Flexi-Bar: Training mit dem Zauberstab

Übungen mit dem Flexi-Bar sollen vor allem Konzentration und Koordination herausfordern und gut für den Rücken sein. Wir haben es ausprobiert.

Die Fiberglas-Stangen kommen aus der Krankengymnastik und stärken vor allem tiefer gelegene Muskeln. Seit einigen Jahren werden sie in Rückenkursen und Kräftigungsstunden wie Bauch, Beine, Po oder Bodystyling eingesetzt.

Trainerin Levken Erdmann (29) ist begeistert vom Flexi-Bar. Sie hat am eigenen Körper gespürt, was das Training mit der Fiberglas-Stange bewirkt: Die vielen kleinen Muskeln rund ums Schultergelenk wurden gekräftigt, ihre Schulterprobleme ist sie dadurch los geworden. Im Video zeigt sie typische Kräftigungsübungen mit dem Flexi-Bar.

Frag die... Yoga-Lehrerin: Wie bekomme ich einen flacher Bauch?
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Die Probestunde: Flexi-Tone im Test

Lustig sieht es aus, das Training mit dem Flexi-Bar. Und locker. Guckt man bei einem Flexi-Tone-Kurs im Hamburger Elixia-Studio zu, wundert man sich nur über die Gesichter, die vor Anstrengung leicht verzerrt sind.

Trainerin Levken allerdings hat sogar entspannte Gesichtszüge. Sie hält die Stange fest in den Händen, ihre Arme sind durchgedrückt. Macht sie überhaupt etwas? Man muss ganz genau hinsehen, um die kleinen Impulse zu erkennen, mit denen sie das Trainingsgerät zum Vibrieren bringt. Trotzdem schwingen die Enden ihres Flexi-Bars mit weitem Ausschlag hin und her.

Meine ersten Versuche sehen anders aus: Ich freue mich so darüber, dass sich die Enden des Trainingsgerätes überhaupt bewegen, dass ich immer wieder aus dem Takt komme. "Warte einfach, bis der Flexi-Bar wieder komplett ruhig ist und fang dann von vorne an", rät Levken.

Nach einer Weile bin ich ganz froh, dass ich ab und zu aus dem Rhythmus komme. Eine gute Gelegenheit für eine Pause. Die ungewohnten Bewegungen strengen an. Levken schüttelt den Flexi-Bar in allen möglichen Positionen: über Kopf, mit vorgebeugtem Oberkörper und mit zur Seite gestrecktem Bein, abwechselnd mit der rechten und linken Hand. Damit die Muskeln nicht überfordert werden, wechselt sie die Übungen mit und ohne Trainingsgerät ab.

Die Krönung ist eine Kombination aus Standwaage - einer klassischen Übung, die viele noch aus der Schule kennen - und dem Flexi-Bar: Auf einem Bein stehend, den Oberkörper waagrecht zum Boden, versuche ich, mit diagonal gestrecktem Arm und Bein das Gleichgewicht zu halten. Das ist schwer genug, aber leider nur die Ausgangsposition. Jetzt sollen wir noch mit dem gestreckten Arm die Stange bewegen - und das Gleichgewicht natürlich halten. Keine Ahnung, wie ich mich durch diese Übung gemogelt habe. Ich tröste mich mit Levkens Erklärung, dass beim Flexi-Bar-Kurs auch alle Haltemuskeln mit trainiert werden, um die Schwingungen auszugleichen. Bei dieser Übung müssen das eine Menge sein...

Fazit

Gar nicht so einfach, das Flexi-Bar zum Schwingen zu bringen und auch in der Bewegung zu halten. Doch der Einsatz lohnt sich: Vor allem die Tiefenmuskeln werden trainiert - und die sorgen für eine gute Haltung und entlasten die Gelenke. Ideal bei Rücken - oder Schulterbeschwerden.

Training mit dem Flexi-Bar - so geht’s

  • Die Stange locker festhalten, am besten den kleinen Finger lösen
  • Die Arme strecken. Die Schwingungen werden dadurch besser übertragen
  • Die Schultern zusammen und nach unten ziehen, das Becken fixieren
  • Klein anfangen, den Ausschlag langsam steigern
  • Aus dem Rhythmus gekommen? Einfach warten, bis der Flexi-Bar stoppt und wieder neu einsetzen
  • Sie sind Rechtshänder und haben Schwierigkeiten beim Schwingen mit der linken Hand? Probieren Sie es noch mal kurz mit der rechten Hand aus und wechseln Sie dann. So "lernt" das Gehirn, die richtigen Informationen weiterzugeben (funktioniert bei Linkshändern auch andersrum).

Wer lieber zu Hause üben will, kann die Flexi-Bars zum Beispiel unter www.flexi-bar.de bestellen.

Text und Video: Monika Herbst

Wer hier schreibt:

Monika Herbst
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