Wintersport: Eine Portion Eis, bitte!

Zu kalt zum Joggen? Stattdessen: Schneeflocken jagen, Eiskristalle auf der Zunge schmelzen lassen - sechs Wintersport-Disziplinen, die es in sich haben.

Eisklettern

Eisschlaufen, Pickel, Expressschlingen, Helm - ohne Hightech-Ausrüstung, sehr gute Klettererfahrung und Drahtseil-Nerven geht bei diesem Sport gar nichts. Dafür gibt's den besonderen Kick. Geklettert wird meist an vereisten Wasserfällen.

Das bringt's: Super für Konzentration, Koordination und Kraft, aber man braucht viel Mut. Denn Eisklettern lernt man nur beim Eisklettern - Trockenübungen gibt es hier nicht.

So geht's los: Wer viel Klettererfahrung mitbringt, erfährt in einem Kurs alles Weitere. Infos unter www.vertical-alpin.com

Nordic Skating

Mal ehrlich, normaler Skilanglauf ist eher etwas brav. Anders Nordic Skating (auch Nordic Cruising genannt): Bei dieser Variante kommt ordentlich Tempo unter die Bretter. Man stemmt die Ski seitlich aus - und läuft einfach, wo es einem gefällt.

Das bringt's: 95 Prozent aller Muskeln sind in Aktion, besonders die Innenseiten der Oberschenkel, der Po und der Trizeps kriegen eine Trainingseinheit. Die Kondition wird gestärkt. Solange man nicht hinfällt, ist Nordic Skating absolut gelenkschonend, dafür gnadenlos in Sachen Fettschmelze. Und gut für den Rücken.

So geht's los: Für die ersten Versuche am besten eine Ausrüstung leihen. Skating-Ski sind kürzer als normale Langlaufski, die Schuhe höher und fester. Richtig Spaß macht die Sache nur, wenn man die Technik beherrscht. Ein Wochenendkurs reicht dafür aus.

Eislaufen

Händchen haltend ein paar Runden drehen und dann kunstvoll in die Arme des Angebeteten stolpern - ein Date auf der Eisbahn ist heute so romantisch wie vor 30 Jahren. Auch Neulinge stehen nach ein paar Wackelminuten einigermaßen sicher auf den Füßen, die gleitenden Bewegungen ähneln denen beim Inline-Skating.

Das bringt's: Die seitlichen Beinbewegungen formen die Außenseiten der Beine und stärken die Kondition.

So geht's los: Künstliche Eislaufbahnen gibt es meist selbst in kleineren Städten. Hier kann man sich auch Schlittschuhe ausleihen. Bei tiefen Minusgraden und sonniger Dauerkälte macht das Fahren auf einem See aber natürlich am meisten Spaß.

Skitouren

Abseits der präparierten Pisten ist Skifahren wunderbar einsam, pures Abenteuer - und anspruchsvoller Sport. Der Aufstieg mit Ski ist nämlich manchmal echte Schinderei. Dafür gibt's eine tolle Belohnung: sich hinab ins Tal stürzen, Pulverschnee aufwirbeln, im Slalom den einen oder anderen Tannenwald durchwedeln.

Das bringt's: Der Aufstieg mit Ski auf dem Rücken - oder Fellen unter den Brettern - ist selbst für Trainierte ein echter Konditionskick. Tiefschneefahrten stärken vor allem die Oberschenkelmuskulatur. Skitouren sind außerdem perfekte Kalorienvernichter.

So geht's los: Nur etwas für geübte Skifahrer, die auch im Tiefschnee den Berg gut hinunterkommen. Wer nicht sehr viel Erfahrung mitbringt, sollte Touren unbedingt mit Bergführer machen und vorab einen Lawinenkurs besuchen. Die speziellen Ski, unter die beim Aufstieg Felle gespannt werden, kann man in Sportgeschäften ausleihen. Nie ohne Lawinensuchgerät auf Tour gehen!

Rodeln

Kinderkram? Nee, ein echter Spaß-Klassiker! Wenn die ersten Schneeflocken liegen bleiben, dann taugt auch der nächstbeste Hügel. Gelenkt wird mit Händen und Füßen. Die Schlitten sind klassisch bis ziemlich ausgefallen. Wer sich was traut: Der gute alte Rodel fährt schneller, wenn man sich nach hinten lehnt.

Das bringt's: Jede Menge Spaß. Wer den Berg nicht nur heruntersaust, sondern auch hochläuft, verbraucht ordentlich Kalorien. Und nebenbei wird der Po auch noch schön geformt.

So geht's los: Auf jeden Fall wasserdichte Hose, dicke Handschuhe und Schneestiefel anziehen, sonst wird das mit dem Spaß nichts. Kleine Hügel gibt es natürlich fast überall, richtig lange Rodelbahnen vor allem im Harz oder in den Alpen.

Skispringen

Im Presswurst-Outfit durch die Luft segeln - das ist kein Sport für Angsthasen. Wer sich traut, erlebt aber ein irres Gefühl - vogelfrei! Mitmachen können alle, einfacher ist es, wenn man schon mal auf Ski gestanden hat. Vor dem Sprung von der Schanze (ab zehn Meter) trainiert man in der Halle.

Das bringt's: Sich in einen Schaumstoffhaufen fallen lassen, auf wackligen Kreiseln stehen - die Trockenübungen sollen die Angst vorm Springen nehmen. Sie schulen die Balance und kräftigen außerdem die Oberschenkelmuskeln.

So geht's los: Viele Vereine bieten Skispring-Kurse an. Perfekt für die ersten Flugversuche: ein Wochenendkurs.

Text: Katja Töpfer Fotos: Getty Images ein Artikel aus der BRIGITTE 26/09

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