Escribic: Auf in den Stockkampf!

Karolina trainiert philippinischen Stockkampf - und das mitten in Hamburg. Kombiniert mit Aerobic. Das Ganze nennt sich Escribic und es lohnt sich: Hinterher fühlt sie sich ausgeglichen und wach.

Escribic im Video

Karolina Lipiec (32) probiert den neuen Trendsport Escribic zum ersten Mal. Gemeinsam mit Escribic-Profi Silvia Hafemeister vom Gruner+Jahr Betriebssport zeigt sie im Video typische Übungen.

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Probestunde

Als ich den Kursraum betrete, weiß ich von Escribic nur, dass es eine Art Aerobic mit Stöckchen ist. Das Aufwärmen unterscheidet sich nicht von dem bei einem gewöhnlichen Bauch-Beine-Po-Kurs. Die Musik ist rhythmisch und wir bewegen uns im Takt - soweit nichts Neues.

Anschließend nehmen wir die Escribic-Stöcke in die Hände. Das sind circa einen Meter lange und nur 100 Gramm schwere Schlagstöcke, die innen mit Fiberglasfasern verstärkt sind und außen ein Schaumstoffhülle haben. Bei Escribic trainiert man mit einem Partner. Ich habe das Glück, unsere Trainerin zu erwischen, Silvia Hafemeister, eine geprüfte Escribic-Ausbilderin.

Karolina trainiert regelmäßig und hält sich für durchschnittlich fit

Wir stellen uns gegenüber auf und fangen mit einfachen Übungen an. Dabei schlagen wir die Stöcke wie Schwerter gegeneinander: Klack...Klack...Klack. Ganz langsam. Links schlägt gegen links, rechts gegen rechts.

Ich merke schnell, dass ich die rechte Hand flüssiger koordinieren kann. Bei der linken Hand muss ich mich mehr konzentrieren. "Das ist völlig normal", beruhigt mich die Trainerin. Als Rechtshänderin benutze ich überwiegend die rechte Körperseite, da wird die Koordinationsfähigkeit der linken Seite oft vernachlässigt. Dieses Ungleichgewicht soll Escribic mit den diagonalen Bewegungen ausgleichen.

Man muss hochkonzentriert sein, um die Arm- und Beinbewegungen nicht durcheinander zu bringen oder der Trainingspartnerin versehentlich mit dem Stock eins überzuziehen. Nach einer Weile werden die Übungen komplizierter: schnellere Schläge, mal oben, mal unten, Vorhand, Rückhand, dann in umgekehrter Reihenfolge oder spiegelverkehrt. Ich komme ins Schwitzen.

Es macht Spaß, mit der Gruppe im Takt zu schlagen. Bei den ausholenden Bewegungen muss ich immer wieder an die Schwertkampf-Szenen aus den Film "Highlander – Es kann nur einen geben" denken. Sehe ich etwa Angst in Silvias Augen, weil ich so ritterlich kämpfe? Als mich die Realität wieder einholt, merke ich, dass ich ganz automatisch schlage. Gut so, denn ich fürchte: sobald ich nachdenke, komme ich aus dem Takt. Bei der letzten Übung betteln meine verkrampften Handgelenke um eine Pause. Ein typischer Anfänger-Fehler: Ich habe den Stock zu verkrampft gehalten, zu hart angriffen und zu stark abgewehrt. Das erfahre ich später von den anderen Teilnehmern. Nach dem Training fühle ich mich wach und ausgeglichen.

Fazit

Escrima ist ein intensives Konzentrationstraining, das auch den Körper fordert, man kommt richtig ins Schwitzen. Es ist besonders für alle geeignet, die ein Training für Geist und Körper suchen.

Was ist Escribic?

Escribic ist eine Sportart, die auf die traditionelle philippinische Kampfkunst Escrima zurückgeht. Entwickelt wurde die Trainingsmethode vom Taekwondo-Großmeister Alfred Gehlen aus Bad Münder gemeinsam mit Aerobic-Trainerin Silvia Hafemeister. Alfred Gehlen hat in einem ersten Schritt die kriegerischen Komponenten von Escrima stark abgemildert. Silvia Hafemeister baute anschließend die Schrittkombinationen im Rhythmus zur Musik ein. Das war der Anfang von Escribic.

Während wir unsere Arme und Beine normalerweise gegengleich bewegen, nimmt man bei Escribic die ganze Körperseite mit: Greift der rechte Arm an, muss man auch das rechte Bein nach vorne bewegen. So werden rechte und linke Gehirnhälfte gleichermaßen belastet. Diese Bewegungsabläufe sollen die neuronalen Verbindungen im Gehirn trainieren und ihre Vernetzung anregen. Die Escribic-Trainer sagen, wer regelmäßig übe, werde reaktionsschneller, konzentrierter und geschickter.

Bei Neurobic, einer Vorform von Escribic, fallen Musik und Choreografie weg. Doch auch dieses Training soll den Geist aufnahmebereiter und den Körper belastbarer machen.

Wer eine Kampfsportart erlernen möchte, wird mit Escribic allerdings nicht glücklich. Denn bei dieser Sportart steht nicht der Kampf im Vordergrund, sondern die Fitness.

Escribic ist auch für Einsteiger geeignet, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Ähnlich wie Escrima hat Escribic zwölf aufeinander aufbauende Schwierigkeitsstufen. Zu jedem Level gehören ca. 10 verschiedene Stockkampf-Kombinationen.

Weitere Informationen

... zu Escribic gibt's auf www.escribic.de. Escribic wird bislang noch selten unterrichtet. Die Alternative, Escrima, wird vor allem in Kampfsportzentren angeboten. Hier können Sie nach einem Kurs in Ihrer Stadt suchen: www.citysports.de.

Text: Karolina Lipiec Video und Foto: Monika Herbst Schnitt: Stefan Ridder

Wer hier schreibt:

Monika Herbst
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