Workout mit Hund: Die 5 coolsten Ideen

Haben Hundebesitzer automatisch mehr Bewegung? Nicht unbedingt. Ein paar Ideen für fitte Frauchen - oder solche, die es werden wollen

Die Nachbarn haben sich einen Hund gekauft: Butz, einen Pudel mit wuscheligem Fell. Sie hoffen, dass der Hund sie zu mehr Bewegung motiviert. Schließlich muss er regelmäßig raus - egal, bei welchem Wetter und ob Frauchen oder Herrchen Lust dazu haben. Dass Hunde gut für unsere emotionale und psychische Gesundheit sind, wissen wir ja. Aber bringen sie tatsächlich mehr Bewegung in unser Leben?

Haste 'n Hund, haste 'n Grund

"Nicht zwangsläufig. Einen Hund zu kaufen, reicht nicht", sagt Alexander J. Probst vom Internationalen Hundeverband. In den USA wurden mehr als 4000 Hundebesitzer zu ihrem Spaziergeh-Verhalten befragt. Lediglich 42 Prozent von ihnen gehen überhaupt mit ihrem Hund raus, und das gerade mal gut zwei Stunden pro Woche. Sinnvoll wären hingegen zwei Stunden am Tag. Das bleibt nicht ohne Folgen: Der Leipziger Sportwissenschaftler Professor Ulrich Hartmann erzählt von einem Kongress in den USA, bei dem stark übergewichtige Haustiere ein großes Thema waren. Und "auch bei uns werden die Hunde immer dicker", sagt Hundeexperte Probst.

Regelmäßige Gassirunden sind ein erster Schritt: "Mit jedem Spaziergang verbrennen wir etwas Energie und haben einen moderaten Fitnesseffekt", so Sportwissenschaftler Hartmann. Doch da geht noch mehr: Immer mehr Hundeschulen und Veranstalter bieten Programme, damit Hund und Frauchen fitter werden können. Einige Beispiele:

FÜR WORKOUT-FANS: GASSIFITNESS

Wer sich gemeinsam mit seinem Hund in Form bringen will, absolviert am besten Workouts wie "Gassifitness" oder "Hundsfit". "Gassifitness" dauert 45 Minuten, richtet sich an menschliche und tierische Einsteiger und kombiniert Walking-Intervalle mit Fitnessübungen. Während Frauchen in der Standwaage die Balance hält, holt der Hund einen Dummy. So sind beide gefordert. Beim 60-minütigen "Hundsfit" für Fortgeschrittene wird Jogging mit Krafttraining kombiniert. Beide Kurse sind für alle Hunderassen geeignet. Das Angebot von "Fit mit Hund" gibt es bundesweit an mehr als 50 Standorten.

FÜR TRENDSETTERINNEN: HINDERNISLAUF

Was für Fitness-Outdoor-Freaks Hindernisläufe wie "Tough Mudder" sind, sind für abenteuerliche Hundebesitzer der "Strongdog"-Lauf oder "Camp Canis"- Veranstaltungen, bei denen es neben der sportlichen Herausforderung um Zusammenhalt, Vertrauen und Spaß geht. Auf der Strecke warten Hindernisse zum Darüberklettern oder Durchkrabbeln auf Mensch und Hund. Auch Wasser- und Schlammlöcher werden durchquert. Es gibt Strecken zwischen fünf und 21 Kilometer, bei "Camp Canis" auch einen drei Kilometer langen Kindertrail. Infos und Anmeldung: www.tough-hunter.de, dogandsport.de, www.campcanis.com.

FÜR NATURBEGEISTERTE: MANTRAILING

Ein Mantrailer ist ein Personenspürhund, der beispielsweise ein vermisstes Kind oder einem dementen Menschen sucht. Der Hund wird dabei an der langen Leine geführt, der Halter geht hinterher. Das Training ist als Hobby sehr beliebt. Die Entfernung zum "Vermissten" wird kontinuierlich ausgeweitet, auch quer durch den Wald: "Anfangs sind es nur zehn Meter, nach und nach wird auf drei bis fünf Kilometer und mehr gesteigert", erklärt Hundeprofi Probst.

Das Wichtigste sei die Belohnung: "Es muss etwas sein, wonach der Hund ganz verrückt ist, zum Beispiel Leberkäse oder Wiener Würstchen." In der Suchhundestaffel des Internationalen Hundeverbands gibt es bundesweit 75 Teams, die Hobbysportler aufnehmen (www.hundeverband.info). Und auch örtliche Hundeschulen bieten oft Mantrailing an.

FÜR ABENTEUERLUSTIGE: DOGTREKKING

Dogtrekking ist Weitwandern mit Hund, die Teilnehmer bewältigen zum Beispiel Strecken von 80 Kilometern in maximal 50 Stunden. Beim Doghike geht es über 40 Kilometer, es gibt aber auch Einsteiger- und Familienstrecken mit 20 bis 30 Kilometern. Biwakieren unterwegs ist erlaubt.

Wer mitmacht, muss sich mit Karte und Kompass orientieren können. Dogtrekking-Veranstaltungen werden meist nicht offiziell angekündigt, Interessierte bekommen eine Einladung (z. B. über Facebook). Die bekanntesten Veranstaltungen: im Harz (dogtrekkingharz.de), an der Zugspitze (lennyracingteam. de/zugspitzdogtrekking) und im Elbsandsteingebirge (hundwegsam.jimdo.com/ dogtrekking/elbsandstein-dogtrekking).

FÜR AUFSTEIGERINNEN: RAD­ FAHREN ODER JOGGEN MIT HUND

Das Gassigehen kann problemlos auch zur Jogging- oder Fahrradrunde ausgeweitet werden, besonders wenn der Hund lauffreudig ist. Hunde-Experte Probst rät, spezielle Laufleinen mit Federzug zu benutzen - und, um Stürzen vorzubeugen, den Hund dabei niemals an der Leine zu halten und die Leine auch nicht am Lenker anzubringen. Stattdessen solle man eigens dafür entwickelte Spiralen nutzen, die am Schwerpunkt des Fahrrads befestigt und mit einer kurzen Leine verbunden werden. Wichtig: Damit sich der Hund nicht die Pfoten verletzt, nur kurze Stücke auf geteerten Straßen fahren und besser Feld- und Waldwege wählen.

FIT MIT HUND - SO KLAPPT’S

Vor allem Anfänger und Berufs­tätige, die nicht viel Zeit haben, sind mit weniger bewegungs­freudigen Rassen wie Pudel, Labradoodle oder Tibet­ Terrier besser beraten - aber auch die brauchen mindestens zwei Stunden Bewegung am Tag. Die auf­geführten Sportarten sind prinzi­piell für jeden gesunden Hund geeignet. Aufpassen muss man bei Mops oder Französischer Bulldogge, die aufgrund der kurzen Schnauze oft nicht gut genug atmen können.

Außerdem sollte der Hund mindestens 18 Monate alt sein, damit seine Gelenke belastbar genug sind. Die Anforderungen langsam steigern, der Hund sollte die Geschwindigkeit immer mitbestimmen können. Hechelt er stark oder wird langsamer, braucht er eine Pause.

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Brigitte 24/2018

Wer hier schreibt:

Monika Herbst

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