Die schönsten Spiele für draußen

Slacklining, Crossboccia, Leitergolf - wir haben die schönsten Spiele für draußen getestet. Ideal für den Strandurlaub oder den Nachmittag im Stadtpark.

Slacklining: Händchenhalten und bloß nicht nach unten gucken

Statt der Hängematte schaukelt heute die Slackline zwischen Kirsch- und Pflaumenbaum. Und ist bei unseren Töchtern und ihren Freundinnen ähnlich beliebt: Alle wollen gleichzeitig drauf. Doch wenn mehrere über das schmale Band wackeln, bringen sie einander garantiert zu Fall. Aber auch das macht den Kindern eine Weile Spaß. Voraussetzung dafür natürlich: Die Slackline ist nicht zu hoch gespannt.

Als ich selbst dann endlich allein balancieren darf, beschäftigte ich auch gleich mehrere: Ohne jemandem zum Händchen halten bin ich da oben nämlich total verloren, dementsprechend schnell wieder unten - und gebe dem Publikum also oft genug Grund zum Jubeln. Selbst mit Unterstützung bleibt es zunächst schwer, das Gleichgewicht zu halten: Einmal ins Wackeln gekommen, schaffe ich es kaum, das Band wieder zu beruhigen, sondern wackle nur immer stärker hin und her.

Länger drauf bleibe ich nach einer Weile so: Nur ein Bein auf dem Seil (das andere hilft beim Ausbalancieren), leicht in die Knie gehen und bloß nicht nach unten gucken. Die Kinder beginnen mit dieser Technik bald kleine Zirkusvorstellungen. Vielleicht weil bei Kleineren der Körperschwerpunkt näher am Seil liegt oder einfach weil sie geschickter sind und weniger ängstlich. Ich selbst muss wohl noch eine Weile üben...

Sie wollen auch? Als typisches Einsteigermodell eignet sich die "Classicline 13" für 50 bis 90 Euro von "Gibbon Slacklines" (Händlerverzeichnis siehe Seitenende).

Getestet von: Antje Kunstmann, freie Medizin-Journalistin, zusammen mit ihren Töchtern Lilli, Anna, Tula und deren Freundinnen

Crossboccia - funktioniert am Strand und auf dem Hotelbett

"Play anywhere you like" (Spiel, wo immer du willst) - mit diesem Slogan wirbt Crossboccia-Erfinder Timo Beelow für seine Idee. In einem Werbevideo sieht man mehrere coole Jungs und ein Mädchen, die ihre Kugeln kurzerhand unter einer Magnetschwebebahn werfen. Ganz so extrem soll unsere erste Spielrunde nicht ausfallen: Wir nehmen Crossboccia mit an den Strand.

Die Spielsets sind mindestens genauso hip wie das Video: eine Metalldose mit drei gemusterten Stoffbällen, gefüllt mit Kunststoffgranulat, und einem kleinen weißen Ball, dem so genannten Marker. Zum Spielen braucht man mindestens zwei Sets à 19,95 Euro - drei Bälle pro Mitspieler. Die Regeln gleichen denen des klassischen Boccia: Zuerst wird der Marker geworfen, dann gilt es, die eigenen Kugeln in seiner Nähe zu platzieren. Die Kugeln liegen gut in der Hand, sind griffig und leicht, lassen sich gut werfen. Und weil sie sich beim Aufprall verformen, bleiben sie liegen, wo man sie hinwirft: in einer Sandkuhle, hinterm Strandkorb oder auf dem Plankenweg.

Crossboccia kann man sogar im Treppenhaus spielen

Als es zu nieseln beginnt, streifen wir den Sand von den Kugeln und spielen im Hotelzimmer weiter. Der Marker landet auf dem Bett, in der Ritze zwischen den beiden Kopfkissen. Wer schafft es, die eigene Kugel in seine Nähe zu werfen?

Sie wollen auch? Jeder Spieler braucht ein Set mit drei Bällen. Die Sets gibt es zum Beispiel bei http://www.crossboccia.com/shop/FUN für 19,95 Euro. Getestet von: Angelika Unger, Online-Redakteurin BRIGITTE.de, zuständig für Kochen.

Leitergolf - das Spiel für angehende Rinderzüchter

"Oh, das ist ja edel", sagt mein Mann, als er die Einzelteile des Leitergolf-Spiels aus der Tasche packt. Eigentlich hatte er keine Lust zum Testen, aber jetzt streicht er sichtlich angetan über die Massivholz-Teile. Die haben es allerdings in sich: Das Spiel ist so schwer, dass der nächste Park zum Spielen nicht allzu weit entfernt sein sollte. Dort ist das leiterartige Gestell ruck-zuck aufgebaut. Es steht auch auf unebenem Untergrund stabil.

Gespielt wird mit einer so genannten Bola, zwei Golfbällen, die mit einer Schnur verbunden sind. Wie wirft man so ein Ding nur? Hält man die Bola dabei an der Schnur fest? Die Rinderzüchter in Südamerika hätten die Frage sicher beantworten können, sie nutzten die Bolas traditionell, um entlaufene Rinder einzufangen. Die geworfene Bola wickelt sich um die Beine des Tieres und bringt es damit zu Fall.

Da ich keinen südamerikanischen Rinderzüchter kenne, lasse mich von YouTube aufklären - man hält die Bola an einem der Golfbälle fest und wirft. Im Video sieht es ganz leicht aus. Und tatsächlich: Unser heimlich verkürzter Abstand zur Leiter ist bald nicht mehr nötig. Wir treffen! Besonders viel Spaß macht es, die Wurfgeschosse des Gegners wieder runterzuschlagen - der verliert dadurch nämlich seine hart erarbeiteten Punkte.

Das Leitergolf-Spiel kommt aus den USA. In Deutschland dürften es vor allem die Fans von Stefan Raab kennen. Als das Spiel vor einigen Jahren in der Sendung "Schlag den Raab" auftauchte, wollten es viele Zuschauer kaufen - was damals in Deutschland nicht möglich war. Inzwischen bekommt man es auch bei uns - in verschiedenen Qualitäts- und Preisstufen (oder man baut es mit dieser Anleitung einfach selbst. Hinweis: Um die Anleitung zu finden, bis ans Ende der Seite scrollen).

Sie wollen auch? Das hochwertige Original-Leitergolf-Spiel aus den USA gibt es zum Beispiel bei www.akspiele.de für 84,90 Euro. Getestet von: Monika Herbst, Online-Redakteurin BRIGITTE.de im Ressort Gesundheit, Fitness, Ernährung

Bowling mit Donnerhall

Ein klassisch schönes Gartenbowling-Spiel aus Holz. Die Kegel stehen allerdings nur gut auf glattem Untergrund. Dafür sind die Kugeln so schwer, dass sie die Kegel problemlos umrollen - was nicht bei jedem Gartenbowling-Spiel der Fall ist. Hier kommt richtig Bowling-Feeling auf. Es donnert, wenn die Teile umfallen.

Sie wollen auch? Das Gartenbowling-Spiel gibt es zum Beispiel bei www.akspiele.de für 29,90 Euro.

Getestet von: Christiane Würtenberger, freie Journalistin

Jonglieren - trainiert auch den Kopf mit

Jonglieren ist eigentlich ganz einfach. Irgendwann hab ich es mal so gelernt: Arme anwinkeln und einen Ball mindestens in Augenhöhe von der rechten in die linke Hand werfen. Und zurück. Dabei immer schön geradeaus gucken. Sobald das sitzt, kommt links der zweite Ball ins Spiel: Man wirft ihn, kurz bevor man den ersten fangen muss. Alles klar? Dann der dritte Schritt: zwei Bälle in die rechte Hand, einen in die linke und einfach loslegen: abwerfen, abwerfen, fangen, abwerfen...und erstmal alle wieder aufsammeln.

Die simpelste aller Jongliernummern funktioniert dann doch ziemlich bald. Und am Ende locken Weltrekorde. Ich kann's immer noch, hab ich jetzt festgestellt. Man verlernt es so wenig wie Rad fahren oder Schwimmen. Jonglieren macht Spaß, ist gut für die Gesundheit und für das Gehirn und es ist überall möglich, allein und zu zweit. Für den Einsatz im Park oder am Strand finde ich Bälle aus Kunststoff besonders geeignet: Denn es schadet nicht, wenn die mal ins Wasser oder in den Schlamm fliegen. Sie saugen sich nicht mit Wasser voll wie andere Jonglierbälle, die mit Hirse gefüllt oder mit Baumwolle umhäkelt sind, und sie sind schön strapazierfähig. Man kann sie außerdem mit Sand selber nachfüllen und damit Gewicht und Festigkeit individuell verändern. Am Anfang sollten sie besser nicht so prall gefüllt sein, vor allem aber alle gleich.

Sie wollen auch? Bubbleballs, 63 oder 68 cm Durchmesser, ab 6,30 Euro pro Stück gibt es zum Beispiel bei www.volango.de.

Getestet von: Irene Stratenwerth

Ogo - Feierabendkick für müde Eltern

Endlich, der Kleine schläft. Etwas Bewegung wäre jetzt nicht schlecht, aber fürs Fitnessstudio ist das Wetter zu schön. Außerdem haben wir keinen Babysitter. Was tun? Wir schnappen das Babyphone, die beiden Ogo-Spielscheiben und den Ball und nutzen den asphaltierten Parkplatz vor unserem Mehrfamilienhaus als Spielfläche. Das Babyphone kommt auf die Motorhaube und los geht's.

Ogo funktioniert ähnlich wie Federball, mit dem Unterschied, dass man statt des Schlägers eine Scheibe in der Hand hat. Der Vorteil: Man braucht beim Transport weniger Platz - praktisch zum Beispiel im Urlaubsgepäck - und kann die Scheibe gleichzeitig als Frisbee nutzen. Die Scheibe hat aber auch Nachteile - zumindest für jemanden, der sonst einen Schläger in der Hand hält: Der Abstand zwischen Arm und Zielscheibe ist kleiner. Am Anfang landet der Ball deshalb gerne mal am Rand des Schlägers und springt dann weg.

Der Ball besteht aus Gummifäden. Das bedeutet: Wo er hinfällt, bleibt er auch liegen. Man muss weniger laufen, dafür aber vielleicht mal klettern - zumindest wenn der Ball wie bei uns auf dem Carport-Dach landet. Egal, wir haben jedenfalls viel Spaß beim Spiel und kommen ordentlich ins Schwitzen. Danach fallen wir ausgepowert und gut gelaunt ins Bett. Der Kleine schläft friedlich.

Sie wollen auch? Das Ogo-Spiel gibt es zum Beispiel bei www.jako-o.de für 24,95 Euro. Getestet von: Monika Herbst, Online-Redakteurin BRIGITTE.de im Ressort Gesundheit, Fitness, Ernährung

Kubb - der Klassiker aus Schweden

Kubb ist ein Geschicklichkeitsspiel, in dem zwei Mannschaften versuchen, die gegnerischen Holzklötze (Kubbs) mit einem Wurfholz umzuschmeißen. In Schweden und Norwegen ist es schon länger beliebt, mittlerweile sieht man die Kubbwerfer auch bei uns immer öfter.

Wer gut zielen kann, ist bei diesem Spiel klar im Vorteil – das merke ich leider schnell. Meine ersten Würfe verhungern auf halber Strecke oder landen außerhalb des Spielfelds. Aber Übung macht den Holzklotz-Meister. Als der erste Kubb fällt, wird gejubelt. Entsprechende Erfolge der Gegner quittieren wir mit Buh-Rufen. Das Spiel macht Spaß – und fördert den Teamgeist. Kubb wird auch "Wikingerschach" genannt, die Regeln sind aber zum Glück nicht ganz so kompliziert. Bei Youtube gibt es ein Erklärvideo. Kubb funktioniert am Strand oder auf einer Wiese, man braucht ein bisschen Platz (acht mal zehn Meter) und mindestens zwei Spieler. Mehr Spaß macht es zu viert oder sechst – dann kann auch lauter gejubelt werden. Sie wollen auch? Verschiedene Kubb-Spiele ab 22,90 Euro gibt es zum Beispiel bei www.outdoor-spiel.de.

Getestet von: Julia Müller, Online-Redakteurin im Moderessort bei BRIGITTE.de

Mölkky - neuer Stoff für Kubb-Süchtige

Die Finnen sind ja ganz vorn im Erfinden von verrückten Wettspielen, zum Beispiel das "Frauen-Tragen" oder den "Handy-Weitwurf". Völlig harmlos dagegen ist "Mölkky", ebenfalls ein Wurfspiel. Man muss mit einem Wurfholz auf ein Grüppchen Holzkegel werfen und ergattert dabei die Punkte, die auf den Kegeln stehen. Also mit den Kolleginnen Anke und Angela raus auf die Wiese hinterm Verlagsgebäude. Doch die ist unbrauchbar – zu hubbelig, die Kegel fallen schon von selbst um. Aber zum Glück ist da eine kleine Sandfläche.

Das Erfolgserlebnis kommt prompt, ist ja nicht so schwierig einen Haufen Kegel zu treffen. Doch dann wird's raffiniert: Umgefallene Kegel werden an der Stelle wieder aufgestellt, wo sie liegen. Dadurch wird das Kegelgrüppchen immer weiter auseinander gezogen. Sieger ist, wer genau 50 Punkte erreicht. Sind es mehr, wird man zurückgestuft. Das spornt an, die noch fehlenden Punkte ganz gezielt zu werfen, was weitaus schwieriger bis unmöglich ist. Kollegin Angela hat's trotzdem ganz schnell geschafft. Ein Geschicklichkeitsspiel mit hohem Spaßfaktor. Punktabzug gibt es nur für die schlechte Übersetzung der Spielregeln. Schlau wurde ich erst bei Wikipedia.

Sie wollen auch? Mölkky gibt es zum Beispiel über www.kubb-spiel.de für 31,90 Euro.

Getestet von: Susanne Gerlach, BRIGITTE-Redakteurin im Ressort Balance.

Fotos: Corbis, PR
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