Trainieren in 3-D-Welten

Über einen Gletscher radeln oder ein Raumschiff bekämpfen: Das Projekt "Immersive Fitness" katapultiert das Workout in neue Dimensionen. Wir haben es getestet.

Was macht man da?

Ein atemberaubender Aufstieg auf einen schneebedeckten Gletscher, ein Wettrennen in einer animierten Computerwelt, Yoga in Neuseeland: "Immersive Fitness" ist Gruppensport vor einer Videoleinwand. Die Fitnesskurse finden nicht mehr vor der Spiegelwand statt, sondern in den Bergen von Neuseeland, auf virtuellen Straßen oder als Protagonist in altbekannten AMIGA- oder C64-Computerspielen.

Jetzt können wir vor einer 360-Grad-Projektion schwitzen: Bilder, Musik und die Anleitungen der Trainer sind aufeinander abgestimmt, nichts bleibt dem Zufall überlassen. "Immersive Fitness" wurde von Les Mills Fitness in Kooperation mit Reebok entwickelt und soll die Fitnesswelt revolutionieren. "Wir haben uns überlegt, wie wir den Studiokursen mehr Pepp geben können und dann ein Jahr lang das neue Programm entwickelt", so Trutz Fries, Geschäftsführer von Les Mills Deutschland.

Beim Sporteln vor der Leinwand soll man Raum und Zeit vergessen können: Mehr Spaß und mehr Motivation sind das Ziel. Die Les-Mills-Programme wurden adaptiert: Es gibt Spinning-Kurse vor der Leinwand, Yoga und Kampfsport. In gewohnter Les-Millls-Manier soll das Programm alle drei Monate wechseln.

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Wo gibt's das?

Mit "Immersive Fitness" soll eine neue Ära in den Fitnessstudios der Welt beginnen. Bisher gibt es das Programm noch nirgendwo. Laut Trutz Fries wird es frühestens 2015 in deutschen Studios eingeführt. Bis dahin wollen die Entwickler die großen Fitnessketten von der Einzigartigkeit des neuen Konzepts überzeugen.

Mit Kampfsport gegen den Weltuntergang: Beim "Bodycombat" gilt es, ein riesiges Raumschiff zu bekämpfen.

Was bringt's?

"Immersive Fitness" soll motivieren und inspirieren: Wer sich heute vielleicht einmal pro Woche zu einem Gruppenkurs schleppt, soll durch die Videoprojektion zu mehr Training angespornt werden. Sporteln in der Gruppe soll wieder attraktiver werden. Die Veranstalter sprechen von der 'Fit Generation', die zu einem noch fitteren Lebensstil angespornt werden soll.

Die Mischung aus Musik und Bild soll uns in einen schweißtreibenden Rausch bringen - weniger Motivationsmangel und dafür mehr Workout. Beim Spinning legt man sich auf der virtuellen Rennstrecke in die Kurven und hat tatsächlich das Gefühl, zu fahren. Beim Tanzen vor der Diskokugel im dunklen Raum traut man sich vielleicht ein paar Moves, die man sonst verstecken würde. Wir schwitzen, trainieren unseren Körper und haben dabei noch eine Menge Spaß.

Für wen ist das geeignet?

Für moderne Sportler, die 3D-Animationen etwas abgewinnen können und kein Problem mit dunklen Räumen und lauter Musik haben. Wer virtuelle Welten mag, für den ist "Immersive Fitness" genau das Richtige.

Wie war's?

"Immersive Fitness" ist eine moderne Abwechslung zu herkömmlichen Fitnesskursen. Beim Programm "The Trip" sitzt man auf einem Spinning-Rad in einem dunklen Raum, der an einen Kinosaal erinnert: Man radelt, während sich vor einem verschiedene Welten auftun. Das ist neu und irgendwie cool, aber auch gewöhnungsbedürftig.

"Bodybalance" ist Workout und Kinoerlebnis in einem.

Beim Spinning empfand ich die Animationen als anspornend, beim Les Mills-Kampfsportprogramm eher irritierend. In "Bodycombat" kloppen wir auf ein riesiges Raumschiff, dass die Erde bedroht - eher nicht mein Fall. Manchmal wusste ich gar nicht, worauf ich zuerst achten sollte: Meinen Körper und seine Bewegungen, die Bilder auf der Leinwand oder die Musik. Versöhnt hat mich dann das Tanzprogramm vor einer riesigen Diskokugel und "Bodybalance" vor einer neuseeländischen Kulisse. Man bewegt sich und hat gleichzeitig das Gefühl, sich einen Kinofilm anzuschauen. Das hat was!

Text: Daniela Singhal
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