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Ab ins Bett! Viel Sex verzögert die Menopause

Sex verzögert Menopause: Paar im Bett
© 4 PM production / Shutterstock
Frauen, die viel Sex haben, könnten die Wechseljahre damit nach hinten verschieben – das deuten die Ergebnisse einer neuen Studie an. Klappt das wirklich?

Ob frau will oder nicht: Früher oder später kommt jede von uns einmal in die Wechseljahre. Doch Forscher sollen jetzt einen einfachen und tollen Trick gefunden haben, mit dem wir den Start von Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Co. noch eine Weile verzögern können: Wir sollen einfach mehr Sex haben!

Risiko für die Wechseljahre sinkt um 28 Prozent

Dieser Vorschlag beruht auf einer US-Langzeitstudie, in der die Daten von rund 3.000 Frauen seit 1996 für zehn Jahre aufgezeichnet wurden. Laut diesen Daten kamen Frauen, die wöchentlich Sex hatten, mit einer 28 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit in die Wechseljahre als Frauen, die weniger als einmal im Monat Sex hatten. Bei Frauen, die wenigstens monatlich Sex hatten, war das Risiko immerhin noch 19 Prozent geringer. Sex wurde dabei übrigens nicht nur als Penetration, sondern auch als Oralverkehr, Selbstbefriedigung und Petting definiert.

Aber wie kommt das? Die Studienautoren haben zwar nicht explizit nach dem Grund für den Effekt gesucht, vermuten aber, dass regelmäßiger Sex dem Körper signalisiert, dass eine Schwangerschaft möglich ist. Frauen im mittleren Alter, die keinen Sex haben, könnten deshalb aus biologischen Gründen eher in die Wechseljahre kommen. "Wenn du dich nicht reproduzierst, gibt es keinen Grund für einen Eisprung. Die Energie dafür kann der Körper woanders besser nutzen", so die führende Studienautorin Megan Arnot vom University College London.

Beim Eisprung sind Frauen beispielsweise anfälliger für Infektionen, weil weniger Energie für das Immunsystem bereitgestellt werden kann. Ist eine Schwangerschaft aufgrund fehlender sexueller Aktivität unwahrscheinlich, sei es für den Körper nicht lukrativ genug, weiterhin viel Energie für den Eisprung zur Verfügung zu stellen.

Lieber Oma als Mutter

Mit dieser Annahme stützt die Untersuchung auch die sogenannte Oma-Hypothese: Diese Theorie versucht zu erklären, warum Frauen überhaupt in die Wechseljahre kommen. Sie geht davon aus, dass dadurch "reproduktive Konflikte" zwischen den Generationen vermieden werden sollen. Heißt: Statt Wut zu entwickeln, weil sie selbst keine Kinder mehr bekommen können, sollten ältere Frauen sicherstellen, dass ihre Enkel überleben und gesund aufwachsen. "Es könnte ein biologischer Kompromiss sein: Statt Energie in den Eisprung zu stecken, lohnt sich die Investition woanders, zum Beispiel in der Pflege der Enkelkinder" fasst Arnot zusammen.

Durchschnittlich waren die Probandinnen beim Studienstart 1996 rund 45 Jahre alt und hatten zwei Kinder. Etwas über die Hälfte von ihnen war verheiratet oder lebte mit einem Partner zusammen, rund 45 Prozent kamen mit 52 auf natürliche Art in die Wechseljahre. 1996 war noch keine der Frauen davon betroffen, 46 Prozent litten aber bereits an Beschwerden, die mit Wechseljahren in Verbindung gebracht werden.

Beeinflussen Männer den Start der Menopause?

Andere Faktoren, die das Ergebnis hätten beeinflussen können, wurden laut den Forschern einbezogen.  Dazu zählen beispielsweise der Östrogenspiegel, Bildung, der BMI, Rasse, Konsum von Zigaretten und wann die Frau zum ersten Mal ihre Periode bekam. Außerdem interessierte die Forscher eine Theorie, laut der die Wechseljahre später auftreten, wenn eine Frau langfristig mehr männlichen Pheromonen ausgesetzt ist – sie also beispielsweise mit ihrem Mann zusammenwohnt. Die Theorie konnte anhand der vorliegenden Untersuchung aber nicht bestätigt werden.


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