Chronische Blasenentzündung - was hilft?

Manche Beschwerden kommen, um zu bleiben. Eine Frau erzählt, wie sie ihre chronische Blasenentzündung in den Griff bekam. Plus Tipps vom Experten.

"Vor ein paar Jahren im Sommer war es besonders schlimm: Da war dieser Mann, der mir nicht guttat, gleichzeitig mein Staatsexamen. Das war einfach zu viel. Die Blasenentzündungen häuften sich. Nur Antibiotika halfen. Das war damals eine große Erleichterung.

Heute weiß ich: Antibiotika wirken nur kurzfristig, auf Dauer begünstigen sie sogar neue Entzündungen. Etwa fünf Jahre lang steckte ich in einer richtigen Tretmühle: Stress, Krämpfe, Antibiotika, fast jeden Monat. Das Gemeine: Ich wusste sogar, warum ich krank wurde, wusste, dass Druck im Job oder Beziehungsstress Auslöser waren. Aber erst, als ich anfing, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, änderte sich etwas.

Beim allerersten Anzeichen trinke ich jetzt sofort zwei Liter Wasser oder Tee, mache mir eine Wärmflasche und lege mich ins Bett. Das ist, als würde ich eine Notbremse ziehen. Ich habe zwar immer noch gelegentlich Probleme, aber seit ich weiß, dass meine Sofortmaßnahmen helfen, verkrampfe ich nicht mehr so, wenn die Beschwerden losgehen, und bekomme sie schnell in den Griff. Antibiotika habe ich seit Jahren nicht mehr genommen." Stephanie Z., Grundschullehrerin

Das sagt der Experte:

"Bei einfachen, einmaligen Blasenentzündungen abwarten und viel trinken. Eine von drei Entzündungen verschwindet nach ein paar Tagen von selbst. Wenn nicht, geben wir Antibiotika. Wenn die Beschwerden allerdings immer wiederkehren, sollte man überlegen, was die Ursachen sein könnten. Ist man zu dünn angezogen? Oder missachtet man alle Warnzeichen?

Tatsächlich gilt: viel Trinken hilft - je früher, desto besser. Häufig ist auch die sogenannte Flitterwochenkrankheit, dabei tritt die Blasenentzündung nach dem Sex auf. Ist der Zusammenhang offensichtlich, kann man eine Zeit lang immer nach dem Sex eine Tablette eines Antibiotikums nehmen. Manche Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen schwören auf Cranberry-Tabletten. Manchen hilft auch Akupunktur." Dr. Michael Klemperer, Allgemeinmediziner aus Hamburg

Erste Hilfe bei Blasenentzündung:

  • Beerentraubenblättertee oder Meerrettichpresssaft trinken, wenn die Beschwerden beginnen. Präparate mit Pflanzenextrakten gibt es auch in der Apotheke.
  • Manche Blasenentzündungen sind in Wirklichkeit Blasenerkältungen, dann hilft eine Wärmflasche.
  • Sitzbäder und Bäder mit Kamille lindern die Schmerzen.

So geht es gar nicht erst los:

  • Warm anziehen: Bauchfrei war gestern. Auch Stringtangas besser wegpacken. Unterleib und Nieren sollten warm sein.
  • Sex, ja klar - aber danach auf die Toilette gehen. Übertriebenes Waschen oder Intimsprays schaden eher.
  • Verhütung wechseln: Diaphragma oder spermientötende Cremes sind erst mal tabu.
Text: Anne Otto

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