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Studie Coronaimpfung kann für eine verstärkte Regelblutung sorgen

Coronaimpfung: Frau mit Wärmflasche und Zykluskalender
© KMPZZZ / Adobe Stock
Bereits 2021 klagten einige Frauen im Internet über eine verstärkte und/oder zeitlich verschobene Regelblutung nach der Coronaimpfung. Eine Studie bestätigt diese Nebenwirkung nun.

Jetzt ist es sozusagen amtlich: Nachdem 2021 viele Frauen im Internet darüber berichtet hatten, dass sich ihr menstrueller Zyklus nach einer Coronaimpfung verändert hatte, hat eine Studie das Phänomen nun untersucht – und es in vielen Fällen bestätigt. Laut der Untersuchung, die im Fachmagazin "Science Advances" veröffentlicht wurde, litten von 39.129 befragten menstruierenden Personen bis zu 42 Prozent unter einer verstärkten und/oder zeitlich veränderten Regelblutung nach der Impfung.

Lästig, aber harmlos?

Die Forschenden um Studiengangleiterin Katharine Lee hatten sowohl Frauen als auch trans Personen über 18 Jahren befragt, die zweifach geimpft worden waren. Unter den Betroffenen waren auch solche Frauen, die eigentlich aufgrund der Menopause oder durch Medikamente keine regelmäßigen Blutungen mehr hatten. In solchen Fällen spricht man von sogenannten Durchbruchsblutungen. Unmittelbar gefährlich ist die veränderte Regelblutung aber nicht – und hat sich mit einigem zeitlichen Abstand zur Impfung in den meisten Fällen auch wieder normalisiert.

Die Zyklusbeeinträchtigung wurde nicht als mögliche Nebenwirkung der Impfung von den Impfstoffherstellern oder den Zulassungsbehörden deklariert, weswegen gerade Personen mit einer Durchbruchsblutung dadurch Stress oder Angst erlebt haben könnten. Die Studienautor:innen vermuten als Ursache dafür, dass man bei möglichen Nebenwirkungen vor allem auf die ersten sieben Tage nach der Impfung geschaut habe. Zu den Zyklusveränderungen sei es aber später gekommen.

"Im Allgemeinen sind Veränderungen der Menstruationsblutung weder ungewöhnlich noch gefährlich, doch ist es notwendig, auf diese Erfahrungen hinzuweisen, um das Vertrauen in die Medizin zu stärken", so die Forschenden in dem Fachartikel. So wie bereits vorherige Studien hat auch die aktuelle Untersuchung erneut die Befürchtung widerlegt, die Impfung könne sich auf die Fruchtbarkeit oder Gebärfähigkeit auswirken.

Wieso hat sich die Regelblutung durch die Impfung verändert?

Weshalb es zu einer stärkeren und/oder zeitlich veränderten Menstruation gekommen ist, kann die Studie nicht eindeutig klären. Aber: Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. weist daraufhin, dass "vorübergehende individuelle Veränderungen im weiblichen Zyklus als Reaktion auf Faktoren, wie Infektionen bzw. Immunreaktionen nicht ungewöhnlich" seien. "Das Immunsystem und das Hormonsystem sind eng miteinander verknüpft." Eine Infektion mit Covid-19 könne demnach ähnliche Effekte haben.

Laut der Studie gibt es im Übrigen keinen relevanten Zusammenhang zwischen der Verwendung bestimmter Impfstoffe und einer veränderten Regelblutung. Laut den Daten wurden die meisten Befragten mit einem mRNA-Impfstoff von BionTech oder Moderna geimpft.

Quellen: Berufsverband der Frauenärzte e.V. (unter: frauenaerzte-im-netz), mdr.de, swr.de

Brigitte

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