Figur: "Ich will einen flachen Bauch"

Daniela Reineke ist Rechtsanwältin und beruflich sehr engagiert. Für den Job tut sie alles, für ihre Figur weniger. Die Folge: Rettungsringe um den Bauch. Die stören sie mächtig. Deshalb sagt sie: "Ich will endlich einen flachen Bauch".

Die Ausgangssituation

Daniela Reineke Rechtsanwältin, 37, aus Hamburg Daniela arbeitet fast rund um die Uhr, selbst am Wochenende. Für Sport plant sie nicht allzu viel Zeit ein: Sie geht unregelmäßig laufen, manchmal spazieren und selten schwimmen. Nur zum Reiten schafft sie es regelmäßig. Bei einer Größe von 1,74 Meter wiegt Daniela rund 72 Kilo - Normalgewicht. Das hält sie mit Schwankungen von drei bis vier Kilo schon immer. Doch während sich die Pfunde bei vielen Frauen schön gleichmäßig verteilen, sitzen sie bei ihr an Oberschenkeln, Po und vor allem am Bauch. Die kräftigen Oberschenkel, denkt Daniela, kommen von ihrer langjährigen Reitleidenschaft, damit kann sie gut leben. Ihren Bauch aber mag sie gar nicht, Daniela sagt: "Ich war im vergangenen Jahr aus Kummer sehr schlank und hab mir vieles umschneidern lassen. Jetzt werden die Hosen wieder eng, und der Bauch schwabbelt in Rettungsringen drüber. Wenn es mir gut geht, dann esse ich einfach leidenschaftlich gern.

Auf Verzicht oder neuen Kummer, um wieder abzunehmen, bin ich nicht scharf, auf einen flachen Bauch hingegen sehr! Wenn ich das trotz des Vollzeitjobs und meiner Vorliebe fürs Essengehen hinbekomme, dann wäre das wie ein Geschenk für mich."

Die Personal Trainerin

Henrike Hoppmanns,Figur- und Ausdauertraining, Sportmotivation, Hamburg www.personalfitness-hamburg.de www.meridianspa.de

Daniela ist eine sportliche Frau mit einer guten Körperspannung. Man merkt, dass Sport in ihrem Leben eine Rolle spielt. Typbedingt sammelt sich Danielas Körperfett am Bauch. Ich empfehle Daniela 2 bis 3 Ausdauereinheiten pro Woche wie Laufen, Schwimmen, Radfahren und Bauchtraining - am besten mindestens 45 Minuten bei einem Puls zwischen 135 bis 155. Um alle Bereiche des Bauchs sowie den Beckenboden zu kräftigen, empfehle ich Daniela Kurse wie Pilates oder Bauchgymnastik. Eine effektive Bauchübung für zu Hause ist der Frontstütz: Auf dem Bauch liegend, mit den Unterarmen aufstützen. Po heben, bis Rumpf und Beine eine Linie bilden. Nach unten schauen, Bauch und Beckenboden aktivieren. Steigerung: Im Wechsel das rechte und linke Bein anheben. 10-mal je 5 bis 10 Sekunden halten. Das ist anstrengend, aber wirkt!

Die Ernährungsexpertin

Annette Leitz,Ökotrophologon und BRIGITTE-Mitarbeiterin, Hamburg

Daniela frühstückt nicht, isst mittags mehr als nötig, abends gibt es erst spät noch etwas. Ihr größtes Problem: Sie mag auf Fettiges wie Schweinebauch und Chips nicht verzichten. Erste Maßnahme: Frühstücken. Das fördert die Konzentration und verhindert Heißhunger am Mittag. Super ist eine Tasse Müsli mit Milch und Obst oder ein Vollkornbrötchen mit fettarmem Belag - das geht auch noch im Büro. Wenn sie mittags zu Fertiggerichten greift, sollte Daniela auf die Energiedichte achten. Ein Business-Lunch verführt oft, zu viel zu essen. Zu Hause üben, bewusst und langsam zu essen, bis das Sättigungsgefühl eintritt - das dauert ca. 20 Minuten. Saucen separat servieren lassen und sparsam dosieren, Salat selbst mit Essig und Öl abschmecken. Rote Saucen (Tomate) sind meist besser als weiße (Sahne), Gegrilltes (Fleisch, Fisch) besser als Geschmortes oder Gebackenes.

Die Kosmetikerin

Christina Kleinert,Beauty- und Wellnessfarm Christina, Wentorf www.beautyfarm-christina.de

Das Bindegewebe an Danielas Bauch ist nicht so stark, die Fettzellen drücken sich von unten durch. Die Haut wirkt deshalb dellig, der Stoffwechsel ist verlangsamt. Zehn Stunden entschlackende Ganzkörpermassage können den Stoffwechsel anregen und dadurch die Cellulite lindern. Ich empfehle Daniela zudem ein wöchentliches Bauchpeeling, das abgestorbene Hautschüppchen entfernt. So können Pflegeprodukte mit Extrakten aus Koffein, Efeu, Bambus oder Birke besser einwirken (z. B. "Masvelt" von Clarins). Sie bekämpfen Wassereinlagerungen, verfeinern und straffen das Gewebe. Unterstützend wirkt eine tägliche, ca. dreiminütige Zupfmassage: Mit Mittel- und Ringfinger sowie Daumen beider Hände Haut und darunter liegendes Fettgewebe leicht zusammenkneifen und von der Seite beginnend über den ganzen Bauch tanzen.

...und das hat's gebracht:

Nach einer Woche Ich habe mich entschieden, auf meine geliebte Schweinebacke und den Gänsebraten nicht zu verzichten, sondern stattdessen die Zahl solcher deftigeren Mahlzeiten zu verringern. Die Ernährungsberaterin hat mit mir geschimpft, auch weil ich im Büro bis mittags nur Kaffee trinke und bestenfalls eine Banane verschlinge. Ich bin eine ernährungsphysiologische Katastrophe! Nun gut, ich frühstücke also jetzt, und gegen meinen abendlichen Heißhunger esse ich oft ein hartgekochtes Ei mit Tomatenmark. Ich bemühe mich wirklich, und meine Kolleginnen sagen, das merkt und sieht man mir an. Meine Sporttrainerin war auch schon fleißig mit mir. Noch fehlt mir die Kraftausdauer für viele Übungen, aber das wird. Die Aussicht auf zehn Entschlackungsmassagen ist natürlich besonders verlockend. Die erste Massage tat manchmal ein bisschen weh, war aber auch sehr entspannend. Gern massiere ich unterstützend täglich auch selbst ... puh, es gibt viel zu tun, aber - ich bin wunderbar motiviert.

Nach einem Monat Vier Wochen lang habe ich alle Abendtermine gestrichen - ich trainiere, wellnesse, massiere nur noch! Fettes kommt nicht mehr ganz so leicht auf meinen Teller, schließlich hat die Ernährungsberaterin täglich meine Essenswahl kommentiert. Jetzt weiß ich, dass z. B. in einer gesund klingenden Rucolaschaumsuppe in erster Linie die Sahne schäumt oder dass ein gebackenes Fischfilet eine nettere Formulierung für frittiert ist. Mittlerweile kann ich die Energiedichte von Lebensmitteln berechnen. Vor jedem Essen frage ich mich: "Was ist jetzt eine gute Wahl?" Das macht mir bewusst, wie oft ich einfach wahllos etwas in mich hineingestopft habe. Neulich habe ich - ganz heldenhaft - sogar auf eine Bürofeier verzichtet, weil ich wusste, dass es da wieder zu viel zu Essen gibt.

Bezüglich der täglichen Zupfmassagen bin ich leider selbst recht faul gewesen. Auf jeden Fall will ich mir eine Körperstraffungscreme besorgen - es soll ja nicht wieder wabbeln, wenn die regelmäßigen Termine aufhören. Gleiches gilt natürlich auch für den Sport. In der Termintretmühle der Trainerin hatte ich überhaupt keine Chance, den Schlendrian einkehren zu lassen. Das tat mir ganz gut: Meine Sport-Motivation ist um einiges gestiegen. Ich will nun Mitglied in dem Fitnessstudio werden, in dem ich trainiert habe. Meine Muskeln sind kräftiger geworden, und ich wiege konstant zweieinhalb Kilo weniger, womit ich sehr zufrieden bin. Mein Bauch ist zwar noch nicht so flach, wie ich ihn mir wünsche, aber mein Körpergefühl hat sich schon entscheidend verbessert.

Ich habe von allen drei Coaches eine Menge mitgenommen und fühle mich inzwischen schon sehr viel "gespannter" als vorher. Das Wichtigste aber ist, dass ich dank der motivierenden Unterstützung auf einem guten Weg bin. Der ist sicher noch etwas länger, aber ein Weg geht nur zu Ende, wenn man losgeht. Und das habe ich gemacht.

Fotos: Getty Images, Max Missal, Olff Appold, Privat Text: Stefanie Wiggenhorn Ein Artikel aus der BRIGITTE Balance 01/09

Wer hier schreibt:

Stefanie Wiggenhorn
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