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"Summertime Sadness" Leidest du auch an einer Sommerdepression?

Sommerdepression ist eine noch kaum erforschte Krankheit
Sommerdepression ist eine noch kaum erforschte Krankheit
© peach100 / Adobe Stock
Sommer, Sonne, Glück? Nicht für alle Menschen. Woran du eine Sommerdepression erkennst – und wie sie behandelt werden kann.

Während für manche der Sommer die liebste Jahreszeit ist – schließlich gibt es meist Sonne satt, warme Temperaturen und Eis en masse – erfreuen sich einige Menschen in Deutschland nicht sonderlich an dieser Jahreszeit: Sie verfallen in eine Sommerdepression. Was das ist, welche Anzeichen darauf hindeuten und wie man sie behandeln kann, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Sommerdepression: Mehr als nur "Summertime Sadness"

Der medizinische Ausdruck für eine Sommerdepression ist "saisonal abhängige Depression" – und damit ist auch die in diesem Zusammenhang bekanntere "Winterdepression" gemeint. Tatsächlich ist saisonal abhängige Depression der korrekte Ausdruck für beide Formen von Depressionen – jahresbedingte depressive Verstimmungen können, wenn auch seltener, auch im Sommer auftreten. Laut der Medizinischen Universität Graz wird davon ausgegangen, dass etwa 4 bis 6 Prozent der Bevölkerung unter einer Sommerdepression leiden, wobei gerade Frauen zwischen 20 und 40 Jahren am häufigsten davon betroffen sind. Im Gegensatz zur Winterdepression ist die Sommerdepression bisher kaum untersucht. 

Der Sommer bringt Körper und Psyche durcheinander

Als mögliche Ursache wird der gestörte Tag-Nacht-Rhythmus betrachtet, der Auswirkungen auf den Hormonhaushalt hat. "Wenn die Tage im Sommer länger sind und die Sonne heller strahlt, könnte es zu Störungen bei der Produktion und/oder Ausschüttung des Hormons Melatonin kommen. Dies führt zu innerer Unruhe, könnte aber auch andere chemische Prozesse beeinflussen, die schließlich zu einer echten Depression führen", heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Ein weiterer möglicher Faktor liegt in dem gestörten Rhythmus, dem Menschen unterlegen sind, denn im Sommer gibt es Ferien, Urlaube und lange Tage, die den geregelten Tagesablauf – der für die Psyche sehr wichtig ist – durcheinanderbringen.

Wie du eine Sommerdepression erkennen – und was du dagegen tun – kannst

Eine Sommerdepression äußere sich durch innere Unruhe und ein vermindertes Hungergefühl, aber auch durch Schlafstörungen, sagt Andreas Hagemann, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie im Interview mit der "Apotheken Umschau". Besonders aufmerksam solle man werden, wenn man die genannten Symptome zum wiederholten Male im Sommer bemerkt. "Natürlich ist nicht jedes Stimmungstief eine Depression", erklärt der Arzt, "aber wenn man für 14 Tage in so einem Loch steckt, sollte man darüber nachdenken, sich professionelle Hilfe zu holen". 

Routine ist wichtig – am besten aus mehreren Bausteinen

Dabei sei die erste Anlaufstelle im Idealfall der:die Hausärzt:in. Von dort aus könne man weitergeleitet werden, so der Facharzt. Und was kann man selbst tun? Hagemann rät zu Sport oder Entspannungsverfahren wie Yoga oder Meditation. "Man soll allerdings nicht direkt Wunder erwarten. Wenn man einmal Yoga macht, ist man wahrscheinlich nicht direkt total ausgeglichen und entspannt." Wichtig sei vor allem Routine, möglichst aus verschiedenen Bausteinen, so Hagemann weiter. 

Verwendete Quellen: apotheken-umschau.de, medunigraz.at

cs Brigitte

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