Coronavirus: Quarantäne von Kreuzfahrtschiff wurde aufgehoben

Das Coronavirus hat mittlerweile Deutschland erreicht und wurde in mehr als 24 Ländern nachgewiesen. Hier erfährst du alles, was du über den Erreger wissen solltest.

+++Updates am 19. Februar+++

Quarantäne von Kreuzfahrtschiff aufgehoben

Die generelle Quarantäne des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess", das vor dem japanischen Yokohama ankert, wurde nach zwei Wochen aufgehoben. Die Passagiere, die negativ getestet und untersucht worden sind, dürfen nun nach und nach das Schiff verlassen. Aktuell sind rund 3.000 Passagiere an Bord, weshalb die Ausschiffung laut der Regierung in Tokio mindestens drei Tage dauern wird. 

Als erstes dürfen ältere Passagiere das Schiff verlassen, sie werden nach Yokohama oder zu Bahnhöfen in der Umgebung gebracht. Wer positiv getestet wurde oder näheren Kontakt zu einer infizierten Person hatte, muss vorerst zur weiteren Beobachtung an Bord bleiben. Wann die Crewmitglieder das Schiff verlassen können, entscheidet nach derzeitigen Informationen die Reederei. Insgesamt wurden auf der "Diamond Princess" bisher 542 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, das jetzt unter dem offiziellen Namen Sars-CoV-2 bekannt ist.

Mittlerweile mehr als 2.000 Todesopfer in China

Nach wie vor aktualisiert die Gesundheitskommission in Peking täglich den Stand der Infektionen und Todesfälle in China. Mittlerweile wurden dort demnach 74.185 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, verstorben sind 2.004 Menschen. Außerhalb von China gibt es fast 1.000 Infektionen und fünf Todesfälle. Unbestätigt ist bisher ein sechster möglicher Todesfall in Hongkong. In Deutschland gibt es nach aktuellem Stand 16 Infektionsfälle, die ersten Patienten konnten die Quarantäne mittlerweile aber wieder verlassen.

Immer mehr medizinisches Personal infiziert

Laut chinesischen Staatsmedien ergab eine Studie der chinesischen Gesundheitsbehörde, dass sich auch immer mehr Ärzte und medizinisches Pflegepersonal mit dem Erreger infizieren. Vor der Untersuchung wurde von 1.700 Infektionen gesprochen, jetzt geht man von mindestens 3.000 Fällen aus. Laut Informationen des chinesischen Staatsfernsehsenders CCTV sind außerdem bislang sechs Helfer durch das Coronavirus verstorben. Unter den Todesopfern ist auch der chinesische Arzt Dr. Li Wenliang, der bereits Ende Dezember 2019 als Erster vor dem neuartigen Erreger warnte.

+++Updates am 13. Februar+++

Chinesische Krankenschwestern rasieren sich die Haare ab

Das medizinische Fachpersonal in China verbringt derzeit Tag für Tag Höchstleistungen, um die vom Coronavirus infizierten Patienten zu behandeln und eine weitere Ausbreitung der Seuche zu vermeiden. Lokale Medien der chinesischen Metropole Wuhan berichten nun, dass einige Krankenschwestern sich sogar die Köpfe kahl rasieren lassen. Dadurch erhoffen sie sich zwei Vorteile: Zum einen soll verhindert werden, dass der Erreger in den Haaren der Frauen hängenbleibt und sich so weiterverbreitet. Zum anderen lasse sich die Schutzkleidung ohne lange Haare wesentlich leichter – und schneller – anziehen. Jede noch so geringe Zeitersparnis könne demnach im Kampf gegen die Krankheit helfen.

14.840 Neuinfektionen in China – wegen neuer Zählweise 

Nach einer Untersuchung wurde die Zählmethode der durch das Coronavirus verursachten Infektionsfälle in China überarbeitet. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtet, wurden dadurch in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei Patienten gemäß einer neu eingeführten Klassifikation hinzugefügt. So sprang die Zahl von 1.638 Neuinfektionen vom Vortag auf 14.840 nach aktuellem Stand. China hat auf diese Zahl inzwischen reagiert und mehrere politische Führungskräfte der Provinz Hubei abgesetzt.

Auch die Zahl der Todesfälle ist um das Doppelte gestiegen: Am Vortag lag sie bei 97, jetzt durch die neue Zählmethode auf 242. Damit wächst die Gesamtanzahl der Todesfälle in der Region auf 1.310. Generell vermuten Experten, dass die Dunkelziffer der Infektionen noch wesentlich höher ist, da die Testmöglichkeiten auf das Virus immer noch begrenzt sind. 

Kreuzfahrtschiff darf nach langer Irrfahrt Hafen in Kambodscha anlaufen

Fast zwei Wochen lang irrte das Kreuzfahrtschiff "MS Westerdamm" mit 1.500 Passagieren und rund 800 Crewmitgliedern an Bord, zwischen verschiedenen Ländern umher, und durfte keinen Hafen anlaufen – jetzt konnte es in Sihanoukkville in Kambodscha anlegen. Japan, Taiwain, Guam, Thailand und die Philippinen hatten das Einlaufen der "MS Westerdamm" zuvor untersagt. Der Grund: Das Kreuzfahrtschiff war am 1. Februar in Hongkong losgefahren und die Aufnahmeländer sorgten sich um eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus. In der Zwischenzeit gab es an Bord die Sorge, dass die Vorräte zuneige gehen könnten. Zum aktuellen Zeitpunkt scheint es auf dem Kreuzfahrtschiff keinen Infektionsfall zu geben, einzelne Testergebnisse stehen aber noch aus.

+++Updates am 10. Februar 2020+++

Deutsche China-Rückkehrer warten auf Testergebnis

Erneut wurden 20 deutsche Staatsbürger – 16 Erwachsene und vier Kinder – aus China ausgeflogen und in Deutschland auf dem Gelände der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin-Köpenick unter Quarantäne gestellt. Alle Rückkehrer seien wohlauf, dennoch wurden sofort Tests für eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Laufe des heutigen Tages erwartet.

60 Neu-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff

An Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess", das im japanischen Yokohama unter Quarantäne steht, sind 60 weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steigt die Zahl der Infizierten auf dem Schiff auf insgesamt 130. Das japanische Gesundheitsministerium will die Ergebnisse aber noch einmal gegenprüfen. Nach aktuellen Informationen bleibt die Quarantäne noch bis zum 19. Februar bestehen, in dieser Zeit dürfen weder Passagiere noch Crewmitglieder von Bord gehen. Nach Angaben der Deutschen Botschaft in Tokio sitzen auch zehn deutsche Staatsbürger auf der "Diamond Princess" fest.

Zahl der Infektionen klettert auf über 40.000

Die chinesischen Gesundheitsbehörden melden, dass mittlerweile über 40.000 Menschen in der Volksrepublik vom Coronavirus betroffen sind. Außerdem gibt es einen neuen Rekordwert an Todesfällen binnen eines Tages: Am vergangenen Sonntag starben 97 Menschen an der Infektion, damit steigt die Zahl der Todesfälle auf über 900. Die chinesische Regierung meldet außerdem, dass mehr als 6.000 neue medizinische Fachkräfte in die Metropole Wuhan gebracht wurden, um bei der Eindämmung der Seuche zu helfen.

WHO-Experten dürfen China bei der Forschung unterstützen

Zwei Wochen lang verhandelte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Regierung in Peking, gestern Abend gelang der Durchbruch: Eine WHO-Expertengruppe darf nach China einreisen, um bei der Erforschung des Virus zu helfen. 

+++Updates am 7. Februar 2020+++

13. bestätigter Infektionsfall in Deutschland

Mittlerweile ist die Zahl bestätigter Coronavirus-Infektionen in Deutschland auf 13 gestiegen. Elf der Betroffenen stehen dabei im Zusammenhang mit dem deutschen Unternehmen Webasto, dessen Mitarbeiter von einer chinesischen Kollegin angesteckt wurden. Ein Mitarbeiter hat mit dem Virus seine zwei Kinder angesteckt, nun wurde auch seine Frau positiv getestet. Das Paar hat noch ein drittes Kind im Säuglingsalter, bei dem das Virus bisher nicht nachgewiesen werden konnte. 

Bei den zwei anderen Fällen handelt es sich um Rückkehrer aus China, die am vergangenen Wochenende von der Bundesregierung nach Deutschland zurückgeholt worden waren. Nächste Woche sollen weitere deutsche Staatsbürger und ihre Angehörigen aus der chinesischen Stadt Wuhan ausgeflogen werden. Insgesamt gibt es weltweit aktuell 31.500 Infektionsfälle, 639 betroffene Menschen sind verstorben.

Arzt, der als erster vor dem Coronavirus warnte, ist verstorben

Der chinesische Arzt Dr. Li Wenliang warnte bereits Ende Dezember 2019 als erster vor dem neuartigen Coronavirus – vorletzten Donnerstag ist er laut chinesischen Staatsmedien selbst an der Infektion verstorben. Dr. Wenliang riet in einem Gruppenchat mit anderen Ärzten dazu, bei der Behandlung möglicher Patienten Schutzkleidung zu tragen. Vier Tage später musste er bei der örtlichen Polizeibehörde ein Schreiben unterzeichnen, indem er beschuldigt wurde, "falsche Behauptungen zu verbreiten" und "die öffentliche Sicherheit schwer zu stören". Die Polizei hat sich später bei dem 34-Jährigen entschuldigt. Dr. Wenliang hinterlässt eine schwangere Frau und ein Kind, das ebenfalls am Coronavirus leiden soll.

Studie: Die meisten Deutschen fürchten das Coronavirus nicht

Eine Umfrage des ARD-Deutschlandstrends unter 1.003 wahlberechtigten Bundesbürgern ergab, dass sich die meisten Menschen hierzulande nicht vor dem Coronavirus fürchten. Demnach hat die Mehrheit (89 Prozent) der Befragten ausgesagt, ihre Sorge, dass sie oder ihre Angehörigen sich infizieren, weniger groß oder klein. Statistisch sind das fast neun von zehn Menschen. Sieben Prozent der Teilnehmer beschrieben ihre Sorge als groß, drei Prozent als sehr groß. Außerdem sprechen vier von fünf Befragten den deutschen Behörden und Gesundheitseinrichtungen ihr Vertrauen aus: 82 Prozent sind der Meinung, dass die Situation gut unter Kontrolle sei. 14 Prozent waren der Meinung, die Situation sei nicht unter Kontrolle.

+++Updates am 4. Februar 2020+++

Weiteres Kind in Deutschland infiziert – größerer Ausbruch eher unwahrscheinlich

In Deutschland wurde zum zweiten Mal bei einem Kind das Coronavirus bestätigt. Es handele sich dabei um das Kind eines infizierten "Webasto"-Mitarbeiters, so wie schon beim ersten Fall. Mit der neuen Infektion erhöht sich die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Deutschland auf insgesamt zehn. Alle Betroffenen seien aber in einem stabilen gesundheitlichen Zustand. 

Kai Kranich, Pressesprecher vom Deutschen Roten Kreuz, das die Erkrankten betreut, sagte dazu scherzhaft: "Das Leben in Quarantäne ist wie Stubenarrest von Mama." Ein weiterer Sprecher beruhigt: "Wir können aktuell nicht von einem größeren Ausbruch ausgehen."

Höhepunkt der Epidemie in rund zwei Wochen erwartet

Chinesische Experten gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Infektionswelle erst in zehn bis 14 Tagen erreicht wird. Dementsprechend sollen vorbeugende Maßnahmen bis dahin weiter verstärkt werden, fordert Zhong Nanshan, Chef des nationalen Expertenteams, laut chinesischen Staatsmedien. Insgesamt wurden bis gestern über 17.200 Infizierte gezählt, 361 Menschen sind am Coronavirus verstorben.

WHO rät zu Augenmaß

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät im Kampf gegen das Coronavirus zu Augenmaß, nachdem die USA einen Einreisestopp für Reisende vom chinesischen Festland verhängt und den Abzug von Botschaftspersonal angeordnet hat. Unnötige Panik zu schüren, sei keine Lösung, so die darauffolgende Antwort aus China. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Montag ebenfalls, dass es keinen Anlass für Maßnahmen gebe, die "unnötig den internationalen Verkehr und Handel beeinträchtigen". Am heutigen Nachmittag wollen die Gesundheitsminister der G7-Industriestaaten in einer Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen beraten.

+++Updates am 3. Februar 2020+++

Zwei infizierte unter Rückkehrern

Wie geplant sind am vergangenen Samstag über 100 Deutsche aus der chinesischen Stadt Wuhan ausgeflogen und in einer Kaserne bei Germersheim untergebracht worden. Kurz darauf bestätigten Tests, dass zwei der Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert sind. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut – vor und während des Fluges haben die Betroffenen demnach keine Symptome gezeigt. Sie wurden mit einem speziellen Infektionsschutz-Fahrzeug in die Uniklinik Frankfurt am Main gebracht.

Thailand meldet erfolgreiche Behandlung

In Thailand wurden bislang 19 Erkrankungen bestätigt. Die thailändischen Behörden meldeten nun eine erfolgreiche Behandlung des Coronavirus mit einem Cocktail aus Grippe- und HIV-Medikamenten, der an einer aus China stammenden Frau getestet wurde. Deren Zustand habe sich nach Verabreichung des Medikaments demnach dramatisch verbessert – binnen 48 Stunden seien keine Viren mehr nachweisbar gewesen, wie der Mediziner Kriengsak Attipornwanich bestätigt.

Coronavirus führt in China zu mehr Toten als Sars-Pandemie

Die Gesundheitskommission in Peking meldete heute den bisher größten Anstieg neuer Infektions- und Todesfälle binnen eines Tages: Erneut sind 57 Menschen gestorben, womit die Anzahl der Todesopfer in China auf 361 steigt – mehr als bei der Sars-Epidemie 2002 und 2003. Zudem sind weitere 2.829 Menschen erkrankt, was insgesamt 17.205 Infizierte bedeutet. Außerdem gebe es laut chinesischer Gesundheitskommission mehr als 20.000 Verdachtsfälle.

WHO beklagt "massive Infodemie" und Fake News

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt über die Informationsflut zum Coronavirus. Am Samstagabend in Genf war die Rede von einer "massiven Infodemie", die es schwer mache, Fakten und Mythen zu unterscheiden. Um dem entgegenzuwirken, hat die WHO auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter eine große Informationskampagne gestartet, bei der sie allerlei Fragen über das Coronavirus beantwortet. 

+++Updates am 31. Januar 2020+++

Erstes Kind in Deutschland erkrankt

Wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte, wurde das Coronavirus heute zum ersten Mal in Deutschland bei einem Kind nachgewiesen. Es handele sich um das Kind eines der infizierten fünf Männer, die sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt hatten. Damit wurde das Virus auch zum ersten Mal hierzulande offiziell innerhalb einer Familie von Mensch zu Mensch übertragen. Der Zustand aller Erkrankten sei laut Ärzten aber stabil.

Erneuter sprunghafter Infektionsanstieg in China

Obwohl China weitreichende Quarantänemaßnahmen ergriffen hat, ist die Zahl der vom Coronavirus infizierten Menschen noch einmal sprunghaft angestiegen: 1.981 weitere Personen sind laut Gesundheitskommission in dem asiatischen Land erkrankt, wodurch die Gesamtanzahl der Infizierten auf 9.692 steigt. Außerdem hat sich die Zahl der Todesopfer von 42 auf 213 erhöht. Insgesamt gibt es außerhalb von China inzwischen mehr als 100 nachgewiesene Krankheitsfälle in rund 20 Ländern.

Weiterer Fall in Bayern

In Deutschland wurde ein weiterer Verdachtsfall bestätigt: Dabei handelt es sich um einen Mann aus Bayern, der im gleichen Unternehmen arbeitet, wie die zuvor bestätigten Erkrankten (Automobilzulieferer Webasto). Die Behörden haben inzwischen insgesamt 110 Menschen aus dem engen Kontaktumfeld des Mannes ermittelt und wollen auch diese auf das Coronavirus hin testen. In Italien wurde das Kreuzfahrtschiff "Costa Smeralda" mit rund 7.000 Menschen an Bord festgesetzt, weil es einen Verdachtsfall gab. Dieser hat sich nicht bestätigt – der betroffene Mann leidet an einer Grippe.

Weltgesundheitsorganisation ruft internationalen Gesundheitsnotstand aus

Gestern rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen des Coronavirus den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Es handele sich um eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite".

Regierung will Bundesbürger aus Wuhan zurückholen

Aktuell plant die Bundesregierung eine Rückholaktion von deutschen Staatsbürgern aus der chinesischen Metropole Wuhan am morgigen Samstag. Betroffen sind etwa 90 Menschen, die freiwillig zurückkehren möchten und nach der Landung für 14 Tage auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz unter Quarantäne gestellt werden.

Heute: Kostenlose Beratungshotline

Am heutigen Freitag bietet die Krankenkasse DAK eine Hotline zwischen acht und 20 Uhr an, bei der Experten alle Fragen rund um das Virus beantworten. Die Rufnummer lautet 0800 1111 841 und ist für die Kunden aller Krankenkassen kostenlos.

+++Updates am 29. Januar 2020+++

Mittlerweile hat das Coronavirus Deutschland erreicht. Vier Deutsche, die alle im gleichen Unternehmen arbeiten, haben sich über eine chinesische Kollegin mit dem Erreger angesteckt. Die Frau war zu Schulungszwecken nach Deutschland eingereist. Die Krankheitsverläufe aller Patienten seien nach aktuellem Stand aber "sehr, sehr milde", wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte.

Wie verschiedene Medien vermelden, gibt es außerdem weitere Verdachtsfälle: Mehrere Menschen in Schleswig-Holstein stehen unter häuslicher Isolation, in Wiesbaden wird ein Verdachtspatient im Helios-Klinikum isoliert behandelt, ein weiterer im Kreisklinikum Siegen (Nordrhein-Westfalen). 

Spahn ruft die Bürger zu "wachsamer Gelassenheit" auf. Dass das Virus Deutschland erreicht hat, sei zu erwarten gewesen, die hiesigen Behörden seien aber gut vorbereitet.

Kostenlose Informationshotline am Freitag

Die Krankenkasse der DAK bietet am kommenden Freitag, dem 31. Januar 2020, eine kostenlose Hotline für Informationen rund um das Coronavirus an. Medizin-Experten beantworten zwischen acht und 20 Uhr alle entsprechenden Fragen. Das Angebot kann von Kunden aller Krankenkassen genutzt werden und ist unter der Rufnummer 0800 1111 841 zu erreichen.

Forscher züchten Coronavirus im Labor nach

Australischen Wissenschaftlern des Peter-Doherty-Instituts für Infektionen und Immunität in Melbourne ist es inzwischen gelungen, das Coronavirus mithilfe des Erbgutes von infizierten Patienten im Labor nachzuzüchten und zu vermehren. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Instituten und der WHO erhoffen sich die Forscher, dadurch in Kürze einen Impfstoff gegen das Virus entwickeln zu können.

+++Ursprungsartikel vom 23. Januar 2020+++

Am 31.12.19 gab es die ersten beunruhigenden Meldungen aus China: In der Stadt Wuhan war eine "mysteriöse Lungenkrankheit" ausgebrochen, die bei einigen Betroffenen nach kurzer Zeit tödlich verlief. Aber erst Anfang Januar 2020 bekam der Erreger einen Namen: Experten betitelten ihn als "2019-nCoV", er gehört zur Familie der sogenannten Coronaviren, ähnlich wie Sars und das in Nahost öfter auftretende Mers. Die Coronaviren befallen die oberen Atemwege und können eine Lungenentzündung verursachen.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Mittlerweile hat sich der Erreger ausgebreitet: China berichtet aktuell von mindestens 620 bestätigen Krankheitsfällen, 17 Betroffene sind verstorben. Am vergangenen Dienstag wurde der erste Krankheitsfall in den USA bekannt. Bei den Todesfällen in China handelt es sich in den meisten Fällen um Personen mit bekannten Vorerkrankungen. Generell scheinen Frauen und Männer in allen Altersgruppen gleich häufig von dem Virus betroffen zu sein. Experten mahnen dennoch zur Ruhe: Virologen schätzen die Viren derzeit als weniger gefährlich ein als beispielsweise die jährlich auftretenden Grippeviren.

Wie ansteckend ist das Virus?

Wie ansteckend die Viren sind, ist noch nicht restlos geklärt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht aber davon aus, dass das Coronavirus begrenzt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, beispielsweise via Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Normalerweise verbreiten Coronaviren sich weniger schnell als Grippeviren und mutieren auch nicht so schnell. Bei "2019-nCoV" deutet sich aber an, dass es anders sein könnte.

Was hilft gegen die Coronaviren?

Aktuell gibt es keine Behandlung für das Virus an sich, die Erkrankung wird dementsprechend anhand der Symptome behandelt. Beispielsweise gehören eine hohe Flüssigkeitszufuhr und Bettruhe zu den ersten Maßnahmen. In schweren Fällen kann auch eine Beatmung nötig werden.

Was machen die chinesischen Behörden?

Die chinesischen Behörden haben neben Wuhan zwei weitere Millionenstädte quasi unter Quarantäne gestellt: In Huanggang wird der öffentliche Verkehr ab Mitternacht vollständig gestoppt, Touristenattraktionen bleiben geschlossen, die Bewohner sollen die Stadt nicht mehr verlassen. Die Beschränkungen im Verkehr gelten auch für die nahegelegene Stadt Ezhou. Insgesamt sind von den Restriktionen so fast 20 Millionen Menschen betroffen.

Bakterienfalle im Flughafen: Menschen am Flughafen

Einer der Gründe für die strengen Regelungen: Das anstehende chinesische Neujahrsfest am kommenden Wochenende ist eigentlich die Hauptreisezeit des Landes. Auch aus dem Ausland reisen viele Chinesen an, um ihre Verwandten zu besuchen – und könnten dann infiziert wieder ausreisen. Das Coronavirus könnte sich so also schneller ausbreiten.

Welche Vorkehrungen werden in Deutschland getroffen?

"Die Gefahr für Deutschland durch das neu aufgetretene Coronavirus wird von unseren Fachleuten momentan als sehr gering eingeschätzt", heißt es auf Nachfrage des Tagesspiegels beim Bundesgesundheitsministerium. "Trotzdem beobachten wir die Situation in China natürlich aufmerksam und stehen dazu in ständigem Austausch mit unseren internationalen Partnern."

Dennoch bereiten sich die zuständigen Behörden auf den Ernstfall vor: An der Berliner Charité könne das Virus beispielsweise bereits anhand eines Tests nachgewiesen werden, das Personal sei auf die Behandlung entsprechender Patienten vorbereitet. Auch auf den Flughäfen vieler Länder wird der Ernstfall geprobt. Gibt es beispielsweise einen Verdachtsfall an Bord eines Fliegers, muss dieser auf einen Flughafen umgeleitet werden, der bestimmte Versorgungskapazitäten hat. In Deutschland betrifft das die Flughäfen Hamburg, Düsseldorf, Tegel und Schönefeld in Berlin sowie Frankfurt und München.

Wie geht es weiter?

Noch am heutigen Donnerstag entscheidet ein Notfallkomitee der WHO, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll. Gestern stufte die EU-Präventionsbehörde ECDC im schwedischen Solna das Übertragungsrisiko in Europa am Mittwoch von "niedrig" auf "moderat" hoch. Sollte die Entscheidung für einen Gesundheitsnotstand getroffen werden, würden auch die Reise- und Sicherheitshinweise der WHO und des Auswärtigen Amtes entsprechend angepasst werden.

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