KamiBo: Kämpfen für die Seele

Aerobic ist langweilig, Kickboxen zu heftig? Beim KamiBo kann man sich mit Kampfsporttechniken prima verausgaben und mental stark werden, findet BRIGITTE-Mitarbeiterin Daniela Stohn.

Manchmal tut es gut, Stress und Ärger einfach aus sich herauszuboxen, bis alle lästigen Gedanken verschwunden sind. Angenehm erschöpft und leer im Kopf fühle ich mich nach meiner ersten KamiBo-Stunde, dem neuen Martial-Arts-Training, das in immer mehr Studios und Vereinen angeboten wird.

Der Weg bis zum leeren Kopf ist schweißtreibend und dauert ungefähr eine Stunde. KamiBo, erklärt uns Trainer Oliver Prescher als erstes, setzt sich zusammen aus den Begriffen Kata (eine Abfolge von Tritt- und Schlagabfolgen im Karate), Mix (für verschiedene Kampfsportelemente) und Bo (leere Hand, weil nur mit der Faust gearbeitet wird, ohne Hilfsmittel). Nach einer kurzen "Qi-Phase", in der wir bewusst atmen, Muskeln und Gelenke mobilisieren und langsam ankommen, lässt uns Prescher in der "Warrior-Phase" kämpfen und tanzen.

Techniken aus Karate, Taekwondo und Kickboxen werden mit Workout-Bewegungen kombiniert. Die Schläge und Tritte sind kraftvoll, als stünde tatsächlich ein Gegner vor uns. Jede Bewegung wird mit Kraft ausgeführt, immer sind Arme und Beine gleichzeitig im Einsatz. Vier relativ einfache Choreografien lernen wir, die am Ende zu einem fünfminütigen Showdown-Finale zusammengesetzt werden, wo wir noch mal alles geben. Als Rhythmusgeber läuft während des Trainings laute Musik: 150 Beats per Minute sorgen dafür, dass wir ins Schwitzen kommen und ordentlich Kalorien verbrennen. In der "Reflexion-Phase" am Ende laden wir schließlich unsere Energiereserven mit Übungen aus dem Qi Gong und Tai Chi wieder auf.

Aqua-Jogging: Fitness im Wasser

Trainer Oliver Prescher und KamiBo-Neuling Dani

Im Gegensatz zu anderen Gruppen-Fitnessprogrammen wie Tae Bo geht es bei KamiBo neben Fitness und Körperbeherrschung auch um mentale Stärke, Ausgeglichenheit und Entspannung. "KamiBo ist ein ganzheitliches Kraftausdauertraining", sagt Oliver Prescher, der das Workout gemeinsam mit Michael Dela Cruz entwickelt hat. "Wir haben verschiedene Elemente aus Kampfsport, Qi Gong und Tai Chi zusammengeführt, weil Körper, Geist und Seele eine untrennbare Einheit sind."

Mein Fazit: Ein schweißtreibendes Cardiotraining, nach dem die Beine brennen und der Stress wie weggepustet ist. Ich fühle mich wie eine Kämpferin: stark und selbstbewusst.

Daniela Stohn

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