Floatfit: Wir haben den Trend-Sport getestet

Kann man fit werden, indem man im Pool auf einer Art Surfbrett auf und ab hüpft? Jep, man kann: beim neuen Workout-Trend "Floatfit", einer Mischung aus Aquafitness und Intervalltraining. BRIGITTE-Redakteurin Daniela Stohn hat’s ausprobiert

Wasser fließt aus den Haaren in meine Augen. Mein Mund schmeckt nach Chlor, und mein linkes Ohr ist verstopft, sodass ich die Anweisungen von Trainerin Fritzi Schwanecke nur wie durch einen Wattebausch höre. Stört mich aber alles gar nicht, denn ich habe gerade richtig Spaß beim sogenannten Floatfit: Ich versuche nämlich, einen Burpee (eine Art Hock-Strecksprung mit Liegestütz) auf einem circa zehn Zentimeter dicken Plastikboard zu machen, das auf dem Wasser schwimmt. 

Es ist zwar vorn und hinten über Schnüre am Poolrand befestigt, damit es nicht abtreibt oder meine Mitstreiterinnen rammt. Wackeln kann es allerdings trotzdem, und das nicht zu wenig. Als ich die Füße vom Brett in die Höhe hieven will, plumpse ich daher wenig elegant ins Wasser - und zwar nicht nur einmal.

Aller Anfang ist schwer

"Springt ruhig richtig hoch bei den Burpees, traut euch", versucht Fritzi uns vom Beckenrand aus zu motivieren. Echt jetzt? Ich schaffe nicht mal fünf Zentimeter. Gleichgewicht war noch nie meine Stärke, und dass ich keine Lust hatte, daran etwas zu ändern, rächt sich jetzt. Zum Glück stellen sich die anderen (bis auf meine Freundin Charlotte, die jede Woche auf dem Board steht) auch nicht viel geschickter beim Floatfit an.

Floatfit stammt ursprünglich aus England, viele Studioketten wie "Fitness First" und "Holmes Place" sowie viele Schwimmbäder bieten das Workout ihren Mitgliedern jetzt an. Ähnlich wie beim Stand-up- Paddling (SUP) steht man dabei auf einem Plastikboard, der sogenannten Aquabase, und versucht, bei den Kraftübungen nicht herunterzufallen.

Es gibt zwei Varianten: "Floatfit HIIT", ein 30-minütiges hochintensives Training mit kurzen Intervallen, in denen wir neben Burpees auch Liegestütze, Kniebeugen, Crunches und Ausfallschritte machen, und zwar so schnell und so viele wir in 30 bzw. 60 Sekunden schaffen. Zwischendurch müssen wir uns im Unterarmstütz halten, während unsere Nachbarn im Wasser ordentlich Wellen produzieren.

HIIT oder Yoga?

Beim "Floatfit Yoga" geht es anschließend etwas ruhiger zu. Allerdings sind vor allem die Asanas, die das Gleichgewicht eh schon beanspruchen, herausfordernd: Der "Baum" zum Beispiel, bei dem man auf einem Bein steht und den anderen Fuß gegen die Innenseite des Oberschenkels drückt, ist ein echter Abkühler für mich - gleich zweimal falle ich dabei ins Wasser. Und den Fuß bringe ich nur bis zur Innenseite meines anderen Fußes. Hoffentlich sieht mich keiner.

Mehr Spaß als Anstrengung

Wie anstrengend das Ganze ist, merke ich aber erst, als ich mit leicht zitternden Beinen aus dem Pool klettere. Vorher war ich so sehr mit mir, dem Brett und dem Wasser beschäftigt, dass ich für Schmerzen gar keine Zeit hatte. "Das ist ja das Tolle am Floatfit", erklärt mir Trainerin Fritzi: "Weil das Training auf dem Brett so viel Spaß bringt, lenkt es von der Anstrengung ab. Dabei werden die tiefen Haltemuskeln sehr effektiv trainiert, weil sie permanent das Gleichgewicht halten müssen. Außerdem schont Floatfit die Gelenke, verbessert die Haltung, steigert die Ausdauer und Kraft, fördert die Fettverbrennung und verbessert die Konzentration." 

Und: Es entspannt ganz herrlich, zumindest am Ende des Kurses, als wir uns lang ausgestreckt auf dem Brett vom Wasser sanft hin- und herwiegen lassen. Herrlich. Ich werde auf jeden Fall meinen Sommer mit Floatfit verlängern. Denn wenn man schon lange nicht mehr draußen auf dem SUP-Board herumpaddeln oder Yoga machen kann, geht Floatfit drinnen im Schwimmbad zum Glück noch immer ...

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Brigitte 17/2018

Wer hier schreibt:

Daniela Stohn
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