So verbringt die sterbende Dana (34) ihre letzten Tage

Mit 25 bekam Dana Brustkrebs. Damit sie nicht alleine sterben muss, hat die junge Mutter ihre Freunde um sich geschart – und will andere ermutigen, es ihr gleichzutun.

Dana nimmt ihr Sterben selbst in die Hand

Der Tod macht uns Angst. Wir vermeiden es, an ihn zu denken, wir wollen möglichst nichts mit ihm zu tun haben. Noch mehr Angst macht er uns, wenn er junge Menschen trifft. Das macht die Sterbenden oft einsam.

Dana ist erst 25 Jahre alt, als sie die Diagnose Brustkrebs bekommt. Nach Brustamputation und Chemotherapie entscheidet sie sich für ein neues Leben in einer anderen Stadt. Und für einen Sohn, der sich aller medizinischen Prophezeiungen zum Trotz seinen Platz auf der Welt erkämpft.

Neun Jahre später liegt Dana auf der Palliativstation eines Krankenhauses. Der Krebs hat gestreut und es gibt keine Hoffnung mehr. Aber sie sorgt dafür, dass sie nie alleine ist.

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In Liebe und Geborgenheit tragen ihre Freunde sie bis ans Ende

Dana versammelt ihren gesamten Freundeskreis um ihr Sterbebett - unterschiedliche Menschen aus ihrem Leben, die sich teilweise gar nicht kennen. Trotzdem entsteht ein funktionierendes Netzwerk: Die Freunde stimmen ihre Besuchszeiten ab, koordinieren den täglichen Übernachtungsgast, verwöhnen Dana mit Massagen oder überraschen sie mit einem Cello-Konzert.

In ihrem Sterbezimmer liegt ein Tagebuch bereit, in das Freunde und Angehörige ihre Gedanken schreiben dürfen. Dort steht zu lesen: "Alle Deine Lieben waren her, aus aller Herren Länder, um Dich zu sehen. Wie viele Gespräche wurden an deinem Bett geführt, wie viele Blockaden gelöst, langjährige Konflikte aufgebrochen, Herzen geöffnet, Freundschaften geschlossen, gelacht und geweint, Gefühlen ihren Lauf gelassen und Frieden geschlossen. Liebe Dana, durch Dich ist Großartiges und Bewegendes passiert. Du wirst große Spuren hinterlassen." In Liebe und Geborgenheit tragen Danas Freunde sie bis ans Ende. Die Stationsschwestern sagen, das sei sehr ungewöhnlich und freuen sich über die vielen Besucher in Zimmer H438.

Den Tod aus der Tabuzone holen

Dana wollte anderen Menschen mit einem ähnlichen Schicksal zeigen, wie man mit dem Tod umgehen kann – sie wollte ihn aus der Tabuzone holen und sichtbarer machen.

Deshalb bat sie 19 Tage vor ihrem Tod den Berliner Fotografen Gordon Welters an ihr Sterbebett – um ihren Abschied in Liebe und Geborgenheit zu dokumentieren. Er verbrachte täglich zehn bis zwölf Stunden bei ihr.

Metastasen haben Danas gesamten Körper befallen und die Sehnerven zerstört.

Dana mit ihrer Mutter Brigitte: Bestimmte Rituale sollen der Kranken die Phase des Sterbens erleichtern.

Erinnerungen: Pinnwand in Danas Zimmer auf der Palliativstation.

In liebevollen Händen: Auch die Ärzte, Schwestern und Pfleger der Palliativstation kümmern sich rührend um die todkranke Dana.

Stille: Danas leeres Zimmer nach der Totenwache.

Weitere Fotos von Dana seht ihr auf der Website des Fotografen Gordon Welters.

sar
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