden Segelschein (gibt es jeweils für See- und Binnengewässer) vorzeigen - und dafür muss man etwa drei Monate lang ein bis zwei Termine pro Woche einplanen. Für alle, die es erst mal ausprobieren möchten, bieten Segelschulen auch so genannte Schnupperkurse an (zwischen ein paar Stunden und einem Wochenende).

Trainingseffekt: Beim sportlichen Segeln kommt der ganze Körper zum Einsatz. "Dabei werden vor allem Rücken, Beine, Bauch und Arme gefordert", so Richard Jeske, Inhaber der Segelschule Wellsailing, Hamburg.

Ausrüstung: immer genügend Trinkwasser, eine Sonnencreme mit ausreichendem UV-Schutz und eine Basecap mit an Bord nehmen. Schwimmweste und Paddel sind im Mietboot bereits vorhanden.

Kosten: Der Sportbootführerschein Binnen kostet zwischen ca. 520 und 600 Euro, der Sportbootführerschein See zwischen ca. 450 Euro und 550 Euro - beides inklusive ärztlichem Attest, Lehrmaterial und Prüfungsgebühr. Wer sich ein Boot ausleihen möchte, zahlt pro Stunde ca. 15 Euro.

Ein Artikel aus der BRIGITTE Fotos: Ray Parker, Picture Press (1) Produktion: Birgit Potzkai Text: Melanie Grimsehl

Wer hier schreibt:

Melanie Grimsehl
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