Sport im Biorhythmus

Fit und motiviert - oder im Mittagstief? Unsere innere Uhr beeinflusst uns mehr, als wir denken. Wann der Körper besonders aktiv ist - und zu welcher Zeit man lieber keinen Sport machen sollte.

Jeder Mensch besitzt eine innere biologische Uhr - sie bestimmt, zu welcher Zeit die Körpertemperatur sinkt, die Durchblutung zunimmt, der Puls ansteigt, wann wir müde oder wach sind.

Neben inneren Faktoren (z. B. Hormone) wird der Taktangeber auch von äußeren Einflüssen (z. B. Licht) bestimmt.

Und so wirkt er sich auf unsere Fitness aus:

Sport-Warnzeichen: Frau beim Joggen

Vor dem Frühstück

In der Nacht hat der Körper viel Energie für Regenerations- und Reparaturarbeiten benötigt, die Kohlenhydratspeicher sind leer. Um nun genügend Power für das Training zu haben, muss er die Fettspeicher anzapfen - das ist vor allem gut, wenn man abnehmen möchte.

Im Gegensatz zu den Muskeln kann das Gehirn allerdings keine Energie aus den Fettzellen verbrennen, Denkfähigkeit und Koordination sind eingeschränkt.

Bei Sportarten wie Aerobic, Jazztanz oder Volleyball muss man deshalb mit schlechten Leistungen rechnen - im schlimmsten Fall kann es sogar zu Verletzungen kommen, weil der Körper die erforderliche Technik nicht so gut umsetzen kann. Besser ist jetzt ein moderates Ausdauertraining (z. B. Walken, Schwimmen, langsames Joggen oder Radeln auf dem Hometrainer).

Am Vormittag

Kurz nach dem Frühstück sind die Energiespeicher aufgeladen. Der Körper ist ausgeruht, wach und gut durchblutet.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein intensiveres Training. Sie können nun zu Hause oder im Fitnessstudio ein Muskeltraining absolvieren oder zum Beispiel am Wochenende ausgedehnte Wandertouren unternehmen.

Direkt nach dem Mittagessen

Der Körper ist damit beschäftigt, das Essen zu verdauen, er hat jetzt nur wenig Energie für anstrengende Aktivitäten.

Besser ist ein ruhiger, entspannter Spaziergang. Die sanfte Bewegung an der frischen Luft und der Sauerstoff helfen dem Körper, zu regenerieren - so kommt er wieder schneller aus dem Mittagstief.

Am Nachmittag und frühen Abend

Zwischen 16 und 19 Uhr ist der optimale Zeitpunkt für ein Power- Workout: Körpertemperatur, Blutdruck und Puls zeigen Spitzenwerte, die Leistungsbereitschaft erreicht ihren Höhepunkt.

Jetzt ist Muskeltraining besonders effektiv. Auch Lungenfunktion und Atemfrequenz sind top - und ein Ausdauertraining im Studio oder draußen beim Joggen oder Radfahren daher ebenfalls sehr wirksam.

Nach 21 Uhr

Der Körper ist bereits damit beschäftigt, seine Funktionen herunterzufahren und sich auf Ruhe und Entspannung einzustellen. Wer jetzt noch Power-Sport treibt, der den Kreislauf so richtig "aufpeitscht" (z. B. schnelles Joggen, High-Impact-Aerobic oder Spinning), kann danach nicht gut einschlafen.

Besser ist, zwischen Workout und Zubettgehen eine Ruhephase von etwa zwei Stunden einzuplanen. Wer dagegen nur spät am Abend Zeit für Sport hat, sollte auf ein langes und langsames Cool-down achten (mindestens 10 bis 15 Minuten): nach dem Joggen immer locker "auslaufen" und generell nach jedem Sport genug Zeit nehmen, die Muskeln zu lockern und die Gelenke zu mobilisieren.

Dehnen Sie alle stark beanspruchten Muskeln sanft, aber ausgiebig - so kann sich der Körper besser regenerieren und kommt vor dem Einschlafen schneller zur Ruhe.

Direkt vor dem Einschlafen

Jetzt tun sanfte Bewegungen wie Yoga, Rücken- oder Lockerungsgymnastik gut. Ebenfalls sinnvoll ist ein Abendspaziergang, der dem Körper hilft, von Leistung auf Ruhe umzuschalten und verspannte Muskeln zu lockern.

Die Anspannung des Tages löst sich, der Kopf wird frei - und das sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Schlaf.

Fachliche Beratung: Petra Regelin Text: Melanie Grimsehl BRIGITTE Heft 09/2007

Wer hier schreibt:

Melanie Grimsehl
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