Alzheimer Symptome: Das solltest du wissen

Zeige ich schon Alzheimer Symptome oder bin ich nur ein bisschen vergesslich? Wir erklären die Unterschiede und verraten, worauf du noch achten solltest.

Definition und Ursachen: Was ist Alzheimer?

Alzheimer (benannt nach Alois Alzheimer, der das Krankheitsbild 1906 erstmals beschrieb), bezeichnet eine neurodegenerative Erkrankung und stellt eine Form der Demenz dar. Patienten zeigen bei Alzheimer Symptome wie Gedächtnisstörungen, Sprachstörungen und Orientierungslosigkeit. Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto schlimmer werden die Symptome – bis Betroffene ihren Alltag nicht mehr allein bewerkstelligen können und schließlich versterben. Ausgelöst wird die Alzheimer-Krankheit durch das langsame Absterben von Nervenzellen und -kontakten im Gehirn.

Schon bis zu 25 Jahre vor Auftreten der ersten Alzheimer Symptome können sich entsprechende Veränderungen im Gehirn zeigen. Meist beginnt die Alzheimer-Krankheit mit leichten kognitiven Störungen, die im Verlauf von bis zu 20 Jahren stetig schlimmer werden. In manchen Fällen beginnen die Beschwerden auch ganz plötzlich oder der Krankheitsverlauf ist wechselhaft, der Patient erlebt gute und schlechtere Tage. Insgesamt gibt es vier Stadien von Alzheimer – im letzten ist der Betroffene rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen und verstirbt schließlich an der Krankheit.

Anzeichen: Bin ich nur vergesslich oder zeige ich erste Alzheimer Symptome?

Dass die Gedächtnisleistung im Alter abnimmt, ist völlig normal. Für Laien ist es aber oft schwierig, eine Grenze zwischen altersbedingter Vergesslichkeit und Veränderungen zu ziehen, die auf Alzheimer hindeuten. Diese Alzheimer Symptome solltest du kennen:

1. Gedächtnisverlust beeinträchtigt den Alltag

Von Alzheimer betroffene Menschen vergessen häufig Informationen, die sie gerade erst gelernt haben oder wichtige Daten oder Ereignisse. Sie wiederholen mehrfach die gleiche Frage und benötigen mehr Gedächtnisstützen, z. B. durch Kalendereintragungen. Vergisst man nur ab und an Daten oder Namen, die einem aber später wieder einfallen, ist die Gedächtnisstörung meist eher altersbedingt und keine Form von Demenz.

2. Gewohnte Aufgaben bereiten Probleme

Alltägliche Aufgaben, die man eigentlich schon hunderte Male gemacht hat, fallen bei Alzheimer plötzlich schwer. Betroffene wissen zum Beispiel plötzlich nicht mehr, wie man den Computer auf der Arbeit bedient oder können sich nicht an die Regeln des Lieblingsbrettspiels erinnern. Wer nur hin und wieder Unterstützung bei ungewohnten Aufgaben braucht, zum Beispiel beim Sendersuchlauf eines neuen Fernsehers, leidet eher an altersbedingter Vergesslichkeit.

3. Planungs- und Problemlösungsschwierigkeiten

Sich länger auf etwas zu konzentrieren und Dinge im Voraus zu planen, bereitet Alzheimer-Patienten Probleme. Sie verzetteln sich zum Beispiel beim Begleichen von Rechnungen und benötigen für einfache Problemstellungen deutlich mehr Zeit als früher. Altersbedingte Gedächtnisstörungen sorgen dagegen eher ab und an für leichte Zerstreutheit, vor allem wenn viele Dinge zugleich erledigt werden müssen.

4. Sprach- und Schreibstörungen

Von Alzheimer betroffene Menschen haben oft Schwierigkeiten, Unterhaltungen zu folgen und sich aktiv in diese einzubringen, weil sie den Faden verlieren. Auch Wortfindungsstörungen und häufige Wiederholungen sind typische Alzheimer Symptome. Hingegen ist es normal, wenn ältere Leute hin und wieder ein Wort vergessen.

5. Orientierungsstörungen – räumlich und zeitlich

Wer plötzlich die Uhr nicht mehr lesen kann oder nicht mehr weiß, in welchem Jahr er sich befindet, könnte erste Alzheimer Symptome zeigen. Auffällig ist es auch, wenn man sich auf einmal auf gewohnten Wegen verirrt, zum Beispiel während der Fahrt zur Arbeit. Unproblematisch ist es dagegen, wenn man beispielsweise hin und wieder das aktuelle Datum vergisst, sich aber später wieder daran erinnert.

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6. Gegenstände werden häufig verlegt

Der Haustürschlüssel liegt plötzlich im Kühlschrank und die Butter steht auf dem Nachttisch: Alzheimer-Patienten verlegen häufig Gegenstände und finden sie nicht wieder oder stellen sie an Orten ab, wo sie nicht hingehören. Das kann soweit gehen, dass sie andere Menschen des Diebstahls bezichtigen, weil sie nicht wissen, wo sie einen Gegenstand gelassen haben. Bei altersbedingtem Vergessen verlegt man nur hin und wieder etwas, findet es dann aber später wieder.

7. Störungen der Wahrnehmung

Räumliche Dimensionen und Bilder zu erkennen stellt Betroffene bei Alzheimer vor große Herausforderungen. Sie erkennen beispielsweise Farben und Kontraste schlechter und Gesichter kaum wieder. Schlechteres Sehvermögen lässt sich dagegen im Alter oft auf die Augenkrankheit Grauer Star zurückführen.

8. Schlechtes Urteilsvermögen

Bei der Alzheimer-Krankheit tendieren Menschen dazu, schlechte Entscheidungen zu fällen, deren Folgen sie kaum einschätzen können. Beispielsweise geben sie viel Geld für unnütze Dinge aus oder treffen eine schlechte Kleiderwahl – sie gehen zum Beispiel im Winter mit Flipflops aus dem Haus. Bei normalen altersbedingten Veränderungen trifft man dagegen vielleicht hin und wieder eine schlechte Entscheidung, sieht diese dann aber auch ein.

9. Rückzug vom sozialen Leben und von Hobbys

Alzheimer-Patienten zeigen meist kaum oder kein Interesse mehr an früheren Hobbys oder sozialen Aktivitäten, zudem scheitern sie eher an beruflichen Anforderungen und trauen ihren eigenen Fähigkeiten nicht mehr. Das bemerken sie zwar selbst, fühlen sich dadurch jedoch verunsichert und ziehen sich noch weiter zurück. Eher unbedenklich ist es, wenn sich jemand nur hin und wieder etwas überfordert fühlt und mal kurzzeitig seine Ruhe haben möchte.

10. Verhalten und Persönlichkeit ändern sich

Ein häufiges der Alzheimer Symptome sind starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund. Betroffene sind oft unruhig und entwickeln plötzlich Misstrauen oder gar Aggressivität gegenüber vertrauten Menschen. Orte, die ihnen unbekannt sind, machen sie sehr nervös. Altersbedingtes Vergessen macht sich eher durch Irritation bemerkbar, wenn Routinen plötzlich verändert werden.

Wann sollte ich zum Arzt?

Wenn eines der genannten Anzeichen wiederholt auftritt, sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Nur dieser kann die Diagnose stellen – und je früher Alzheimer erkannt wird und die Behandlung beginnt, desto besser. Denn die Medikamente, mit denen der Krankheitsverlauf verzögert werden kann, wirken am besten zu Beginn der Erkrankung. Außerdem können sich Angehörige so zeitnah Unterstützung suchen – Umgang und Pflege einer an Alzheimer erkrankten Person kann je nach Fortschreiten der Krankheit kraftzehrend sein. 

Quellen:

alzheimer´s.association.de

Alzheimer Forschung Initiative eV

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