Nachgefragt: Wie werden wir bis zum Sommer Bikini-fit?

Fitness-Bloggerinnen

Wie schaffen wir es, bis zum Sommer Bikini-fit zu werden – und uns zu sportlichen Höchstleistungen zu motivieren? Wir haben die Fitness-Bloggerinnen Julia Nadolny und Karoline Pilz gefragt.

BRIGITTE.de: Vielen Menschen fehlt die Motivation für Sport: Was ratet ihr ihnen?

Karolin: Grundsätzlich versuche ich den Menschen, die sich für das gesamte Themenfeld Sport interessieren, immer wieder bewusst zu machen, wie wichtig ein gesunder Körper ist – von innen und von außen. Sport bedeutet nicht nur, ein Mal pro Woche eine Stunde Rad zu fahren. Sport ist das spannende Projekt "Ich", welches durch die Kombination von Bewegung und Ernährung nicht nur ein verbessertes Lebensgefühl gibt, sondern auch einen neuen Zugang zu sich selbst. Es geht nicht nur darum, den inneren Schweinehund zu überwinden, sondern eine neue Art der Begeisterung für die eigene Gesundheit zu finden.

Julia: Es ist total wichtig, eine Sportart zu finden, die einem Spaß macht. Spaß ist ein ganz wichtiger Faktor beim Sport, der hilft, am Ball zu bleiben. Wenn mir etwas Spaß macht, dann mache ich es gerne. Und wenn ich etwas gerne mache, muss ich mich nicht jedes Mal dazu überreden, es wieder zu machen. Es kann helfen, Schnupperkurse in Anspruch zu nehmen und sich etwas auszuprobieren. Außerdem ist es hilfreich, eine Freundin zu schnappen und mit ihr zu starten. Einem Freund sagt man nicht so schnell ab – und nach dem Training kann man die Zeit gleich noch nutzen und gemeinsam kochen. Auch ein schickes neues Sportoutfit kann motivieren – wer will schon in seinen alten ausgetretenen Schuhen gerne laufen gehen mit dem ausgeblichenen Shorts vom Vorjahr?

Welche Sportart eignet sich am besten für Fitness-Anfänger?

Julia: Fitness-Anfänger sollten am besten mit einem Training starten, das die grundlegende Ausdauer trainiert. Langsame und kurze Läufe eignen sich beispielsweise sehr gut dafür. Wer nicht so gerne läuft, kann auch Radfahren oder Schwimmen gehen. Außerdem ist es sehr wichtig für Anfänger, zuallererst Muskulatur aufzubauen. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht bergen ein geringeres Verletzungsrisiko, als ein Training mit schweren Gewichten. Hierbei ist wichtig, dass Sportanfänger mit einem ausgebildeten Trainer trainieren – ob in einem Kurs, in einer kleineren Gruppe oder mit einem Personal Trainer.

Die saubere Übungsausführung ist das A und O – wer das gleich von Anfang an lernt, beugt Verletzungen vor und erzielt schnellere Trainingserfolge (und das motiviert wiederum). Ich sehe leider viel zu oft, wie Sportanfänger Übungen falsch ausführen, und ihren Rücken und ihre Gelenke damit langfristig schädigen können. Deswegen sollte man im Fitnessstudio immer eine Trainingseinführung mit einem Trainer des Studios in Anspruch nehmen.

Was ist die beste Trainingsform für Fortgeschrittene?

Julia: Die perfekte Trainingsform hängt immer vom jeweiligen Trainingsziel ab – möchte ich abnehmen oder möchte ich Muskelmasse aufbauen? Allgemein ist ein kombiniertes Kraft-Ausdauertraining immer ein Must-have zum Haupttraining (Schwerpunkt Kraft oder Ausdauer). Fortgeschrittene Sportler können mit Intervallen Akzente in ihrem Training setzen. Egal, ob beim Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining: Durch eine hohe Belastung werden neue Akzente im Training gesetzt. Ein gutes Training für Fortgeschrittene führt dann zu Leistungsverbesserungen, wenn es aus der richtigen Mischung aus ruhigen Dauerläufen, Krafttraining, Intervall-Läufen und hochintensivem Training besteht.

Habt ihr einen Geheimtipp, um möglichst schnell Bikini-fit für den Sommer zu werden?

Karolin: Möglichst "schnell" ist immer so eine Sache – besonders, wenn es um die Traum-oder Bikinifigur geht. Ein gesunder, athletischer und fitter Körper entsteht nicht in den letzten drei Wochen vor Sommerbeginn. Meine absolute Empfehlung ist und bleibt so simpel es klingt: Bewegung und richtiges Essen. Eine Sportart, die man regelmäßig mit Freude betreibt, in Kombination mit einer wirklich sauberen Ernährung. Keine Fertigprodukte und bitte keine Crash-Diät. Dafür: unverarbeitete, frische ! Damit kann man nicht nur tolle Gerichte kochen, sondern unterstützt so auf lange Sicht einen fitten Körper.

Julia: Um möglichst schnell Bikini-fit zu werden, sollte immer eine Kombination aus Ernährung und Sport eine Rolle spielen. Kohlenhydrate gegen Abend zu reduzieren, bringt einen schnellen Erfolg. Außerdem sollte man auf zuckerhaltige Getränke beziehungsweise zu viel Zucker in Lebensmitteln verzichten. Eine Kombination aus Cardio und Functional Training verbrennt zudem Fett und strafft den Körper.

Beim Abnehmen spielt Ernährung eine große Rolle: Welche Lebensmittel gehen bei euch nie aus?

Karolin: Ich bin absoluter Harzer Käse Fan! Ein richtiges Protein-Paket und vergleichsweise wenig Kalorien, welches wirklich immer in meinem Kühlschrank liegt. Auch immer mit dabei als Snack für zwischendurch: Cashew-Nüsse und Kokoswasser.

Julia: Ernährung spielt nicht nur eine Rolle. Sie macht ca. 90 Prozent des Abnehmens aus. Sport trägt dazu bei, aktiv Fett zu verbrennen, und Muskelmasse aufzubauen. Muskeln sind quasi unsere Brennöfen, auch wenn wir uns mal nicht bewegen. Doch zurück zur Ernährung: Ich habe eigentlich immer frisches Obst und Gemüse im Haus, außerdem immer Reis und Nudeln (wichtig für Sportler, denn ohne Kohlenhydrate haben wir keine Power fürs Training). Haferflocken, Mandelmus und Joghurt/Quark fürs Frühstück und natürlich immer etwas Schoki oder Gummibärchen. Ich sag immer: Beim Abnehmen sind nur Verbote verboten. Denn erst wenn wir uns etwas verbieten, können wir an nichts anderes mehr denken. Irgendwann halten wir es nicht mehr aus und essen dann nicht nur die doppelte Menge, sondern gleich die ganze Tafel.

Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Julia: 6.15 Uhr klingelt der Wecker. Dann wird das Frühstück vorbereitet und eingepackt. Mal gibt es eine Smoothie-Bowl, mal Quark oder Joghurt mit Granola und Obst oder aber ein paar belegte Vollkornstullen (gerne mit Avocado). Ich trainiere morgens immer ein bis eineinhalb Stunden auf nüchternen Magen, esse dafür aber abends genügend Kohlenhydrate, um ausreichend Energie für das Training zu haben. Nach dem Training geht’s zur Arbeit, dort frühstücke ich dann immer. Mittags geht’s zum Italiener, wenn ich mir nicht gerade was am Abend vorbereitet habe. Spaghetti Scampi esse ich mindestens ein bis zwei Mal die Woche. Ansonsten geht auch mal ein Gemüseeintopf, Sushi oder ich bereite mir ein Thaicurry mit Reis vor. Nachmittags wird dann der Süßhunger mit einem Muffin, etwas Schoki oder einem Eis befriedigt. Abends koche ich eigentlich immer, wenn ich mich nicht gerade mit Freunden treffe. Übrigens ein weiterer Grund, warum ich morgens trainieren gehe – damit ich abends Zeit für meine Freunde habe und nie eine Verabredung nicht annehmen kann. Wenn ich koche, dann meistens etwas, was schnell geht. Ofengemüse mit Feta, Fisch und Gemüse, Couscoussalat, aber auch mal Pizza oder Flammkuchen.

Gibt es eine tägliche Routine, die ihr uns nicht vorenthalten wollt?

Julia: Viel trinken. Das ist tatsächlich etwas, was ich routinemäßig immer mache. Ansonsten gibt es bei mir nur ganz wenig tägliche Routinen.

Wie oft sollte man pro Woche trainieren, um fit zu bleiben?

Julia: Ich würde empfehlen, mindestens zwei Mal pro Woche mindestens 45 Minuten zu trainieren. Um im Training voranzukommen, ist es wichtig, Trainingsanreize zu setzen, und nicht immer auf die gleiche Art und Weise zu trainieren. Alternativ kann man aber auch einfach drei bis vier Mal die Woche zu Hause 20-30 Minuten etwas machen. Ebenso wichtig, wie regelmäßig zum Sport zu gehen, ist aber auch, im Alltag genügend Bewegung einzubauen. Also Treppen statt den Aufzug zu nehmen. Oder das letzte Stück nach Hause zu laufen, im Sommer das Fahrrad für kürzere Strecken zu nehmen oder einfach mal eine Runde Volleyball mit den Freunden am Strand zu spielen. Dann muss man sich auch nicht solche Gedanken um sein Training machen, das läuft dann meistens auch ganz von selbst.

Hilft euch , immer "am Ball zu bleiben"?

Karolin: Natürlich inspiriert es mich, auf Social Media Kanälen täglich Bilder zum Thema Sport, Fitness und Ernährung zu sehen und sicherlich haben diese in dem einen oder anderen "schwachen Moment" ihren Teil dazu beigetragen, dass ich dann doch noch zum Sport gegangen bin, doch das "richtige" am Ball bleiben ist meiner Erfahrung nach ein Prozess, den jeder für sich erlernen muss. In diesem Prozess lernt man, Disziplin zu üben, ursprüngliche Grenzen zu überwinden, aber auch Rückschläge innerhalb des Prozesses zu verarbeiten. "Am Ball bleiben", sprich: mal vor, mal zur Seite und auch mal zurückzugehen, entsteht aus dem eigenen Tun und der eigenen Motivation heraus – aber Instagram kann diese eigene Grundbewegung auf jeden Fall positiv unterstützen.

Warum seid ihr Fitness-Bloggerinnen geworden?

Karolin: Mein Wunsch ist es, mit meinem Blog Menschen für sich selbst zu begeistern. Fitness, sprich Sport und gesunde Ernährung, haben meine Art zu denken, zu leben und zu fühlen komplett verändert. Positiv! Ich bin stärker geworden – sowohl körperlich als auch mental. Ich bin Fitnessbloggerin geworden, um auch andere Menschen für dieses Miteinander von mentaler und körperlicher Stärke, vereint in einem gesunden und sportlichen Körper, zu begeistern.

Julia: Ich bezeichne mich ungern als Fitnessbloggerin. Ich teile einfach meine Leidenschaft für gutes Essen und Sport mit meiner Community. Ich sage keinem, wie oft er was machen muss, um einem Ideal näherzukommen. Wir werden uns unser Leben lang bewegen und essen müssen. Deshalb ist es mir wichtig, dass jeder seinen Weg findet, wie er/sie das am einfachsten, gesund und ausgewogen umsetzen kann. Ich hatte nie die Absicht, ein Fitnessblogger zu werden. Ich arbeite hauptberuflich im Sport- und Ernährungsbereich, Instagram selber mache ich nur nebenbei, weil es mir Spaß macht. Mir ist es eher ein Anliegen, die Plattform mit meiner Reichweite zu nutzen, um aufzuklären – es kursieren so viele Lügen im Netz über vermeintlich gesunde Lebensstile, über Lebensmittel und Trainingsmethoden.

Ich möchte einfach zeigen, dass jeder in seinem Maß mit wenig Aufwand fit sein kann, dass man keine Pulver und Pillen braucht, um Muskeln aufzubauen, und dass man sich weder Schokolade noch Kohlenhydrate verbieten muss. Instagram fördert leider sehr viele krankhafte Fitnessbilder, da möchte ich einen Gegentrend setzen und zeigen, dass Fitness nicht Low Carb bzw. High Protein und sieben Mal pro Woche Training ist, sondern eine gesunde Einstellung zu seinem Körper und ein ausgewogener Lebensstil.

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