Bokwa: Tanzen nach Zahlen und Buchstaben

Der neue Fitness-Trend aus den USA heißt Bokwa: Dabei wird nach Zahlen und Buchstaben getanzt. Das verbrennt enorm viele Kalorien und macht auch Tanz-Workout-Muffeln wie BRIGITTE-Mitarbeiterin Daniela Stohn Spaß.

Es gibt Frauen, die schweißtreibende Fitness-Kurse hassen, aber gern tanzen und dabei vergessen, dass sie sich eigentlich bewegen. Und dann gibt es sportbegeisterte Frauen, deren Hüften so unbeweglich sind wie Tanker - und für die Tanz-Workouts der reinste Horror sind, weil sie ständig Angst haben, ihre Beine zu verknoten.

Ich gehöre eindeutig zur zweiten Gruppe. Klar, ich weiß: Tanzen fühlt sich an wie eine Party und nicht wie Sport, deshalb sind Workouts wie Zumba oder Latin Dance gerade bei Frauen so wahnsinnig beliebt. Trotzdem ist mir nicht ganz klar, warum ein Konzept, bei dem man Buchstaben und Zahlen nachtanzt, rund um den Erdball die Massen begeistert.

Und dann tanze ich plötzlich selber Buchstaben. Bokwa, erklärt uns Trainerin Christina Kalus gleich zu Beginn der Stunde, setzt sich aus Boxen (Bo) und dem afrikanischen Tanz Kwaito (Kwa) zusammen. Getanzt wird dabei zu aktueller Musik aus den Charts, die Schrittfolgen zeigt sie per Handzeichen an: Ein I ist zum Beispiel ein nach oben gestreckter Zeigefinger, das O ein Kreis aus Zeigefinger und Daumen. "Nicht grübeln, einfach nachmachen", rät Christina. Und tatsächlich: Ich vergesse meine Beine und gerate in eine Art Flow - ich spüre nur noch den Rhythmus der Musik. Die Schrittfolgen sind wirklich leicht, die lästigen Gedanken, wie ich wohl dabei aussehen könnte: plötzlich weg. Ich gebe einfach nur Gas, immer freier und dynamischer werden die Bewegungen.

Keine festen Choreografien, kein kompliziertes Zählen

Ein I? Nichts leichter als das: Ich hüpfe nach vorn und kicke das rechte Bein voller Energie hoch in die Luft, dazu male ich mit den Zeigefingern imaginäre Punkte in die Luft. Ein L? Lässt sich einfach auf dem Boden nachtanzen, und vor jeder Richtungsänderung wird gehüpft. Wie weit man dabei Hüften und Arme mitnimmt, wie hoch man springt: Das bestimmt jeder selbst. Das Erfolgsgeheimnis ist simpel: Feste Choreografien und kompliziertes Zählen gibt es nicht.

Erfunden hat das Programm übrigens der Südafrikaner Paul Mavi. Seine Vision war ein Tanzfitnesstraining für alle, egal wie alt, fit oder rhythmisch begabt. Durch die Sprünge ist Bokwa ein intensives Cardio-Workout, bei dem zwischen 600 und 900 Kalorien verbrannt werden - ein ideales Figur- und Fettverbrennungstraining also. Beim Tanzen, haben Forscher der Duke University herausgefunden, schmilzt das Bauchfett besser als beim Krafttraining. Und wenn man sich zur Musik bewegt, setzt der Körper zudem die Hormone Endorphin und Serotonin frei - das Gehirn schaltet in den Wohlfühlmodus. "Tanzworkouts verbinden Fitness mit Ausdruck und Emotion", erklärt die Sportwissenschaftlerin Dr. Christina Rosenberg-Ahlhaus von der Uni Konstanz. "Das spricht viele Menschen mehr an als das normale Training im Studio."

Dass Bokwa vor allem richtig effektiv ist, merke ich erst, als das Training schon wieder vorbei ist: an meinen schmerzenden Wadenmuskeln.

Text: Daniela Stohn BRIGITTE 24/13

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