VG-Wort Pixel

PECH-Regel Erste Hilfe bei Sportverletzungen

PECH-Regel: Frau hat sich beim Sport verletzt
© CCL STUDIO / Shutterstock
Die PECH-Regel soll dabei helfen, bei Verletzungen die richtige Erstversorgung durchzuführen. Hier erfährst du, wofür die Buchstaben stehen.

Was ist die PECH-Regel?

Unter der PECH-Regel versteht man Maßnahmen zur Erstversorgung von Verletzungen, die zum Beispiel beim Sport aufgetreten sind. Die Buchstaben stehen für die Begriffe Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Wird die PECH-Regel angewandt, kann sie nicht nur akute Schmerzen lindern, sondern auch mögliche schwere Folgeschäden verhindern.

Muskeln und Co. im Dauereinsatz

Bei vielen Sportarten gibt es eine große Verletzungsgefahr: Besonders Gelenke, Muskeln, Bänder, Gewebe und Sehnen stehen beispielsweise beim Fußballspielen oder beim Tennis unter dauerhafter Anspannung. Oft reicht schon ein ungünstiges Umknicken des Fußes und es kommt neben Schmerzen auch zu Schwellungen und Blutergüssen. Es muss natürlich nicht in jedem Fall etwas Schlimmes hinter der Verletzung stecken, dennoch ist es sinnvoll, wenn Betroffene sich ein eigenes Bild machen und auf das persönliche Gefühl vertrauen: Kannst du zum Beispiel nicht mehr auftreten oder nur unter anhaltenden Schmerzen laufen, ist es meist besser, das Training zu beenden und möglichst die PECH-Regel anzuwenden.

So funktioniert die PECH-Regel

Folgende Maßnahmen stecken hinter der PECH-Regel:

1. Pause

Nach einer Verletzung solltest du vor allem bei anhaltenden Schmerzen deine Sporteinheit beenden und den betroffenen Körperteil ruhig halten. Meist wird es noch schlimmer, wenn man sich zwingt, weiterzumachen – schlimmstenfalls kannst du dann mehrere Wochen keinen Sport mehr treiben. Wenn du dich dagegen erst einmal schonst und die Verletzung untersuchen lässt, ist das Training vielleicht nach ein paar Tagen schon wieder möglich. Setze oder lege dich nach einer Verletzung also hin.

2. Eis

Nichts hilft laut der PECH-Regel gegen drohende Schwellungen so gut wie Eis. Durch die Kälte werden die Blutgefäße verengt, was die Durchblutung des Gewebes mindert und verhindert, dass es anschwillt. Nutze am besten ein Kühlpack, wickle es in ein trockenes Baumwolltuch und lege es auf die betroffene Körperstelle. Das Kühlpack sollte nie direkten Hautkontakt haben! Kühle die Verletzung kontinuierlich für etwa zehn Minuten und mache dann zehn Minuten Pause, bevor du wieder kühlst. Achtung: bei verkrampften Muskeln bewirkt eine Kühlung eher das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte. In diesem Fall ist zur Entspannung der Muskeln eher leichte Dehnung und Wärme das Mittel der Wahl.

3. Compression

Leichte Kompressionsverbände sind auf vielfache Weise nützlich: Sie halten ein Kühlpack an der richtigen Stelle, zum Beispiel am Sprunggelenk. Ein Druckverband mindert aber auch Blutungen und Schwellungen und stützt schmerzende Gelenke. Achte aber darauf, dass du den Verband nicht zu straff anlegst, dadurch kann es an der betroffenen Körperstelle zu leichter Taubheit oder Gewebeschäden kommen.

4. Hochlagern

Beim letzten Schritt der PECH-Regel geht es ebenfalls darum, dafür zu sorgen, dass die Blutzufuhr in das verletzte Körperteil verringert wird. Dazu sollte die verletzte Stelle hoch gelagert werden. Du legst also beispielsweise den Fuß auf einen Stuhl, ist die Hand verletzt, kannst du auch einfach den Ellbogen auf der Stuhllehne abstützen und die Hand hochhalten. Abgesehen von der geringen Blutzufuhr sorgt die Hochlagerung auch dafür, dass Gewebeflüssigkeit leichter abtransportiert werden kann, was mögliche Schwellungen mindert.

Das heimliche A der PECH-Regel

Streng genommen müsste die PECH-Regel um den Buchstaben A am Ende ergänzt werden, also eigentlich PECHA-Regel heißen. Das A steht hier für den Arztbesuch. Selbst, wenn du nur kurz umgeknickt bist, solltest du vor allem anhaltende Schmerzen immer ärztlich abklären lassen. Denn von außen sind innere Verletzungen nicht immer zu sehen – es könnte zum Beispiel der Knochen betroffen sein. Liegt eine schwerwiegende Verletzung vor, sollte sie erst mit der richtigen Therapie behandelt werden, bevor du wieder in Bewegung kommst und dein Training aufnimmst.

Achtung: Bei schweren Verletzungen, beispielsweise stark blutenden Wunden oder Knochenbrüchen, solltest du zusätzlich zu den Erste-Hilfe-Maßnahmen immer die:den Notärzt:in rufen. Die PECH-Regel reicht in diesen Fällen nicht aus.

Quellen

Haaker, R: Sportverletzungen—was tun? Prophylaxe und sportphysiotherapeutische Behandlung, Springer Verlag, 2013.

Riepenhof, H., McAleer, S., Delvescovo, R., Lindenmeyer, S., & Sikorski, F.: Sportverletzungen – Möglichkeiten und Grenzen der konservativen Therapie, Manuelle Medizin, 2019.

Brigitte

Mehr zum Thema