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Experten-Interview Wie wirkt eine Impfung gegen Gürtelrose?

Eine Impfung gegen Gürtelrose kann ein aktives Leben im Alter schützen
Eine Impfung gegen Gürtelrose kann ein aktives Leben im Alter schützen
© Shutterstock
Das Thema Impfen ist in aller Munde. Zusammen mit einem Experten erklären wir, warum eine vorbeugende Impfung gegen Gürtelrose sinnvoll sein kann und wie eine Impfung wirkt.

Erwachsene, die in der Kindheit Windpocken hatten, können im Alter an einer Gürtelrose erkranken. Mehr als 95 Prozent der über 60-Jährigen tragen das Virus in sich, das diese Krankheit auslösen kann. Gürtelrose, auch bekannt als Herpes Zoster, kann besonders für Menschen in der zweiten Lebenshälfte schwerwiegende Folgen haben. Doch soweit muss es nicht kommen. Eine Impfung kann verhindern, dass die Krankheit ausbricht und ermöglicht somit ein normales, unbeschwertes Leben im Alter. Warum sich Menschen ab 60 Jahren und Personen mit Grunderkrankungen ab dem 50. Lebensjahr impfen lassen sollten und wie die Impfung abläuft, erklärt uns Dr. Johannes Hain, Senior Medical Advisor bei GSK.

Warum sollte man sich gegen Gürtelrose impfen lassen?
Die Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Dieses Virus verursacht bei der ersten Erkrankung die Windpocken und verbleibt danach inaktiv – auch nach Abheilung der Symptome – im Körper der Patienten. Eine Gürtelrose tritt auf, wenn das schlafende Virus wieder aktiv wird. Diese Reaktivierung geht häufig mit ausgeprägten, manchmal langanhaltenden Schmerzen (Post-Zoster-Neuralgie) oder auch anderen Komplikationen einher. Eine Impfung schützt vor einer Reaktivierung und Folgen wie einer Post-Zoster-Neuralgie. Die Komplikationen einer Gürtelrose können sich erheblich auf die Lebensqualität auswirken, daher ist eine Vorbeugung durch Impfung ratsam.

Für wen ist eine Impfung sinnvoll?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose für alle Personen ab 60 Jahren und für Personen ab 50 Jahren, wenn eine Grunderkrankung vorliegt.

Dr. Johannes Hain Senior Medical Advisor im Bereich Impfstoffe bei GSK
Dr. Johannes Hain Senior Medical Advisor im Bereich Impfstoffe bei GSK
© GSK

Was ist das Ziel einer Impfung?
Mit der Impfung wird eine dauerhafte Immunantwort hervorgerufen, die eine Reaktivierung der seit einer Windpockenerkrankung im Körper schlummernden Varizella-Zoster-Viren verhindert.

Wie läuft eine Impfung ab?
Die Impfung besteht aus zwei Dosen, die im Abstand von 2-6 Monaten verabreicht werden. 

Wie sicher ist eine Impfung? Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Eine Gürtelrose-Impfung ist sicher. Allerdings treten häufig Lokalreaktionen wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötungen und Schwellungen sowie systemische Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen auf. Diese können gewöhnliche alltägliche Aktivitäten einschränken. Die Impfreaktionen sind jedoch von kurzer Dauer und halten 1 bis 2 Tage an. Daher sollten Patienten bei der 1. Impfung explizit darauf hingewiesen werden, dass die oben beschriebenen Impfreaktionen zwar häufig, aber nur von kurzer Dauer sind und dass für einen wirksamen, langandauernden Impfschutz die empfohlene 2. Impfdosis unbedingt wahrgenommen werden sollte.

Wie wird die Gürtelrose übertragen?
Die Gürtelrose wird nicht übertragen, sondern durch im Körper bereits befindliche Varizella-Zoster-Viren reaktiviert. Allerdings können die Viren, die in der Bläschenflüssigkeit des Hautausschlags zu finden sind, andere Personen, die noch keine Windpocken hatten oder noch nicht gegen Windpocken geimpft wurden, anstecken und so Windpocken hervorrufen.

Sollte man sich auch impfen lassen, wenn man schon einmal an Gürtelrose erkrankt ist?
Auch nach einer Gürtelrose kann man ein weiteres Mal an einer Gürtelrose erkranken. Mit zunehmendem Alter oder bei Vorliegen von Immunsuppression durch Erkrankungen oder Medikamente steigt das Risiko für eine weitere Gürtelrose.

Warum wirkt eine Windpockenimpfung nicht auch gegen Gürtelrose?
Eine Windpockenimpfung reicht nicht aus, um eine ausreichende und andauernde Immunantwort hervor zu rufen, die eine Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren verhindert.

Was ist das Besondere an der Gürtelrose im Vergleich zu Windpocken?
Eine Gürtelrose wird nicht durch eine frische Ansteckung von außen verursacht, wie z. B. bei Virusgrippe oder Keuchhusten. Der Erreger der Gürtelrose verbleibt nach der Erstinfektion mit Windpocken ein Leben lang im Körper und kann jederzeit ausbrechen, wenn das Immunsystem die Kontrolle über den Erreger verliert. Daher bieten die bekannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene und Maske), die das Risiko an COVID-19 zu erkranken deutlich verringern, keinen Schutz vor Gürtelrose.

NP-DE-HZX-ADVR-210022 04.2021