Tod durch Diätpillen: Engländerin "verbrennt innerlich"

Jede Rettung kam zu spät: Eine junge Engländerin ist gestorben, nachdem sie Schlankheitspräparate aus dem Internet genommen hatte.

Sie wollte nur ein paar Kilo abnehmen und zahlte mit dem Leben: Die 21-jährige Eloise Aimee Parry aus dem englischen Shrewsbury ist gestorben, nachdem sie Diätpillen geschluckt hatte. Die Pillen, die sie im Internet gekauft hatte, enthielten vermutlich die hochgiftige Chemikalie Dinitrophenol.

"Sie verbrannte buchstäblich von innen"

Laut Aussagen ihrer Mutter Fiona gegenüber dem britischen Guardian, begann Eloise, sich nach der Einnahme der Pillen schlecht zu fühlen und fuhr ins Krankenhaus. Dass sie bereits in Lebensgefahr schwebte, ahnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Für Eloise kam jede Hilfe zu spät.

"Es gibt kein Gegengift. Zwei Tabletten wären eine tödliche Dosis gewesen und sie hatte acht Stück genommen", beschreibt ihre Mutter den schlimmsten Tag ihres Lebens. "Die Ärzte konnten nur noch versuchen, sie zu stabilisieren. Als die Tabletten ihre Wirkung entfalteten, spielte ihr Stoffwechsel verrückt. Die Ärzte versuchten, ihre Körpertemperatur zu senken, aber sie verloren den Kampf. Sie verbrannte buchstäblich von innen heraus."

Erst hörte Eloise auf zu atmen, dann versagte ihr Herz. Eine Möglichkeit, ihr Leben zu retten, hatte es nie gegeben - einmal vom Organismus aufgenommen, kann Dinitrophenol nicht mehr aus dem Körper entfernt werden.

Dinitrophenol - das tödliche Blitz-Diät-Versprechen

Das ursprünglich in der Sprengstoffproduktion eingesetzte Dinitrophenol wurde vorübergehend in den 30er-Jahren als "Wundermittel" gegen Übergewicht verschrieben. Ärzte stellten aber schnell fest, dass der Wirkstoff lebensgefährliche Nebenwirkungen hatte und nahmen das Medikament wieder vom Markt. Seit den 80er-Jahren sind Pillen mit Dinitrophenol wieder als illegales Mittel gegen Körperfett verbreitet, vor allem unter Bodybuildern. Im Internet sind die gefährlichen Diätpillen für jedermann zugänglich.

Durch die Anregung des Stoffwechsels kann Dinitrophenol tatsächlich die Fettverbrennung steigern. Da der Stoff aber vom Körper nicht abgebaut werden kann, wird durch eine wiederholte Einnahme schnell eine tödliche Dosis erreicht - zumal bei illegalen Medikamenten von zwielichtigen Online-Anbietern ohnehin nicht klar ist, wie hoch dosiert sie sind.

Wie genau es bei Eloise zu der hohen Dosis kam, ist unklar - laut ihrer Mutter war sie sich keiner Gefahr bewusst und auch ein Selbstmordversuch kann ausgeschlossen werden.

So wie der jungen Engländerin ergeht es tragischerweise vielen jungen Konsumenten, die die Risiken der "Diätpillen" gar nicht kennen. Auch in Deutschland gab es bereits Todesopfer.

In England werden nun strengere Vorschriften für den Verkauf von Medikamenten gefordert, um weitere Todesfälle zu verhindern. Letztlich kann aber nichts so sehr helfen wie die nüchterne Erkenntnis: Ein Medikament ist nicht ohne Grund illegal. Wenn man es online von zweifelhaften Mittelsmännern kaufen muss, sollte man die Finger davon lassen.

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