Bluthochdruck: Was ihr über die Krankheit wissen solltet

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit: Rund 50 Prozent aller Europäer sollen von der Gefäßerkrankung betroffen sein. Wir geben euch die wichtigsten Infos zu Ursachen, Symptomen und Behandlung.

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck, der fachsprachlich arterielle Hypertonie genannt wird, entsteht langsam. Zu Beginn bereitet der erhöhte Druck in den Gefäßen kaum Probleme, weshalb die Gefäßerkrankung auch lange Zeit unerkannt und unbehandelt bleibt. Mit der Zeit überlastet der Druck auf den Kreislauf jedoch das Herz und andere lebenswichtige Organe. Mediziner sprechen bei dauerhaften Werten ab 140/90 mmHg von Bluthochdruck. Sie unterscheiden zwischen zwei Grundformen der Gefäßerkrankung:

Primäre Hypertonie: Sie ist die häufigste Form der Erkrankung und wird im Fachjargon auch als essenzielle Hypertonie bezeichnet. Rund 90 Prozent der Patienten leiden unter dieser Form von Bluthochdruck, die plötzlich und ohne nachweisbaren Grund auftritt.

Sekundäre Hypertonie: Bei dieser Form liegt die Ursache für den Bluthochdruck in anderen Erkrankungen, etwa der Nieren oder der Schilddrüse. Nur zehn bis 15 Prozent der Hochdruckpatienten leiden unter einer sekundären Hypertonie.

Übrigens: Der Blutdruck unterliegt bei jedem Menschen gewisse Schwankungen. Bei Stress oder körperlicher Anstrengung ist er höher als beispielsweise während des Schlafens. Die Werte eines gesunden Menschen pendeln sich jedoch schnell wieder im Normalbereich ein. Bei einem plötzlich auftretenden Bluthochdruck sprechen die Ärzte von einer hypertensiven Krise – sie sollte unverzüglich behandelt werden, da sie lebensbedrohlich ist. Eine weitere spezielle Unterform ist die Präeklampsie, die während der Schwangerschaft vorkommen kann.

Wie entsteht die Gefäßerkrankung?

Die genauen Ursachen für die Krankheit bleiben oft im Dunkeln. Die meisten Hypertoniker haben keine anderweitige Grunderkrankung. Meist sind es eine Reihe von Faktoren, die die erste Form des Bluthochdrucks begünstigen:

  • Rauchen und hoher Alkoholkonsum
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Erbliche Veranlagung zu erhöhtem Blutdruck
  • Hoher Salzkonsum bei niedriger Kaliumzufuhr
  • Stress

Bei Frauen soll ein Zusammenhang zwischen Wechseljahren und Bluthochdruck bestehen, der häufig nach dem Ende der fruchtbaren Jahre auftritt. Forscher fanden zudem heraus, dass die primäre Hypertonie häufig mit Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und erhöhten Blutfettwerten einhergeht. Ärzte sprechen in diesem Fall vom sogenannten metabolischen Syndrom.

Bei der sekundären Hypertonie ist die Ursache in anderen Erkrankungen zu suchen. Die häufigsten Auslöser für einen erhöhten Blutdruckwert sind Nierenerkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Gefäßkrankheiten. Auch das Schlafapnoe-Syndrom, eine schlafbezogene Atemstörung, oder Medikamente und Rheumamittel kommen als Ursachen infrage. Recht selten, aber doch wahrscheinlich, sind auch Störungen im Hormonhaushalt.

Welche Symptome sprechen für die Krankheit?

Wie lassen sich nun die Symptome einordnen? Wie bereits erwähnt, entwickelt sich Bluthochdruck eher schleichend und häufig am Übergang zur zweiten Lebenshälfte. Die Anzeichen, wie Nervosität, Schwindel, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Stimmungsschwankungen, werden in dieser Zeit häufig verkannt – und tendenziell der hormonellen Umstellung zugeschrieben. Doch auch in jüngerem Alter wird der Gefäßdruck oft nicht erkannt, er wird deshalb auch als "stille Gefahr" bezeichnet.

Typisch sind zudem folgende Symptome:

  • Rote Gesichtsfarbe mit feinen Äderchen auf der Haut
  • Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Ohrensausen
  • Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen, die eher im Hinterkopf sitzen und schon kurz nach dem Aufwachen auftreten
  • Herzklopfen oder Herzstolpern

Solltet ihr einige dieser Symptome auch an euch erkennen, ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Denn eine frühzeitige Therapie ist wichtig, um das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Komplikationen zu mindern. Nehmt die Anzeichen also ernst!

Was könnt ihr dagegen tun?

Um eine sichere Diagnose zu erhalten, müsst ihr wiederholte Druckmessungen und eine Langzeitmessung des Blutdrucks über euch ergehen lassen. Neben der Blutdruckmessung klärt der Arzt in seiner Sprechstunde, ob es familiäre Vorbelastungen gibt und welche Rolle der Lebensstil bei der Erkrankung spielt (Anamnese). Unter Umständen sind auch Blut- und Urinuntersuchungen notwendig, um eine sekundäre Hypertonie auszuschließen. Häufig wird Bluthochdruck erst erkannt, wenn bereits Gefäße von Herz, Gehirn, Nieren oder Augen betroffen sind. Auf lange Sicht kann auch der Herzmuskel geschädigt werden, eine Herzinsuffizienz ist die Folge.

Bluthochdruck wird seit Langem mit Medikamenten – sogenannten Blutdrucksenkern in Tabletten-Form – behandelt. Natürlich muss diese medikamentöse Blutdrucksenkung immer von einer gesunden Lebensweise begleitet werden. Liegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes vor, muss möglichst genau darauf geachtet werden, dass sich der Blutdruck im Normbereich befindet. Generell sollte der Druck nach derzeitigen Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga auf Blutdruckwerte unter 140/90 mmHg gesenkt werden. Die Empfehlungen zu den Zielwerten passt der Arzt jedoch individuell an. Bei einer sekundären Hypertonie gestaltet sich die Therapie ursachenbezogen. Das heißt, dass sich die Behandlung hier vor allem auf die Erkrankung bezieht, die den Bluthochdruck ausgelöst hat. Nur dann kann sich der Blutdruck auch normalisieren.

Das könnt ihr selbst tun, um den Blutdruck zu senken:

  • Kaffeekonsum einschränken, um Stress zu reduzieren
  • gesunde Ernährung (wenig tierische Fette, Obst, Gemüse, wenig Salz)
  • Nikotin- und Alkoholkonsum reduzieren oder komplett weglassen
  • Entspannungsübungen (Yoga, autogenes Training etc.)
  • regelmäßige, körperliche Bewegung
  • Gewicht reduzieren, sofern ihr an Übergewicht leidet
  • Medikamente einschränken, die Einfluss auf den Blutdruck haben
jg
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