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Folgen und Behandlung Gürtelrose – und dann?

Joggen oder im Garten arbeiten – eine Gürtelrose kann diesen aktiven Lebensstil deutlich beeinträchtigen.
Joggen oder im Garten arbeiten – eine Gürtelrose kann diesen aktiven Lebensstil deutlich beeinträchtigen.
© Shutterstock
Gürtelrose – die Diagnose klingt recht harmlos. Doch die Erkrankung kann für Menschen über 60 Jahren und Personen mit Grunderkrankungen schwere Langzeitfolgen mit sich bringen. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und warum eine Impfung sinnvoll ist, erklären wir hier.

Gürtelrose – das kann doch nicht so schlimm sein, oder? Leider doch. Gürtelrose, die viele im ersten Moment für einen lästigen Hautausschlag halten, ist eine ernst zu nehmende Erkrankung und nicht zu unterschätzen. Vor allem für ältere Menschen können die Langzeitfolgen einen tiefen Einschnitt in einen bisher aktiven Alltag bedeuten und so die Lebensqualität enorm beeinträchtigen. 

Welche Folgen hat eine Gürtelrose?
Zu den Symptomen zählen ein gürtelförmiger Hautausschlag mit Bläschen und Rötungen, Fieber, Husten, Gliederschmerzen und Erschöpfung. Die Erkrankung kann mit starken Nervenschmerzen einhergehen und führt in bis zu 30 Prozent der Fälle zu Komplikationen und Langzeitfolgen. Nach dem Abheilen einer akuten Gürtelrose kann eine Post-Zoster-Neuralgie (PZN) auftreten, die mitunter lebenslang starke Nervenschmerzen verursacht. Das Risiko dafür steigt mit dem Alter deutlich an, insbesondere ab dem 70. Lebensjahr. Sind durch die Gürtelrose Nerven im Gesicht, insbesondere am Auge oder Ohr, betroffen, können Schädigungen der Lidhaut, der Hornhaut oder der Hör- und Sehnerven auftreten. Dadurch kann die Sehkraft beeinträchtigt werden, bis hin zum Verlust des Augenlichts. Weitere Komplikationen einer Gürtelrose können Hörverlust, eine Gehirnhautentzündung sowie Gefäßentzündungen sein. In seltenen Fällen kann eine Gürtelrose auch zu Schlaganfällen direkt nach der Akutphase führen. Durch Komplikationen oder einen Sehverlust kann die Lebensqualität stark eingeschränkt sein, Depressionen und sogar Suizidgedanken können auftreten. Im Verlauf des Lebens mehrfach an einer Gürtelrose zu erkranken ist möglich.

Wie hoch ist das Risiko an einer Gürtelrose zu erkranken?
Mit dem Alter steigt das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken. Warum? Dazu sollte man wissen, dass Gürtelrose durch eine Reaktivierung der Windpocken-Erreger, der sogenannten Varizella-Zoster-Viren, entsteht. Dieses Virus, das bei Erstinfektion für Windpocken verantwortlich ist, kann später eine schmerzhafte Gürtelrose verursachen. Denn nach Abklingen des Windpockenausschlags verbleibt das Virus jahrzehntelang inaktiv schlummernd im Körper und wird vom Immunsystem in Schach gehalten. Mit steigendem Alter werden die körpereigenen Abwehrkräfte schwächer, die Vielfalt und Anzahl der Immunzellen sinkt. Ein natürlicher Vorgang, der bei jedem von uns stattfindet. Ist das Immunsystem geschwächt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus reaktiviert wird. Mehr als 95 Prozent der über 60-Jährigen tragen den Erreger in sich, da sie in ihrer Kindheit Windpocken hatten. Somit zählt die ältere Generation zur größten Risikogruppe. 

Wie verläuft eine Behandlung?
Bei rechtzeitiger Behandlung kann eine Gürtelrose folgenlos ausheilen. Allerdings wird sie oft nicht frühzeitig erkannt. Zeit spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung einer Gürtelrose. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto wirksamer ist sie. Innerhalb der ersten drei Tage nach dem Erscheinen des Hautausschlags sollte mit der medikamentösen Behandlung begonnen werden. Doch aufgrund der unspezifischen Symptome geschieht dies häufig zu spät. Deswegen gilt: Bei Verdacht auf Gürtelrose bitte sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Nur so kann ein weiterer Verlauf abgemildert und schwere Spätfolgen verhindert werden. Ein wichtiges Ziel der Behandlung einer Gürtelrose ist es, die Entstehung einer Post-Zoster-Neuralgie zu verhindern. Denn chronische Nervenschmerzen lassen sich nur schwer heilen und können ein Leben lang anhalten. Für eine individuelle Schmerztherapie macht es Sinn, eine Neurologin oder einen Neurologen aufzusuchen. Noch sinnvoller ist es, vorzubeugen. Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Menschen ab 60 Jahren sowie Personen ab 50 Jahren mit Grunderkrankungen eine Impfung. Übrigens: Vorbeugende Maßnahmen wie die Einhaltung von Hygieneregeln sowie Sport und eine ausgewogene Ernährung können nicht vor einer Gürtelrose schützen.

Eine Impfung kann vor dem Ausbruch einer Gürtelrose schützen
Eine Impfung kann vor dem Ausbruch einer Gürtelrose schützen
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NP-DE-HZX-ADVR-210023 04.2021