Fit bei Frost

Ist Outdoor-Sport in der kalten Jahreszeit wirklich gesund? Aber ja! Wie Sie im Winter am besten trainieren. Und wann es besser ist, abzuwarten und Tee zu trinken.

Aktiv gegen Winter-Blues

Auch wenn es draußen knackig kalt ist und der Gedanke, sich bei Musik und Kerzenschein an einer Tasse Tee festzuhalten, so viel verlockender erscheint als das regelmäßige Walking, Radfahren oder Joggen... bleiben Sie dran und relaxen Sie später. Denn besonders in der trüben Jahreszeit ist das Training draußen sinnvoll: Gerade jetzt passt sich unser Organismus den Witterungsbedingungen an.

Und wer keine Sportpause einlegt, beugt gegen Fettpölsterchen und Winter-Blues vor. Den vertreibt übrigens das Glückshormon Serotonin (unser körpereigenes Antidepressivum) - rezeptfrei und garantiert ohne Nebenwirkungen. Und es gibt kein Medikament, das den Blutzellen so einheizt, wie Bewegung an der frischen Luft. Schon nach 30 Minuten pulsieren im Blut 31 Prozent mehr Killerzellen, die Bakterien, Viren und Krebszellen vernichten.

Richtig aufwärmen - so geht's

Weil sich aber die Kälteempfindlichkeit bei jedem unterschiedlich äußert, ist es schlau, sich vorsichtig an die eigenen Grenzen heranzutasten. Egal, ob Sie joggen, walken, Skilanglauf machen oder fürs Ausdauertraining ausgedehnte Radtouren unternehmen: Aufwärmen ist das A und O.

Neben leichten Übungen wie Fuß- und Schulterkreisen bringt schon ein extra langsames Antrainieren von etwa 15 Minuten die Muskeln auf Betriebstemperatur. Dehn-Übungen gehören beim persönlichen Trainingsprogramm allerdings ganz nach hinten und dann am besten ins Warme. Denn sonst entspannt man die Muskulatur, die gleich noch arbeiten soll.

So sind Sie gut angezogen

Wer gegen Regen, Schnee und Herbststürme gewappnet sein will, sollte auch auf die richtige Kleidung achten. Feinripp in Ehren, aber hier zieht die alt bewährte Baumwolle den Kürzeren. Windabweisend und atmungsaktiv ist der ideale Dress, aus Kunstfasern, die Schweiß sofort nach außen transportieren und gleichzeitig die produzierte Wärme speichern. Mützen und Stirnbänder während des Trainings besser nicht absetzen, auch wenn der Kopf dampft und die Stirn kitzelt, der Temperaturunterschied belastet sonst die Abwehrkräfte unnötig.

Was tun bei Erkältung?

Und wenn das Immunsystem bereits schwächelt? Bei leichten Anzeichen einer Erkältung zum Beispiel betont langsam und in kurzen Einheiten trainieren. Diese "Effizienz der Langsamkeit" hält den Kreislauf sehr schonend auf Trab. Gefährlich wird Sport nur bei Fieber und Gliederschmerzen, geschwollenen Lymphknoten oder Antibiotika-Einnahme. Wer bei ernsthaften Erkrankungen nicht zu Hause bleibt, riskiert sogar eine Herzmuskelentzündung.

Richtig atmen

Dass kalte Luft generell der Lunge schade, stimme nicht, so der Hamburger Facharzt für innere Medizin, Lungen- und Bronchialheilkunde, Dr. Christian Seevers. Er gibt grünes Licht für Wintersportler, ausgenommen Menschen mit "bronchialer Übererregbarkeit", sprich für Asthma anfällige Personen. Bei ihnen kann ein so genanntes Kälte-Asthma die Outdoor-Aktivitäten erschweren.

Besonders dann, wenn durch den Mund geatmet wird. "Das ist generell nicht optimal. Es kühlt die Schleimhaut auf den Bronchien ab und trocknet sie aus. Die Nasenatmung ist die beste", sagt Christian Seevers. Denn dabei wird die kühle Luft angefeuchtet und gleichzeitig erwärmt. Wer Schwierigkeiten mit dem Atmen durch die Nase hat: einfach einen Fleece-Schal locker vor den Mund legen, der schützt außerdem die Haut vor der Kälte. Sobald aber die Lunge beim Atmen schmerzt, zum Beispiel bei strengen Minusgraden, das Tempo und Pensum unbedingt halbieren oder vorsichtshalber doch mal ein, zwei Tage pausieren.

Fazit

Wenn also ein paar Dinge beachtet werden, sind Outdoor- Aktivitäten in der kalten Jahreszeit nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Selbst wenn es nieselt und Schneeflocken fallen. Immunsystem, Stoffwechsel, Muskeln und Seele bleiben fit und schön im Gleichgewicht. Darauf einen Tee.

Text: Silke König Foto: © women outdoors BRIGITTE Heft 1/2007
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